100 Jahre Abstimmungskampf: Polens Griff nach Oberschlesien

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Der 20. März 1921 war mit dem klaren Sieg bei der von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs angesetzten Volksabstimmung ein erfolgreicher Tag für die Deutschen in Oberschlesien. Dennoch wurden Hunderttausende von ihnen heimatlos, weil die Interalliierte Kommission trotz des klaren Ergebnisses für den Verbleib der Provinz beim Deutschen Reich die Entscheidung traf, die kohlereichen Landesteile Polen zuzusprechen. Wenn Sie nachvollziehen wollen, wie sehr der Versailler Vertrag auch mit Blick auf das Deutsche Reich das Entstehen einer stabilen Nachkriegsordnung verunmöglichte, dann greifen Sie zu unserem COMPACT-Geschichtsheft Versailler Vertrag – Der Pakt, der Hitler an die Macht brachte, das Sie HIER bestellen können!

Der Abtrennung Oberschlesiens ging ein mehrjähriger  sogenannter Abstimmungskampf voraus, in dem polnische Insurgenten auf gewaltsamem Wege den Versuch unternahmen, die Abstimmung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Nach dem Ersten Weltkrieg keimte im neuen polnischen Staat Chauvinismus auf. Obwohl die am 5. November 1916 vollzogene und auf Initiative des Deutschen Reichs und Österreichs zurückgehende Gründung des sogenannten Regentschaftskönigreichs Polen ein bemerkenswertes Zugeständnis der Mittelmächte war, forderten die Vertreter der Großpolen-Idee darüber hinaus die Abtretung ostdeutscher Provinzen, wozu auch Teile Niederschlesiens und ganz Oberschlesien gehören sollten.

 Erster polnischer Aufstand 1919

 Nachdem 1918/19 Posen von polnischen Aufrührern annektiert und dieser Raub im Versailler Diktat auch noch formal bestätigt wurde, ging es wenig später Schlesien an den Kragen. Denn anders als im Falle Posens sollte über den künftigen Verbleib Schlesiens eine Volksabstimmung entscheiden. So hatte sich unter anderem der britische Premier David Lloyd George dagegen ausgesprochen, das Gebiet den Polen einfach zu übergeben. In der polnischen Politik war man darüber entsetzt, daher wollte man das östlichste Industriegebiet des Reiches militärisch okkupieren und damit vollendete Tatsachen schaffen.

Federführend dabei war wie bei den Operationen gegen Posen der Politiker und Journalist Wojciech Korfanty. In der Nacht vom 16. auf den 17. August brach der erste polnische Aufstand aus, der von der Polnischen Militärorganisation Oberschlesien ausgeführt wurde. Ein Einsatz der sogenannten paramilitärischen Schwarzen Reichswehr konnte den Aufruhr am 26. August vorzeitig beenden.

 Zweiter polnischer Aufstand 1920

 Fast genau ein Jahr später erfolgte dann die zweite polnische Revolte. Dabei kam es zu erheblichen Misshandlungen und sogar Morden an Deutschen. Teilweise wurden sie verschleppt oder vertrieben. Die Interalliierte Kommission scherte sich wenig bis gar nicht um diese Aktionen, allenfalls die italienischen Militärs gingen gegen diese Gräueltaten vor. Am 25. August 1920 konnte die Rebellion gestoppt werden. Da in dieser Region keine deutschen Militärs stationiert sein durften, bildete sich im Zuge des zweiten polnischen Aufstandes Ende 1920 in Breslau der „Selbstschutz Obserschlesien“, um die Volksdeutschen vor Übergriffen polnischer Freischärler schützen zu können.

Dritter polnischer Aufstand 1921

 Ein letzter Versuch, Oberschlesien für Polen zu sichern, sollte dann kurz nach dem Ausgang der Wahl am 20. März 1921 erfolgen. Immerhin entschieden sich 59,6 Prozent der Wähler für das Verbleiben der Provinz bei Deutschland. Korfanty konnte und wollte es dabei nicht belassen, weshalb er den industriereichsten Teil der Provinz mit polnischen Freiwilligen in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1921 besetzte. Dieser Vormarsch ging mit heftigen Terroraktionen gegen Deutsche einher.

Nicht nur Plünderungen deutscher Geschäfte standen nun auf der Tagesordnung. Deutsche mussten erneut um ihr Leben fürchten und Brücken oder Bahnhöfe wurden von Insurgenten gesprengt. Auch hier handelten nur italienische Einheiten entsprechend ihres Mandats und drängten die Freischärler mancherorts zurück. Die französischen Truppen glänzten dagegen nicht nur mit völliger Untätigkeit, sondern unterstützten die polnischen Aufständischen sogar bei ihren Gewaltaktionen.

