Wenn die Sonne fehlt: Mangel an Vitamin D und Magnesium mit fatalen Folgen

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Wie wichtig gerade Vitamin D für unseren Organismus ist, kam schlagartig ans Licht, als Studien nicht nur eine weitverbreitete Unterversorgung mit Vitamin D feststellten, sondern auch Folgen für unsere Gesundheit aufzeigten. Das Risiko in Mitteleuropa an Osteoporose zu erkranken, ist in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen. Ein Faktor ist dabei ein Mangel an Vitamin D, oft verbunden mit Magnesiummangel. Vitamin D kann nur bedingt über die Nahrung aufgenommen werden. Was meist fehlt, sind Sonne und Magnesium mit fatalen Folgen auch für Gehirn und Herz.

Hält man sich vor Augen, dass in unserer schnellen Zeit die Bedeutung von Vitaminen erst vor rd. 130 Jahren entdeckt wurde, so lässt uns dies erahnen, dass noch viele Geheimnisse gelüftet und Rätsel entschlüsselt werden müssen. Half dem holländischen Arzt einst im damaligen Ostindien der Zufall, die Bedeutung von ungeschältem Reis zu entdecken, so sind es heute oft großräumige Studien, die unser Wissen über die Lebensstoffe verbessern helfen.

Ging es damals noch um das Vitamin B1 im ungeschälten Reis, so soll uns heute Vitamin D interessieren. Vitamin D hat viele Effekte, vorwiegend wird es als bedeutsam für den Knochenstoffwechsel angesehen.
Diese Substanz schützt aber auch vor chronischen Entzündungen, reguliert den Blutdruck und schützt Herzmuskulatur und Gefäße. Zudem steuert es den Zellzyklus der Nervenzellen und hat einen Einfluss auf die Synthese von Neurotransmittern.

Weiterhin lenkt es die Entwicklung und Neubildung von Nervenzellen und neuronalen Verbindungen. Es beeinflusst auch die Bildung bedeutender Antioxidantien und hilft bei der Entgiftung des Gehirns.
Ein wesentlicher Baustein unseres Knochenapparats ist das Kalzium. Dieses Mineral muss nicht nur über die Nahrung aufgenommen werden, sondern braucht auch Unterstützung, um vom Darm in die Blutbahn zu gelangen. Ebenso geschieht letztendlich der Kalziumeinbau in unsere Knochen nicht von selbst. Zwei weitere wesentliche Mineral- und Vitalstoffe müssen in ausreichender Menge vorhanden sein. Zum einen unser Vitamin D, zum anderen der Gegenspieler des Kalzium, das Magnesium.

Magnesium Brain - gut fürs Gehirn und gegen Demenz

So kann es zwar vorkommen, dass genügend Kalzium über Nahrung oder spezielle Präparate in den Körper gelangen, dort aber nicht verarbeitet werden kann. Ohne Vitamin D haben wir schlechte Karten. Wird in der lichtintensiven Zeit vom Frühjahr bis zum Spätsommer das Vitamin D mittels der Sonneneinstrahlung auf unsere Haut gebildet, so sieht es im Winter, in der Dunkelzeit damit ziemlich schlecht aus. Zwar kann der Körper begrenzt Reserven speichern, sowohl im Muskel- und Fettgewebe als auch in der Leber, aber irgendwann ist Schluss. Dauert dieses Defizit längere Zeit, kommt es zu Mangel. Dauerhafter Mangel führt einerseits zu Osteoporose, andererseits werden Herz und Gehirn in Mitleidenschaft gezogen.

Ebenso lechzt unser Immunsystem nach Unterstützung. Entzündliche Erkrankungen brauchen ebenso länger zum Heilen, wie auch Antioxidantien fehlen, die zum Beispiel vor vorzeitiger Alterung schützen sollen. Dass der Vitamin-D-Mangel sich so rasant ausbreiten kann, scheint auch unserer modernen Lebensweise geschuldet zu sein. Der Aufenthalt im Freien hat sich für viele Menschen stark reduziert. Hinzukommt, dass Sonnenbaden vielfach verpönt wird, weil das Hautkrebsrisiko bei zu starker Sonneneinstrahlung steigt.

Wie so oft gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Oder anders gesagt: Es geht nicht um besonders viel Sonne, sondern regelmäßig vier bis fünfmal pro Woche etwa 15 bis 30 Minuten. Dabei gilt: je mehr unsere Haut dabei verhüllt ist, umso weniger Chancen auf Vitamin-D-Bildung. Man sollte sich dessen bewusst sein, dass auch Sonnencreme „verhüllt“. Ein hellerer Hauttyp nimmt mehr UV-B-Licht auf als die dunklen. Genauso verhält es sich in der Folge mit der Bildung von Vitamin D. Man spricht in Deutschland inzwischen davon, dass rund 60 Prozent der Erwachsenen betroffen sind, oft ohne es zu merken.

Zwar nur bedingt, aber in der Dunkelzeit helfen auch spezielle Präparate wie Tabletten oder Tropfen. Kommen die ersten Beschwerden zutage, sollte auch ein Magnesiummangel in Betracht gezogen werden. Denn bei zu wenig Magnesium hat auch Vitamin D keine Chance und Kalzium schon gar nicht. Wirkt Kalzium besonderes bei Knochen und Muskeln, so ist Magnesium an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen beteiligt. Insbesondere auch bei Herz und Gehirn.

