Großer Bahnhof im traditionsreichen «Babylon» am Rosa-Luxemburg-Platz: Der Anti-Kriegs-Film «Warum ich – Wolf D. Kroll» von Mario Nieswandt («Nur ein Piks») feierte Kino-Premiere in Berlin. Am 18. Juni kommt er in die Kinos. Unser Dreier-Paket «Weltkriege» zum Rabattpreis können Sie hier bestellen.

    Zehn Tage nach der Erstaufführung in der Oderbruchhalle Golzow lud Regisseur und Filmemacher Mario Nieswandt (Taurus Pictures, Nieswandtfilm) gestern zur Kinopremiere seines neuen Streifens «Warum ich – Wolf D. Kroll» ins «Babylon» in Berlin-Mitte. Das legendäre Lichtspielhaus am Rosa-Luxemburg-Platz, direkt gegenüber der Volksbühne gelegen, blickt auf eine lange Tradition zurück.

    1929 als Stummfilmtheater gegründet, diente das Haus nach dem Krieg vor allem als Spartenkino der DDR. Heute ist das «Babylon» bekannt für seine Aufführungen von Stummfilmklassikern wie «Metropolis» oder «Modern Times» mit musikalischer Begleitung durch das hauseigene Orchester. Doch gestern stand das Lichtspielhaus ganz im Zeichen des neuen Kriegsdramas von Nieswandt, dessen zentrale Motive die Schlacht um die Seelower Höhen 1945 und die Geschichte des 98-jährigen Zeitzeugen Wolf Dietrich Kroll sind.

    Ergreifende Szenen

    Kroll nahm als 17-jähriger Wehrmachtssoldat (Fallschirmjäger-Division, Regiment 27) vom 13. bis 15. April 1945 an der Schlacht teil und überlebte als Einziger seiner Einheit den Zusammenbruch der Ostfront am Oderbruch, nur etwa 70 Kilometer von Berlin entfernt. Für die Vernichtung eines sowjetischen Panzers wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

    Seine Lebensgeschichte und seine Schilderungen der Schrecken des Krieges sind eingebettet in eine fiktive Rahmenhandlung in der Jetztzeit – «Warum ich – Wolf D. Kroll» verbindet dokumentarische Elemente mit einer historisch akkuraten Nachstellung von Schlachtenszenen und aktuellen Spielfilmszenen.

    Die 37-jährige Journalistin und Mutter Emma – gespielt von Sandra Fronterré, die unter anderem aus den RTL-Serien «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» und «Alarm für Cobra 11» sowie dem Spielfilm «Fucking Berlin» bekannt ist – erhält von ihrem Chefredakteur (Freddy Ritschel) den Auftrag einen Dokumentarfilm über Wolf Dietrich Kroll zu drehen.

    Nach dem „Piks“: Nieswandt dreht Anti-Kriegs-Film

    Bei ihren Recherchen wird sie nicht nur mit den Schrecken der Vergangenheit konfrontiert, sondern erkennt auch beunruhigende Parallelen zur Gegenwart. Stichwort: Deutschland solle wieder kriegstüchtig werden. Der Sohn von Emma – wie Kroll in der Schlacht um die Seelower Höhen 17 Jahre alt – möchte zur Bundeswehr gehen.

    Doch die Mutter ist in Sorge, dass ihr Sprössling ebenfalls in den Krieg ziehen und möglicherweise sein junges Leben lassen muss. «Im Zentrum der Produktion steht nicht nur die filmische Erzählung, sondern auch ein aktiver Aufruf an die Gesellschaft: Menschen aus aller Welt sind eingeladen, ihre persönliche Friedensbotschaft einzusenden», heißt es dazu in der Filmbeschreibung von Taurus Pictures.