Parteische Franzosen unterstützten polnische Aufständische

So wird von italienischen Soldaten berichtet, dass sie bei einer Razzia in den französischen Quartieren in Oppeln feststellen mussten, dass französische Waffen und Munition in ein Lager von polnischen Aufrührern abgeflossen waren. Andernorts wurden elf uniformierte Franzosen von Italienern aufgegriffen, die auf polnischer Seite kämpften. Um dem Vordringen der sogenannten Korfanty-Banden Einhalt zu gebieten, schlossen sich dem Selbstschutz weitere Freikorpskämpfer aus dem Deutschen Reich an.

Den Höhepunkt erreichte der Abstimmungskampf am 21. Mai 1921. Am damaligen Tag gelang es den Freikorpsverbänden, den Annaberg ‒  ein bedeutendes katholisches Wahrzeichen Oberschlesiens ‒ zu erstürmen und zu besetzen. Auf Druck der Interalliierten Kommission beendeten schließlich beide Seiten die Auseinandersetzung und schlossen einen Waffenstillstand. Die Siegermächte gaben dann den Forderungen Polens in weiten Teilen nach und übergaben den industriereichsten Teil Oberschlesiens an den neuen Staat. Dies bedeutete nicht zuletzt, dass sich der Leidensweg der dort ansässigen Deutschen für viele Jahre fortsetzen sollte.

Der Leidensweg unseres Volkes im 20. Jahrhundert: Die achte Ausgabe von COMPACT-Geschichte  greift mutig auf, worüber die anderen ängstlich oder schändlich schweigen. Diese COMPACT-Geschichtsausgabe muss jeder Deutsche gelesen haben. Wer über das 20. Jahrhundert mitreden will, findet hier Fakten, durch Quellen penibel belegt, die heutzutage in keinem Mainstreammedium mehr zu finden sind: Deutsche als Opfer alliierter Verbrechen 1944 bis 1946, Vertreibung, Massenvergewaltigungen, Bombenterror. Erschütternde Augenzeugenberichte vom Wüten der Rotarmisten gegen unsere Frauen in Ostpreußen, Schlesien und Berlin – und über dieselben Schandtaten, die GIs und Franzosen in ihren Besatzungszonen begingen. Die Einäscherung unserer Städte durch die angloamerikanische Luftwaffe – und wie heute die Zahlen der Opfer in Dresden und anderswo zynisch heruntergerechnet werden. Das Massensterben in den Rheinwiesenlagern der US-Army: Zehntausende, manche sagen Hundertausende verreckten elendig. COMPACT verteidigt mit dieser Geschichtsausgabe „Verbrechen an Deutschen“ die historische Wahrheit, die man früher offen aussprechen konnte, die aber heute unterdrückt wird. Das Heft können Sie hier bestellen!

 

 

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29 Kommentare

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    Rumpelstielz am

    In jedem provozierten Weltkrieg war es immer Deutschland, weil die Allierten – allem voran die Briten die uns nur schaden wollten auch als Kriegsabsicht durch Provokation (Bromberger Blutsonntag)

    „Audiatur et altera pars“ (deutsch: „Man höre auch die andere Seite.“)

    Zudem schulden uns die Polen die Rückgabe der dt Ostgebiete unter polnischer Verwaltung.
    Die Aufrechnung "Ihrer" Reparationsansprüche mit Gegenforderungen. Stichwort Bromberger Blutsonntag.
    Die Herrausgabe der erpressten Forderungen aus dem Katynmassenmord – bis Russland zugab "das in Katyn waren Wir".
    Bis zur Befriedigung unserer Ansprüche sollte das Fass ohne Boden Polen die EU verlassen
    Das hätte gravierende Vorteile, die ganzen Klaubanden hätten Flaute.
    Der Satz: Kaum gestohlen schon in Polen ist traurige Realität.
    Nach Artikel 146GG steht uns eine Verfassung zu. A r t i k e l 146

    Polen schuldet zunächst die Rückgabe der dt Ostgebiete unter Polnischer Verwaltung.
    Die VSA schulden uns die Räumung von Rammstein ( wir zahlen für die Besatzer VSA allein summa sumarum rd 10 Mrd€/Jahr.
    Steht im Artikel 120GG
    Btw: ^ etwa ein Flugzeugträger kostet etwa 10Mrd$ ergo spendieren wir dem Ami jedes Jahr einen Flugzeugträger. Das muss aufhören.

