Vom 9. November 1989 zum 3. Oktober 1990: Nachdem die Mauer gefallen war, begannen zügig Verhandlungen mit den Siegermächten über die Ausgestaltung der deutschen Einheit. Gorbatschow war kooperativ – aber an einem Punkt musste er ein für Moskau gefährliches Leck abdichten, das Stalin verursacht hatte. Mehr dazu lesen Sie in 1989: Mauerfall Berlin – Auftakt zum Zerfall der Sowjetunion von Michael Wolski. Spannend wie ein Krimi! Hier bestellen.

    _ von Michael Wolski

    Für die Sowjetunion gab es bei einer Wiedervereinigung Deutschlands ein Problem. Sie hatte 1939 mit dem Deutschen Reich zwei Verträge geschlossen, die bei Wiederherstellung des Völkerrechtssubjekts Deutschland wieder Rechtsgültigkeit erlangen würden: den Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 (Hitler-Stalin-Pakt) und den Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag vom 28. September 1939.

    Eine Spezialeinheit der Roten Armee erbeutete 1945 die Dokumente in Berlin.

    Nachdem die Deutschen am 1. September 1939 Polen angriffen, besetzten und die mit den Sowjets vereinbarte Demarkationslinie erreicht hatten, reklamierte die Sowjetunion jene Gebiete Polens und Litauens für sich, die sie nach der Niederlage im Krieg gegen Polen 1919–21 hatte abtreten müssen. Damals waren auch litauische Gebiete an Polen gefallen, Stichwort Curzon-Linie.

    Sprengsatz Königsberg

    Beide Verträge hatten geheime Zusatzprotokolle, die – so glaubten die Sowjets – nur ihnen bekannt waren. Denn 1945 hatte eine Spezialeinheit der Roten Armee alle wichtigen Dokumente in Berlin erbeutet, darunter auch die deutschen Originale des Nichtangriffspaktes und des Freundschafts- und Beistandsvertrages nebst den Geheimprotokollen.

    In der Nacht des 9. November 1989 kletterten hunderte Menschen auf die Mauer am symbolträchtigen Brandenburger Tor. Offiziell eröffnet wurde Übergang jedoch erst am 22. Dezember. Foto: picture alliance / imageBROKER

    Was man in Moskau nicht wusste: Ein amerikanischer Agent hatte schon 1939 im Auswärtigen Amt in Berlin die Verträge und Geheimprotokolle mit seiner Leica fotografiert, seither lagerten die Filme im Archiv des State Department. International bekannt waren jedoch lediglich die Verträge, aber nicht die Zusatzprotokolle.

    Besonders brisant: Unter den Geheimprotokollen war auch die «Beschreibung des Verlaufs der Staatsgrenze der UdSSR und der Staats- und Interessengrenze Deutschlands». Wollte also die Sowjetunion das von ihr im April 1946 annektierte und in ihr Staatsgebiet einbezogene Königsberg (Kaliningrad) in Ostpreußen – im Gegensatz zu den Beschlüssen der Alliierten im Potsdamer Abkommen – dauerhaft behalten, musste sie 1990:

    • 1. mit den Westalliierten, die 1946 gegen die Einbeziehung Königsbergs in das sowjetische Staatsgebiet durch Stalin protestiert hatten, eine einvernehmliche Lösung finden,
    • 2. beide Verträge und das Protokoll zur «Beschreibung des Verlaufs der Staatsgrenze der UdSSR und der Staats- und Interessengrenze Deutschlands» für ungültig erklären, um mögliche spätere territoriale Forderungen des wiedervereinigten Deutschlands zu Königsberg auszuschließen,
    • 3. den Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland vermeiden, denn dieser würde nach dem Potsdamer Abkommen eine Entscheidung erforderlich machen, was mit dem zeitweilig und treuhänderisch verwalteten Königsberg geschehen solle.
    In der ursprünglichen Fassung des Abkommens war Litauen als deutsches Einflussgebiet vorgesehen. Grafik: COMPACT

    Das Problem Moskaus unter dem seit 1985 im Amt befindlichen Generalsekretär Michail Gorbatschow war, dass bis Ende 1988 die Existenz von geheimen Zusatzprotokollen oder kartografierten Grenzziehungen zu den (bekannten) Verträgen von allen bisherigen Regierungen der Sowjetunion geleugnet worden war.

    Man hatte in Moskau angeblich über 40 Jahre in den Archiven gesucht, nichts gefunden und die Westmächte immer böswilliger Unterstellungen bezichtigt, wenn sie auf dieses Thema zu sprechen kamen. Die von den Amerikanern erwähnten Kopien der Geheimprotokolle seien eine Fälschung, um die Friedenspolitik der UdSSR zu verleumden.