    «Warum ich – Wolf D. Kroll»: Hauptdarstellerin Sandra Fronterré mit dem echten Wolf Dietrich Kroll. Foto: Taurus Pictures

    Besonders ergreifend sind die Zeitzeugenberichte von Wolf Dietrich Kroll sowie einer Vertriebenen, die als kleines Mädchen nur knapp dem Hungertod entronnen ist. Regisseur und Filmemacher Mario Nieswandt, dessen Erfolgsdoku «Nur ein Piks – Im Schatten der Impfung» Hunderttausende in die deutschen Kinos lockte (auf DVD hier erhältlich) hat sich mit Kroll viele Stunden unterhalten und seine erschütternden Schilderungen mit der Kamera aufgenommen, weil er die Schilderungen des Veteranen für die Nachwelt festhalten wollte – auch als Mahnung vor den Schrecken des Krieges.

    Kroll nach dem Krieg

    Nach der Premiere im «Babylon» bestand für das Publikum die Möglichkeit, bei einem etwa einstündigen Filmgespräch mit Hautdarstellerin Sandra Fronterré, Co-Produzentin Melanie Madaus, Regisseur Nieswandt und Kroll selbst Fragen an den Zeitzeugen zu richten. Dabei kam auch die Frage auf, wie es Kroll nach dem Krieg ergangen sei.

    Filmgespräch nach der Premiere von «Warum ich – Wolf D. Kroll» im «Babylon» Berlin. Ganz rechts Regisseur Mario Nieswandt. Auf dem Sofa: Hauptdarstellerin Sandra Fronterré, Zeitzeuge Wolf Dietrich Kroll, Co-Produzentin Melanie Madaus. Foto: Daniell Pföhringer/COMPACT

    Er berichtete, dass ihm in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) verwehrt worden sei, seinen Schulabschluss nachzuholen, da man ihm als ehemaligem Hitlerjungen und Schüler auf einer Napola (Eliteschulen im Dritten Reich) seitens der Kommunisten mit Argwohn begegnet sei, zumal sein Vater Mitglied der NSDAP und Angehöriger der SS gewesen sei.

    Also habe er zunächst eine Lehre in einer Molkerei absolviert, sich dann aber entschlossen, nach Westdeutschland zu gehen. «Ich bin aber in West-Berlin hängen geblieben», so Kroll. 38 Jahre lang sei er dann in der heutigen deutschen Hauptstadt im Polizeidienst aktiv gewesen.

    Ohne jegliche Filmförderung entstanden

    Seine Zeitzeugenberichte wolle er auch als Mahnung vor dem Krieg verstanden wissen, so der Wehrmachtsveteran. Der jungen Generation wolle er mit auf den Weg geben, dass die Entscheidung, in den Militärdienst einzutreten, potenziell mit der Gefahr verbunden sei, im Kriegseinsatz sein Leben zu riskieren. Dies gelte es abzuwägen – und jeder müsse selbst und ohne Beeinflussung von außen entscheiden, ob er dazu bereit sei.


    Nieswandt wies abschließend noch einmal darauf hin, dass «Warum ich – Wolf D. Kroll» rein aus privaten Mitteln finanziert worden sei – ohne jegliche Filmförderung. «Ich wolle einen Film machen, der sich wirtschaftlich selbst trägt und die Leute interessiert», so der Regisseur. «Filme sind dazu da, die Menschen zu begeistern und vor allem auch die Gesellschaft im positiven Sinne zu verändern». «Warum ich – Wolf D. Kroll» leistet dazu zweifelsohne einen wertvollen Beitrag. Der Film kommt am 18. Juni deutschlandweit in die Kinos.

    Mario Nieswandt hat sich mit seiner Doku «Nur ein Piks – Im Schatten der Impfung» einen Namen als Aufklärer gemacht. Mit «Warum ich – Wolf D. Kroll» will er nun vor den Schrecken des Krieges warnen. Diesen Ansatz verfolgt auch COMPACT mit dem Dreier-Paket «Weltkriege». Drei Klassiker zum unschlagbaren Rabattpreis! Hier bestellen.

     

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