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    Der Autor hat sich seltsamen Quellen bedient.
    Die Abstimmung 1921, verlief so demokratisch, dass Deutschland mit Zügen 6 Millionen "Wahlberchtigte" aus Westfalen und anderen Gebieten nach Schlesien zur Abstimmung kutschiert hat! Die Franzosen als "Wahlbeobachter" haben diese "kurzfristige" Umsiedlung zugelassen! Die Zahlen von den Bewohnern sprachen eindeutig für Polen 51,6%…
    Das was Deutsche wirklich können ist Propaganda und diese ist bis heute deutsche Domäne!

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      Selbstdenkender am

      Sagte wieder ein Ethnomasochist in Reinkultur. Aus welchen Quellen haben Sie denn Ihr Wissen? Aus Wikipedia oder gar aus der Bundeszentrale für politische Bildung? Wenn Sie mal die Weißbücher aus dem britischen Foreign Office des heimischen Empires rezipieren würden Sie feststellen, daß das von britischen Soldaten alles bestätigt wurde. Also nix seltsame Quellen! Aussagen darüber, daß aus dem Kernreich Deutsche kurzfristig umgebürgert wurden, kommen dort absolut nicht vor. Vielleicht mal hinterfragt, ob Ihre deutschfeindlichen Quellen Siegerpropaganda sind?

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      Man vertausche nicht Ursache und Wirkung.

      Revisionismus ist ein Spiel für Gelangweilte, gilt es doch die heutigen Probleme als Ausgangspunkt für Zukünftiges zu beheben.

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      Markus geht auf Dummenfang am

      Die Franzosen als Wahlbeobachter, die völkerrechtswidrig das Rheinland besetzen und sich Elsass und Lothringen einverleibten, ebenso es beim Saarland es versuchten. Schon mal was von Albert Leo Schlageter gehört? Habe persönlich viele Ost und Westpreußen und Danziger gekannt. Die besten Experten sind die Zeitzeugen und nicht vom System bezahlt Geschichtsverdreher !

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      Das “Wissen“ bezieht er aus der verlogenen Geschichtsschreibung der “Befreier“ und ihrer Speichellecker .

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    HEINRICH WILHELM am

    Der Deutsche Osten (und das ist nicht die Ostzone) ist ein sehr ergiebiges und spannendes Thema. Zumal es sich um preußische Geschichte handelt.
    Wer sich näher und ohne dümmliche ideologische Vorbehalte damit beschäftigt, kann sehr viel lernen. Gerade auch in Bezug auf heutige Verhältnisse.
    Man erfährt, wenn man authentische Quellen benutzt, wie Politik in allen Nuancen funktioniert. Auch und gerade über Kriegsursachen gewinnt man Erkenntnisse, die im BRD-Geschichtsunterricht peinlichst ausgespart werden.
    Insbesondere die Wirtschaftsgeschichte der Ostgebiete ist äußerst interessant. Habe mich fast 20 Jahre lang damit intensiv befasst.

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      Ein Volk was nicht seine Toten ehrt, ist nicht wert das es lebt am

      Hallo Heinz, nicht nur im BRD Geschichtsunterricht wurde nur peinlich ausgespart…..auch in der DDR wurde sich die Geschichte regelrecht zurecht gelogen und passend gemacht. Wir Deutsche sollen unsere eigene Geschichte, Kultur und Sprache für nach dem Kriege auf deutschen Boden installierte Satellitenstaaten leugnen und immer dem Schuldkult verfallen…

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    LEONIDAS der Echte am

    "In einem normalen Bündnisvertrag versprechen sich die Partner militärische Hilfe für den Fall eines nicht provozierten Angriffs durch Dritte.
    Ob der Fall vorliegt, entscheidet natürlich der Partner, der Hilfe leisten soll.
    Hier nun war es umgekehrt. Warschau hatte es in der Hand, das britische Empire in den Krieg zu ziehen.“ – Ernst von Weizsäcker

    Der Bruder vom Deserteur Richard hatte offenkundig mehr Verstand.

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    Auch in Ost- und Westpreußen gab es Abstimmungen, die im südlichen Ostpreußen zu 98 % für den Verbleib beim Deutschen Reich und in den fünf übrig geblieben westpreussischen Kreisen mit 92% für das Deutsche Reich ausgingen. Diesem eindeutigen Votum stellte sich zu diesem Zeit Polen.

