Lange Zeit war es ruhig geworden um die politisch unkorrekte Version von Gigi D’Agostinos Hit „L’amour toujours“. Doch nun feierte der Sylt-Sommerhit des Jahres 2024 fröhliche Urständ – bei einer Teenager-Party im brandenburgischen Falkenberg. Die Polizei ermittelt, Ministerpräsident Woidke ist empört. In unserer legendären Ausgabe „‚Deutschland den Deutschen‘“ finden Sie alle Hintergründe zu dem Aufreger-Song. Hier mehr erfahren.
Es ist wieder passiert: Auf einer Teenager-Party in einem Club im brandenburgischen Falkenberg (Landkreis Elbe-Elster) haben am vergangenen Samstag mehrere Jugendliche den Partyhit „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino mit den vom Sommer 2024 bekannten politisch unkorrekten Textzeilen unterlegt. In einem auf Instagram veröffentlichten Video sei zu hören, wie auf der Feier zu dem Stück mehrfach „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ skandiert werde, berichteten verschiedene Medien, darunter der RBB.
Obwohl die rechtliche Zulässigkeit dieser Parole in mehreren Gerichtsurteilen bestätigt wurde, habe man „von Amts wegen“ eine Anzeige aufgenommen, so ein Sprecher der Brandenburger Polizei. Der Sachverhalt sei aufgenommen worden, nun werde ermittelt und der Vorfall später an die Staatsanwaltschaft übergeben, heißt es seitens der Ordnungshüter weiter.
Polit-Prominenz schaltet sich ein
„Im Netz sorgt das Video für Empörung, auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich erschüttert“, berichtete die Welt über den Vorfall. Via Instagram kritisierte der SPD-Politiker, dass es ganze zwei Liedschleifen gedauert habe, bis jemand eingeschritten sei. „Jugendliche grölen Naziparolen und keiner greift ein. Ich bin fassungslos. Wir dürfen dazu niemals schweigen!“, so Woidke.
Es gehe um ein Problem, „das nur durch die gesamte Gesellschaft gelöst werden kann“, erklärte der Ministerpräsident. Deswegen sei es wichtig, die Zivilgesellschaft zu fördern, um bei der jungen Generation das Bewusstsein zu stärken, wie wichtig Demokratie und Freiheit sei.
Auch der Landrat des Kreises Elbe-Elster, Christian Jaschinski (CDU), schaltete sich ein und übte Kritik an dem Vorfall. Er verurteile die „rassistischen Parolen“ aufs Schärfste, so Jaschinski in einer Pressemitteilung. „Solche Äußerungen sind inakzeptabel und haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.“
Der Sylt-Skandal und die Folgen
Tino Veit, Betreiber der Falkenberger Disco Blue Velvet, in der die Party mit etwa 100 bis 150 Kindern und Jugendlichen ab elf Jahren stattfand, drückte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sein Bedauern darüber aus, was aus D’Agostinos Song gemacht werde, „gerade bei einer Kinderveranstaltung“.
Künftig wolle er seine DJs besser auf solche Situationen vorbereiten, um schneller reagieren zu können. Er sei gegen jede radikale Haltung, betonte Veit, lehnte es jedoch ab, „L’amour toujours“ aus dem Repertoire seines Clubs zu verbannen. „Wir werden grundsätzlich keine Musik verbieten, nur weil sie missbraucht wird“, zitiert ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Die Unterlegung des Partyhits mit der Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ sorgte 2024 für einen Skandal, als junge Leute am Pfingstsonntag in einem Club in Kampen auf Sylt entsprechend feierten. Einer aus der Gruppe machte Handyaufnahmen von der feuchtfröhlichen Feier und stellt sie in eine private Chatgruppe. Das Video wurde geleakt und verbreitete sich in der Folge viral im Netz. In der Folge gab es immer wieder solche Vorfälle, selbst bei der Fußball-WM im Sommer jenes Jahres.
Auch damals ermittelte die Polizei – gegen die Sylt-Sänger wie auch zahlreiche „Nachahmungstäter“. Doch sämtliche Ermittlungsverfahren wurden eingestellt, da die Staatsanwaltschaften oder Gerichte in der inkriminierten Parole – die man durchaus als geschmacklos empfinden kann – keinen Straftatbestand erkennen konnten. Im Fall der Teenager-Disco von Falkenberg dürfte es genauso ausgehen. Viel Lärm um nichts.
Alles über den Sylt-Skandal und Döp-dödö-döp erfahren Sie in unserer legendären Ausgabe „‚Deutschland den Deutschen‘“. Politisch unkorrekt, aber juristisch nicht zu beanstanden. Hier mehr erfahren.





