Katharina II. wird in Russland als große Kaiserin verehrt, vor allem von Putin. In Deutschland hingegen ist sie fast vergessen. Aber das war nicht immer so. Die neue COMPACT-Geschichtsausgabe «Katharina die Große – Die Deutsche auf dem Zarenthron» setzt ihr ein Denkmal – und erinnert an die besseren Zeiten der Beziehungen unserer beiden Völker.
Katharina hat als einzige Herrscherin in der Weltgeschichte den Beinamen «die Große» erhalten. Schon zu Lebzeiten und gegen ihr Sträuben verliehen, hat er sich über ihren Tod hinaus erhalten, niemand bestreitet bis heute seine Berechtigung.
Damit ragt sie noch aus der Reihe anderer berühmter Regentinnen hinaus: Cleopatra, die das Schicksal Roms mit jenem Ägyptens verband; Isabella von Kastilien, die die Mauren vertrieb, Spanien einigte und Kolumbus in die Neue Welt sandte; Elisabeth I., die England zum Triumph über die Supermacht Spanien führte; Maria Theresia, die Mutter Österreichs; Queen Victoria, die über ein Viertel des Erdreichs gebot.
Der 300. Geburtstag – ein Großereignis in Russland
Dass Katharinas Stern heller als der aller anderen Königinnen strahlt, macht vor allem Russland stolz. Das Riesenreich bereitet sich auf ihren 300. Geburtstag im Mai 2029 vor. Präsident Wladimir Putin gründete bereits vier Jahre vorher ein Festkomitee, «das sich um die angemessene Würdigung der Monarchin in ihrem Jubiläumsjahr kümmern soll (…), in Anbetracht der großen Bedeutung der Reformen Katharinas II. für die russische Geschichte». Unter ihr habe das Land „alle seine historischen Gebiete, einschließlich des Südens und Westens“ zurückerobert. Der Zugang zum Schwarzen Meer, die Eingliederung der Krim, die Festung Sewastopol und so viel mehr habe man ihr zu verdanken.

Katharina verkörpert auch die Freundschaft zwischen Deutschland und Russland. Als Tochter eines preußischen Offiziers brachte sie die Tugenden ihrer alten in die neue Heimat und beschnitt den byzantinischen Schlendrian der französisierten Höflinge. Andererseits hätte sie in Deutschland nie Kaiserin werden können – die Thronfolge schloss Frauen aus. Sie brauchte Russland, und Russland brauchte sie – die ideale Symbiose. So wurde aus der Preußin eine stolze Russin, und Russland wurde – ein bisschen – preußischer.
Zu ihrem politischen Ziehvater Friedrich dem Großen, der sie nach Petersburg lanciert hatte, behielt sie zeitlebens ein gutes Verhältnis, ohne dass sie ihm zuliebe ihren russischen Patriotismus relativierte. Wichtige internationale Krisen, etwa die polnische Frage, löste man gemeinsam und legte so den Grundstein für die spätere Allianz gegen Napoleon.
Angela Merkels Kehrtwende
Über Angela Merkel berichten Augenzeugen, sie habe in ihren ersten Kanzlerjahren ein Porträt Katharinas auf dem Schreibtisch gehabt. Es mag stimmen, dass sich die kleine Potentatin von der großen Zarin inspirieren ließ, schließlich hatte sie ja in Moskau studiert. Doch nach 2010 wurde das Bildnis nicht mehr gesichtet. Kein Wunder: Ab diesem Jahr begann die bösartige Metamorphose der Rautenfrau, die zum Atomausstieg und der Grenzöffnung führte – und zur offenen Feindschaft gegenüber Putin, der sie zuvor als Vermittlerin gegenüber den Westmächten geschätzt hatte.

Am 25. September 2001 hielt Putin im Bundestag eine Rede – übrigens im fließenden Deutsch. Dabei erinnerte er auch an Katharina:
«Wie ein guter westlicher Nachbar verkörperte Deutschland für Russen oft Europa, die europäische Kultur, das technische Denkvermögen und kaufmännisches Geschick. Nicht zufällig wurden früher alle Europäer in Russland Deutsche genannt, die europäische Siedlung in Moskau zum Beispiel ‚deutscher Vorort‘. (…) Vergessen wir auch nicht die Prinzessin von Anhalt-Zerbst. Sie hieß Sophie Auguste Friederike. Sie leistete einen einzigartigen Beitrag zur russischen Geschichte. Einfache russische Menschen nannten sie Mutter. Aber in die Weltgeschichte ging sie als russische Zarin Katharina die Große ein.»
Das Protokoll des Bundestags vermerkt 17 Mal Beifall während dieser Rede. Am Ende erhoben sich alle Abgeordneten von ihren Plätzen zu stehenden Ovationen.
Es wäre schön, wenn diese gute alte Zeit der deutsch-russischen Verständigung wiederkämen. Der 300. Geburtstag Katharinas der Großen 2029 böte einen guten Anlass. Die COMPACT-Geschichtsausgabe «Katharina die Große – Die Deutsche auf dem Zarenthron» will einen Beitrag dazu leisten. Hier bestellen.