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    aber es geht immer nur um die 6 Millionen…. am

    natürlich, wir sollen zahlen bis Ultimo
    wir sind von Geburt an böse Nazis,
    wir haben gemordet aus purer Lust,
    wir wollten die ganze Welt erobern,
    wir haben keine Arbeitslager sonder KZs gebaut,
    wir haben nicht sechs sondern 60 Mio Israeliten vergast usw. usf.

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      Aber im Schindler Film konnten die Verschissten um die Ecke ihre Opfer töten

      Toll, die hatten Gewehre mit gebogenen Läufen

      Merke
      Wir werden stets und ständig verarscht, damit dem Schuldkult nicht die Puste ausgeht

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    Duis Libero am

    Von alledem wusste ich bislang rein gar nichts. Das gilt wohl für die allermeisten heute lebenden Deutschen – zumal im tiefen Westen. Und: Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß.

    Kompetorär ist es es – zumindest ihren (Wahl-) Handlungen nach – den Mehrheitsdeutschen ja sogar Wurscht bzw. begrüßen ein Multikulti-Schland auf dem Gebiet was heute offiziell noch als Deutschland gilt. Um wieviel mehrer sollte es denen dann egaler sein, was die Gebiete betrifft, die früher irgendwann mal zu Deutschland gehörten?!

    Dennoch Danke COMPACT für Eure Geschichtsarbeit!

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      Nun, es gibt ja auch keine Literatur dazu 😉 🙂

      Mein Gott, wie stumpsinnig muß man sein?

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    Lars Poelz in der April-Ausgabe von COMPACT:

    Ultrarechte Deutsche in den USA: So nationalsozialistisch, dass selbst Hitler und Goebbels nervös wurden

    In den Dreißigerjahren gründeten deutsche Nazis in den USA den »Amerikadeutschen Bund«. Mit Hakenkreuz und Hitlergruß inszenierten sie sich als braune Musterschüler – und scheiterten an sich selbst. Schade. Was Björn Höcke davon lernen kann.

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      Berkasssss reden ist Silber und schweigen Gold am

      Die USA hatte viele Deutsche Auswanderer, gerade auch nach den ersten Weltkriege. Und diese waren dem deutschen Vaterland noch sehr verbunden und der neuen deutschen Regierung wohlgesinnt, ebenso Henry Ford der jährlich für Deutschland spendete. Diese deutschen Clubs gab es auch in Südwestafrika Brasilien usw. Auch Juden die heute in Amerika leben, stehen den Zionisten in Israel sehr nahe….

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      @LAMME GOEDZAK: Gütiger Himmel!! Was wollen Sie den Foristen denn mitteilen?

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      heidi heidegger am

      hehe, Sven hat "Foristen" gesagt. Da hat(te) ditt heidi (aber) Titelschutz drauf und freut sich wie Hund über ditt Flaschenpost quasi. 🙂

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    5:45 wird „zurück“ geschossen am

    Und es war nicht nur Oberschlesien, sondern auch Teile Westpreußens und Danzig, was sich Großpolen trotz Abstimmung völkerrechtswidrig einverleibte. Und im März 1939 machte es gegen Deutschland schon mobil. Im September 39 wollte es dann den Krieg mit Deutschland, mit Englands Einverständnis und den Zugang zur Ostsee mit Danzig und Ostpreußen. England stand, wie abgesprochen Polen zur Seite und erklärte Deutschland den Krieg. Doch die englische Diplomatie hatte sich diesmal verrechnet, Deutschland hatte einen Nichtangriffspaktes mit Russland abgeschlossen und unsere Armee war die bessere Streitmacht…..

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      Claus Haase am

      Seit drei Generationen reduziert sich das geschichtliche Wissen, verbreitet durch unsere Verbildungsinstitutionen, auf das Judenthema.

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        Die Geschichte schreiben eben immer nur die Sieger über die Verlierer am

        Und von dem Bromberger Blutensonntag spricht heute keiner mehr, ebenso von der Judenhetze der damaligen polnischen rechten faschistischen Regierung und ihren Lob für Hitler. Heute sind sie alle nur noch Opfer und wir Deutsche die ewigen Täter….

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        Muss das Grab für meinen Opa nach 20 Jahren wegmachen und steht nicht seid dem 17. Jahrhundert und wurde auch nich polizeilich bewacht am

        Dieser schlimmste Krieg aller Zeiten kostete 55 Millionen Menschen das Leben, aber es geht immer nur um die 6 Millionen….

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