Keine Frage: Für den neuen FDP-Chef Wolfgang Kubicki war es ein hartes Wochenende. Sichtlich angeschlagen stand er gestern Abend am Ende des Parteitags vor der Kamera des ARD-Tagesthemen-Teams. Böse Zungen behaupten, er hätte sich vorher ein paar Tröpfchen gegönnt. Damit befände er sich in einer gewissen Tradition. COMPACT 5/2026 liefert ein ausgewogenes Porträt des Politikers und Ex-Kneipiers. Hier mehr erfahren.

    Was muss die FDP machen, um wieder auf den grünen Zweig zu kommen? Der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat ein einfaches Rezept: Die Liberalen, so sagte er es gestern am Ende des Parteitags im Interview mit den Tagesthemen der ARD müssten wieder «eine klare Sprache sprechen». Nur wollte oder konnte er offenbar nicht mit gutem Beispiel vorangehen: Der 74-Jährige lallte eher …

    COMPACT berichtet: «Sterbe-Tage! Kubicki beerdigt FDP, Söder die CSU» ist auch Thema des heutigen Brennpunkts von COMPACT-TV um 20 Uhr. Am besten, Sie abonnieren gleich unseren Youtube-Kanal und aktivieren die Glocke, um keine Sendung mehr zu verpassen.

    Im Netz geht der entsprechende Clip viral. Viele meinen, dass Kubicki, Ex-Kneipier und heute noch passionierter Kneipengänger, vor dem TV-Gespräch wohl das eine oder andere Tröpfchen gezwitschert hätte. «Da war wohl Frustsaufen angesagt», kommentierte ein Nutzer auf Youtube den Clip. «Kubicki ganz in seinem Element», ätzte ein anderer auf X. Auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah erlaubte sich einen kleinen Scherz. Er teilte den Interview-Ausschnitt auf X und twitterte dazu: «Kubicki wirkt: 5-Promille-Hürde übersprungen.»

    Kubicki wirkt: 5‰-Hürde übersprungen! pic.twitter.com/NjCpvthL6F

    — Dr. Maximilian Krah MdB (@KrahMax) May 31, 2026

    Verübeln könnte man es Kubicki nicht, sollte er sich ein paar Bierchen oder Gläser Wein gegönnt haben. Seine Wahl zum FDP-Chef verlief alles andere als glücklich. Sein Parteilager hatte im Vorfeld Abstimmungen zur Vorstandsbesetzung durchgeführt und peilte ein Ergebnis von 90 Prozent oder mehr an. Doch dann kam überraschend die EU-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann um die Ecke und zwang dem Grandseigneur der Liberalen eine Kampfabstimmung auf.

    Wer ist Kubicki – und wenn ja, wie viele?

    Das Ergebnis der Vorsitzendenwahl war dann nicht so eindeutig, wie es sich die Anhänger des Schleswig-Holsteiners gewünscht hätten: Zwar setzte sich Kubicki mit rund 60 Prozent der Delegiertenstimmen gegen seine Herausforderin und Intimfeindin durch. Doch mit 40 Prozent konnte eben auch Strack-Zimmermann einen nicht unerheblichen Teil des FDP-Parteivolks hinter sich sammeln. Ein «Durchregieren» auf populistischer Welle, wie es sich Kubicki wohl vorgestellt hatte, wird es nicht.

    Der beschwipste Parteifreund

    Sollte Kubickis Lall-Auftritt dem Freund Alkohol geschuldet gewesen sein, befände er sich damit in einer gewissen Tradition. Einer seiner Parteifreunde, der 2016 verstorbene ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Detlef Kleinert war dabei ein echter Trendsetter.

    Am 23. November 1994 hielt er im Deutschen Bundestag zu fortgeschrittener Stunde eine denkwürdige Rede, die in die Geschichte einging allerdings nicht wegen ihres Inhalts. Damals kam er, wie der NDR seinerzeit berichtete, gerade aus der Hausbar des Parlaments – und trug seine Worte mit schwerer Zunge vor. Für besondere Belustigung sorgte dabei, dass der angetrunkene Liberale in seiner Rede bemerkte, die «Aufnahmefähigkeit eines Teils der Mitglieder des Hauses» sei «offenbar nachhaltig eingeschränkt».

    Die Szene wurde wiederholt in Comedy-Formaten ausgestrahlt. Kleinert war übrigens «Wiederholungstäter». Bereits 1981 hatte der aus NRW stammende Jurist und Diplom-Volkswirt im Bundestag eine Rede gehalten, bei der er augenscheinlich alkoholisiert war.

    Legendärer Suff-Auftritt

    Die «Mutter aller Lall-Auftritte» von Politikern lieferte allerdings kein Liberaler ab, sondern CSU-Legende Franz Josef Strauß. Es war der Abend des 25. Januar 1987. Bei der gerade zu Ende gegangenen Bundestagswahl waren Kanzler Helmut Kohl (CDU) und seine schwarz-gelbe Regierungskoalition im Amt bestätigt worden. Doch Jubelstimmung kam bei den Unionsparteien nicht auf, denn trotz des klaren Sieges waren CDU/CSU mit einem Minus von 4,5 Prozent zugleich die Wahlverlierer des Abends.

    In der sogenannten Elefantenrunde im Fernsehen saßen die Parteivorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien zusammen: Neben Kohl Willy Brandt (SPD), Martin Bangemann (FDP) sowie Lukas Beckmann (Grüne). Eigentlich hätte aus München noch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Franz Josef Strauß zugeschaltet werden sollen. Doch der ließ die anderen warten. Erst als die Sendezeit schon fast vorbei war, tauchte Strauß doch noch auf dem Bildschirm auf.

    Allerdings hatte er sich zuvor wohl ein paar Gläschen genehmigt. Im Gespräch mit dem in München anwesenden Reporter teilte er gegen Schwesterpartei sowie Liberale aus und meinte, die Zustimmung zur allein regierenden CSU in Bayern sei «sseehn Prozent höher» als jene zur Politik der Regierungskoalition. In Bonn wartete derweil Moderator Martin Schulze auf seine Gelegenheit, dem CSU-Urgestein ebenfalls Fragen stellen zu können.

    Dessen lange Einleitung nervte Strauß schon erheblich. Doch als Schulz den Ministerpräsidenten fragte, ob er gerne dem nächsten Kabinett angehören würde, patzte ihn Strauß in seiner unnachahmlichen Art an. «Meine Güte, schminken Sie sich doch den Bart ab», so Strauß, der sich über die «dumme Frage» echauffierte, die «beinahe unwürdig» sei, «angesichts der Probleme, um die es geht». Daraus entwickelte sich ein Schlagabtausch, der in die deutsche TV-Geschichte einging. Das könnte nun bei Kubicki auch so sein.

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    Wer ist Kubicki – und wenn ja, wie viele? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Mai-Ausgabe von COMPACT-Magazin mit dem Titelthema «Zions Höllenritt Wir Netanjahu die USA in den Untergang reißt». Sichern Sie sich jetzt Ihren Informationsvorsprung. Hier bestellen.

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