    Gorbatschow bestätigte gegenüber Kanzler Helmut Kohl die Existenz der sowjetisch-deutschen Geheimprotokolle von 1939 erst im Juni 1989 anlässlich seines Besuchs in Bonn. Aber auch er leugnete noch den Besitz der sowjetischen Originale der geheimen Protokolle. Allerdings musste er sie nach seinem Sturz Ende 1991 an den neuen starken Mann Boris Jelzin aushändigen, der sie dann 1992 veröffentlichte.

    Das Tabu von Nürnberg

    Um zu verstehen, wie brisant für die Sowjetunion dieses Thema seit Kriegsende und besonders 1990 war, werfen wir einen Blick zurück ins Jahr 1946.

    Nürnberger Prozess, 25. März 1946: Der Verteidiger von Rudolf Heß wollte die Eidesstattliche Versicherung des Leiters der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes zur Existenz der Geheimprotokolle des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 vorlegen und diese Protokolle auch bekanntmachen – zur Entlastung seines Mandanten. Der sowjetische Ankläger Roman Andrejewitsch Rudenko veranlasste, dass beide Anträge vom Gericht zurückgewiesen wurden.

    Nürnberger Tribunal: Acht der 24 Hauptangeklagten in Nürnberg: Göring, Heß, von Ribbentrop, Keitel (vordere Reihe von links), Dönitz, Raeder, von Schirach und Sauckel (dahinter). Foto: United States Government, CC0, Wikimedia Commons

    Lew Besymenski, ein bekannter sowjetischer Historiker, beschrieb in einem Bericht die Gründe, warum diese Rückweisung 1946 geschehen konnte. Im Artikel «Niemand kann uns überführen» (Der Spiegel, 14.1.1991) wird er über den Ablauf des Machtkampfes zitiert, der bis 1989 in der KPdSU um die Anerkennung der Existenz der Geheimprotokolle tobte:

    «Gemäß der Archivdokumentation stellte sich den Anklägern schon bei der Prozessvorbereitung die heikle Frage: Was geschieht, wenn die Angeklagten die für alle vier Alliierten unerwünschten Fragen ins Spiel bringen?»

    Auf Initiative der USA und Englands, von der Sowjetunion und Frankreich später unterstützt, wurde am 9. November 1945 beschlossen, dass «politische Ausfälle» der Nürnberger Angeklagten gegen die Siegermächte nicht zugelassen werden dürften. Stalin bestimmte daraufhin neun Komplexe, zu denen keine Fragen seitens der Verteidiger in Nürnberg genehmigt werden sollten:

    • 1. «Das Verhältnis der UdSSR zum Versailler Vertrag.
    • 2. Der sowjetisch-deutsche Nichtangriffspakt von 1939 und alle Fragen, die irgendeine Beziehung dazu haben.
    • 3. Molotows Besuch in Berlin, Ribbentrops Besuche in Moskau.
    • 4. Fragen, die mit dem gesellschaftspolitischen System der UdSSR zusammenhängen.
    • 5. Die baltischen Sowjetrepubliken.
    • 6. Die sowjetisch-deutsche Vereinbarung über den Austausch der deutschen Bevölkerung Lettlands, Litauens und Estlands mit Deutschland.
    • 7. Die Außenpolitik der Sowjetunion und, en détail, die Themen der Meerengen und angeblicher territorialer Ansprüche der UdSSR.
    • 8. Die Balkanfrage.
    • 9. Sowjetisch-polnische Beziehungen (die Probleme Westukraine und Westbelorussland).»

    Die Amerikaner, im Besitz von Kopien der geheimen Protokolle, begriffen offensichtlich aber erst zu diesem Zeitpunkt, im Winter 1945, welche Sprengkraft darin steckte – weil Moskau Fragen dazu verboten hatte. Aber da waren die Verträge in Jalta und Potsdam schon unterschrieben worden…

    Stalin hatte die Westmächte über den Tisch gezogen. Im Kalten Krieg dann die Retourkutsche: Washington und London erinnerten die Sowjetunion bei passenden Gelegenheiten immer mal wieder daran, dass es die Geheimprotokolle gab und man sie genau kannte.

    Die Feindstaatenklauseln sind bis heute Bestandteil der UN-Charta.

    1990 kamen die Probleme und Widersprüche, die zwischen den Siegermächten 1945 notdürftig kaschiert worden waren, wieder auf die Tagesordnung. Die in der «Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin» im Amtsblatt des Kontrollrats genannten Beschlüsse der Potsdamer Konferenz waren völkerrechtlich kein bindender Vertrag.