Erste Beschwerden bei Vitamin-D-Mangel könnten Knochenschmerzen sein. Dass der Kalzium- und Phosphatstoffwechsel offensichtlich gestört ist, lässt sich dann an der mangelnden Knochendichte ablesen, auch Knochenbrüche könnten öfter auftreten bzw. diese schlechter heilen.

Daher gilt: Vitamin D-Mangel sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch das Risiko an Atemwegsinfektionen zu erkranken steigt, und Stimmungsschwankungen und Depressionen sind nicht zuletzt auf einen Vital- und Mineralstoffmangel zurückzuführen. Die Spätfolgen eines akuten Mangels können katastrophale Ausmaße annehmen. Wem über lange Zeitperioden eine bestimmte Menge dieses Stoffes fehlt, ist anfälliger für schwere Krankheiten.

Umgekehrt kann dieses Vitamin die Kraft der Abwehrzellen erhöhen und die Teilung von T-Lymphozyten aktivieren. Sobald diese mit dem Krankheitserreger in Kontakt kommen, werden Erkennungsproteine an der Zelloberfläche gebildet. Jetzt kommt Vitamin D ins Spiel und sorgt für eine starke Vermehrung der T-Lymphozyten, die einen Schutzschild gegen diese Krankheitserreger bilden.

Ist erst einmal ein Mangel an Vitamin D festgestellt, so haben neuere Studien gezeigt, dass es nicht ausreicht, einfach nur Vitamin-D-Präparate zu sich zu nehmen. Etwa proportional steigt der Bedarf an Magnesium. Verdeutlicht man sich, dass Magnesium nie in reiner Form, sondern immer als Verbindung vorliegt, so ist für eine Mindestaufnahme von 400 mg pro Tag oft das Siebenfache an solchen Magnesiumverbindungen notwendig.
Bei steigender Vitamin D-Aufnahme sollte man also auch die Supplementierung von Magnesium steigern, damit die Balance wiederhergestellt wird.

Vitamin D steuert in unseren Zellen ungefähr 2000 Gene, die selbst an vielen Prozessen im Organismus beteiligt sind. Die zellregulierenden Eigenschaften dieser Substanz machen sie zu einem unverzichtbaren Stoff in unserem Leben. Dieses Vitamin steuert die Ausschüttung zahlreicher körpereigener Antibiotika und reguliert sowohl die angeborene als auch die erlernte Immunabwehr. Dieses Vitamin in ihr Leben zu integrieren, ist sehr einfach. Im Sommer genügen regelmäßige Sonnenbäder. Im Winter sollten sie auf die richtige Menge achten. Eine Tagesdosis von 50µg oder 2000 IE wird für Erwachsene empfohlen.

Zusammenfassung
Den Vitamin-D-Spiegel stets hoch zu halten, ist gar nicht so einfach. Dabei sind die positiven Effekte äußerst lohnenswert. Einerseits haben wir in der dunklen Jahreszeit oft zu wenig Sonne. Zum anderen verbringen wir immer weniger Zeit unter freiem Himmel, draußen in der Natur. Und wenn, so sind wir oft eingepackt, vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt. Die Angst vor Hautkrebs oder vorzeitiger Hautalterung hat fatale Folgen. Mindestens 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben zu wenig Vitamin D im Körper. Die Folge: Nicht nur Osteoporose droht, sondern Herz, Gehirn und Immunabwehr werden beeinträchtigt. Immer mehr Studien zeigen einen weiteren Zusammenhang: Vitamin-D-Mangel geht oft Hand in Hand mit einem Mangel an Magnesium.

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5 Kommentare

  1. Avatar

    Sonne weg – Klimawandel weg!
    Schnell Greta und Mutti sagen…
    Übrigens: Das Engelchen soll zu mir schweben.
    Ich habe noch einen Vorrat an Vitamin D3 (hochdosiert) und so.

  2. Avatar
    heidi heidegger am

    D a s ist ein (mal) ein Kleid! D-d-der Compact dress code/corporate identity und so?? Wann kann ich mit dem AltmännerPraktikum beginnen, häh? Gleich? gut. Ich bringe auch die Arbeitsgeräte selber mit: Harke Harfe und Heckenschere und Opernglas ämm

    • Avatar
      heidi heidegger am

      OT: ernsthaft, viel schimpft mein Freund @Luxi auf die USA-VSA, aber Elsässer et moi wussten sehr früh, dass kulturell da-dort (auch) einiges zu holen ist und zwar der Blues: nach einem 0.5litre Flachmann Whisky intus will man diesen äh *MagnesiumEngel* bluesig anjaulen quasi mit dem STATESBORO BLUES (am besten von den AllmanBrüdern, aber *es* kommt eh vom ²Neger, hah!):

      ♪ ♫ wake up, mama, turn yer lamp down low -aaarrgh- wake up, mama, turn yer lamp down low, u got no nerve to pop Uncle hh from yer door, hehe..♫

      [ ²Blind Willie McTell – Statesboro Blues
      ♫ Yes now, wake up mama, turn your lamp down low.
      Wake up mama, turn your lamp down low.
      Have you got the nerve to drive poor papa Luxi from your door?
      Woke up this mornin‘ baby, I had them Statesboro blues.… ♫ ] usw. usw. 🙂

  3. Avatar

    》Daher gilt: Vitamin D-Mangel sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. 《

    Vampire können kein Vitamin D produzieren, da Sonne für sie tödlich ist.
    Schon mal darüber nachgedacht?

    Wir sollten toleranter werden, auch gegen Blutsauger. 😉

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