    Das von der UdSSR eroberte deutsche Gebiet (Königsberg) stand nur unter ihrer zeitweiligen und treuhänderischen Verwaltung, und zwar vorbehaltlich bis zu dem Zeitpunkt, wenn es im Zuge eines Friedensvertrages zu einer endgültigen Bestimmung der territorialen Fragen kommen würde.

    Das erste Treffen der Zwei-plus-vier-Verhandlungen am 5. Mai 1990 in Bonn. Das Abkommen wurde schließlich im selben Jahr am 12. September in Moskau unterzeichnet. Foto: picture-alliance / dpa

    In der «Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin» heißt es wörtlich:

    VI. Stadt Königsberg und das anliegende Gebiet: Die Konferenz prüfte einen Vorschlag der Sowjetregierung, dass vorbehaltlich der endgültigen Bestimmung der territorialen Fragen bei der Friedensregelung derjenige Abschnitt der Westgrenze der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, der an die Ostsee grenzt, von einem Punkt an der östlichen Küste der Danziger Bucht in östlicher Richtung nördlich von Braunsberg-Goldap und von da zu dem Schnittpunkt der Grenzen Litauens, der Polnischen Republik und Ostpreußens verlaufen soll. Die Konferenz hat grundsätzlich dem Vorschlag der Sowjetregierung hinsichtlich der endgültigen Übergabe der Stadt Königsberg und des anliegenden Gebietes an die Sowjetunion gemäß der obigen Beschreibung zugestimmt, wobei der genaue Grenzverlauf einer sachverständigen Prüfung vorbehalten bleibt. Der Präsident der USA und der britische Premierminister haben erklärt, dass sie den Vorschlag der Konferenz bei der bevorstehenden Friedensregelung unterstützen werden.

    Die Geheimnisse von Jalta

    Die Beschlüsse von Potsdam waren also nur ein Deal der Alliierten, Deutsche waren ohnedies nicht daran beteiligt. Die zeitweise Verwaltung von Königsberg war eine Entscheidung der Alliierten untereinander. Dem entgegen standen die beiden Abkommen zwischen Deutschland und der Sowjetunion aus dem Jahr 1939, die immer noch geltendes Recht waren.

    «Die Forderung nach einem Friedensvertrag konnte also definitiv nicht mehr erhoben werden…» Hans-Dietrich Genscher

    Außerdem war die Auslegung der im Schloss Cecilienhof gefassten Beschlüsse selbst unter den Siegermächten umstritten: So widersprachen die Amerikaner und Briten der am 7. April 1946 erfolgten Eingliederung Königsbergs in das sowjetische Hoheitsgebiet kurze Zeit später, da die Annexion im Widerspruch zum Potsdamer Abkommen stünde.

    Auch die vorhergehenden Vereinbarungen der Alliierten im Krim-Städtchen Jalta vom Februar 1945 geben zum Knackpunkt Ostpreußen nichts her, was insofern relevant ist, da es in der Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin in Teil III Deutschland hieß: «Das Ziel dieser Übereinkunft bildet die Durchführung der Krim-Deklaration über Deutschland.»

    Dort finden sich Regelungen zu Polen und den sowjetischen Territorien im Fernen Osten (etwa Kurilen, Sachalin), aber keine Aussagen zu Königsberg. Auch die Fragen zu China sind nicht im offiziellen Protokolltext von Jalta enthalten, während die beabsichtigte Teilung Koreas am 17. Breitengrad öffentlich verkündet wurde. Offensichtlich wurden auf der Krim mehrere geheime Zusatzprotokolle beschlossen, die bis heute nicht veröffentlicht worden sind.

    In Jalta wurden auch der Entwurf der UN-Charta und der Beginn der Verhandlungen zur Gründung der Vereinten Nationen auf den 25. April 1945 festgelegt.

    Die Feindstaatenklauseln – die sich gegen Deutschland, Japan und andere Achsenmächte richteten – sind bis heute Bestandteil der UN-Charta und ermöglichen es UN-Mitgliedstaaten, ohne Beschluss des Sicherheitsrats in diesen Ländern zu intervenieren, falls von diesen eine – nicht näher definierte – Kriegsgefahr ausgehe.

    Berlin, Treptower Park: 1994 begingen die sowjetischen Truppen zum letzten Mal den Jahrestag des Kriegsendes in Deutschland. Foto: picture-alliance/ ZB

    Wie brisant die geheimen Dokumente von Jalta auch noch 35 Jahre später für die Sowjetunion waren, zeigt eine Drohung des damaligen US-Sicherheitsberaters Zbigniew Brzezinski im Jahre 1980. Als die Krise in Polen Erinnerungen an den sowjetischen Einmarsch in der Tschechoslowakei 1968 weckte, erklärte er, im Falle einer sowjetischen Intervention sollten die USA «an die öffentliche Aufkündigung der Abkommen von Jalta denken».

    Zwei plus vier gleich fünf

    In den geheimen Krim-Protokollen waren vermutlich die Bedingungen zur Dauer der Verwaltung des von der Sowjetunion eroberten deutschen Gebiets definiert oder bereits ein Junktim im Falle der endgültigen Übergabe in Aussicht gestellt. Aber im veröffentlichten Teil der damaligen Vereinbarungen finden sich keine Aussagen zur Treuhänderschaft über Territorien.

    Auch auf der Potsdamer Konferenz wurden nur allgemeine Regelungen (siehe oben) beschlossen und im Passus XI. festgehalten: «Die Konferenz prüfte einen Vorschlag der Sowjetregierung hinsichtlich einer Treuhänderschaft über Territorien, wie sie in dem Beschluss der Krim-Konferenz und in der Charta der Vereinten Nationen definiert sind.» Auch 1990, bei den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen zur deutschen Einheit, waren die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz, mit Ausnahme der Grenzziehung Deutschland–Polen, kein öffentliches Thema – man hatte sich offenbar schon vorher hinter den Kulissen geeinigt.

    Bei der Wiedervereinigung blieben fast alle Festlegungen der Potsdamer Konferenz unberücksichtigt.

    Der damalige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher schrieb dazu in seinen Erinnerungen: «Die mir nicht unwillkommene Debatte nutzte ich dazu, das stillschweigende Einverständnis der Vier , es werde keinen Friedensvertrag und keine friedensvertragsähnliche Regelung mehr geben, offenkundig zu machen.

    Die Bundesregierung schließt sich der Erklärung der vier Mächte an und stellt dazu fest, dass die in der Erklärung der vier Mächte erwähnten Ereignisse und Umstände nicht eintreten werden, nämlich dass ein Friedensvertrag oder eine friedensvertragsähnliche Regelung nicht beabsichtigt sind.»

    Für das Protokoll erklärte der französische Außenminister, der den Vorsitz führte: «Ich stelle Konsens fest.» Genscher kommentiert:

    «Damit war einvernehmlich niedergelegt, dass weder das Potsdamer Abkommen noch die Pariser Verträge der alten Bundesrepublik mit den drei Westmächten in Zukunft als Grundlage für die Forderung nach einem Friedensvertrag dienen konnten. Die Forderung nach einem Friedensvertrag konnte also definitiv nicht mehr erhoben werden – damit war uns auch die Sorge vor unübersehbaren Reparationsforderungen von den Schultern genommen.»

    Die einzige bei den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen übernommene Festlegung der Potsdamer Konferenz war die Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze, wie sie schon 1945 fixiert worden war, also der Oder-Neiße-Linie. Der am 12. September 1990 abgeschlossene und 1991 ratifizierte «Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland» bezog sich dann auch folgerichtig in der Präambel nur allgemein auf die Rechte der vier Mächte, ohne explizit die alliierten Beschlüsse von Jalta oder Potsdam und die darin benannten, bis zur Friedensregelung noch offenen territorialen Fragen zu erwähnen.

    Moskau bereinigte parallel die aus dem Jahr 1939 resultierenden völkerrechtlichen Unwägbarkeiten: Um auszuschließen, dass das wiedervereinigte Deutschland als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches später einmal territoriale Ansprüche auf Königsberg erhebt, mussten der Nichtangriffspakt und der Grenz- und Freundschaftsvertrag mit ihren geheimen Protokollen, etwa die «Beschreibung des Verlaufs der Staatsgrenze der UdSSR und der Staats- und Interessengrenze Deutschlands», für nichtig von Anfang an erklärt werden. Diese Aufgabe erfüllte der Volksdeputiertenkongress – seit 1988 höchstes gesetzgebendes Organ der UdSSR –, der am 24. Dezember 1989, keine sieben Wochen nach dem Berliner Mauerfall, zusammentrat.

    Eine vertane Chance

    Damit war das Königsberg-Problem vom Tisch, jedenfalls für die beteiligten Staaten und Regierungen. Doch zumindest bestimmte Kreise in Moskau müssen das anders gesehen haben. Bezeichnend ist das vom Spiegel  im Mai 2010 kolportierte Angebot eines sowjetischen Generals an den Leiter der politischen Abteilung der deutschen Botschaft in Moskau vom Juli 1990, auch das Gebiet um Königsberg und Umgebung mit in die noch laufenden Verhandlungen zur deutschen Einheit einzubeziehen.

    Dieses Angebot muss im Zusammenhang mit der – wenige Wochen vorher – erklärten Unabhängigkeit der baltischen Staaten gestanden haben, wodurch die Sowjetunion keinen Landzugang mehr zu Kaliningrad hatte, die Stadt also eine Exklave der russischen Sowjetrepublik und damit für Moskau ein ständiges Zuschussobjekt werden würde. Die Antwort des Bonner Beamten: «Bei der Vereinigung gehe es um die Bundesrepublik Deutschland, die DDR und das ganze Berlin.»

    Wenn die Sowjetunion «Probleme mit der Entwicklung des nördlichen Ostpreußens habe, so sei das ihre Sache». Im Klartext: Die Bundesregierung zeigte Moskau die kalte Schulter.

    Spannend wie ein Krimi: Nachdem die Mauer gefallen war, begannen zügig Verhandlungen mit den Siegermächten über die Ausgestaltung der deutschen Einheit. Vieles, was damals eine große Rolle spielte, wird heute verschwiegen. In seinem nun in 2., erweiterter Auflage erschienenen Buch 1989: Mauerfall Berlin – Auftakt zum Zerfall der Sowjetunion deckt Michael Wolski, ehemaliger Mitarbeiter von Alexander Schalck-Golodkowski, diese Hintergründe auf. Hier bestellen.

    28 Kommentare

    1. Die Feindstaatenklausel ist mit dem Atomwaffensperrvertrag obsolet geworden. Der Friedenvertrag ist der 2+4-Vertrag, der garantiert Deutschland die "volle Souveränität".

      Artikels 23 GG "Geltungsbereich des Grundgesetzes (alt) Dieses Grundgesetz gilt "zunächst" im Gebiete der Länder Baden, .. und Würtemberg-Hohenzollern. In anderen Teilen Deutschlands ist es "nach deren Beitritt! in Kraft zu setzen."

      Es gab überhaupt keinen zwingenden Grund für eine andere Verfassung.

      Ohne die "volle Souveränität" hätte das Kohl-Gesocks nicht Maastricht ratifizieren können.

      Ich weiß nicht, wie ihr das macht, aber ihr guckt dauernd in die falsche Richtung. Die alternativen Websiten sind das Problem, die schaffen das, daß wir seit 30 Jahren zwischen Baum und Borke hängen.

      Und wer jetzt nach einer Verfassung ruft, kann nicht ganz dicht sein. Den Inhalt würde die Presse festlegen und die Ausländer nehmen die an. Da darf man ganz sicher sein.

      • Mathias Szymanski an

        Die Urteile der Bundesgerichte sind für alle Gerichte bindent. Das BVerwGE (Bundesverwaltungsgericht) urteilte: "Gesetze sind bei Verstoß gegen das Gebot der Rechtssicherheit ungültig und nichtig. Jedermann muss, um sein eigenes Verhalten darauf einrichten zu können, in der Lage sein den räumlichen Geltungsbereich eines Gesetzes ohne weiteres feststellen können. Ein Gesetz, das hierüber Zweifel aufkommen lässt, ist unbestimmt und deshalb wegen Verstoß gegen das Gebot der Rechtssicherheit ungültig."
        Das Bundesverfassungsgericht bestätigte diese Rechtsauffassung: "Gesetze ohne Geltungsbereich besitzen keine Gültigkeit und Rechtskraft."
        Nach den Artikeln des zwei-plus-vier-Vertrags, die schriftlich in Gesetzesbüchern festgehalten wurde, steht unter Art. 7 [Aussetzung von der Vier-Mächte-Rechte] Was in eckigen Klammern steht hat keine Rechtsrelevanz und stellt nur eine Kurzbeschreibung mit dem wesentlichen Hintergrund dar. Eine "Aussetzung" ist eine "vorläufige Aufhebung". Das deutet wieder darauf hin, daß hier geheimgehaltene Zusatzverträge zum tragen kommen.
        Ich will das ganz wissen, sonst exitiert die Souveränität und der Friedensvertrag nicht. Für alle Dummköpfe, die sich nicht informieren wollen und können ist immer alles in Ordnung.

      • Volle Souveränität…….dann kündige doch mal die Abschussbasen in Ramstein für die ganzen von deutschen Boden sollte doch nie mehr ein Krieg ausgehen, schwor man 1945…nicht ganz dicht sind die, die glauben unser Grundgesetz was in einer Rothschild Villa entstand, ist des deutschen Volkes eigene Freiheit und Selbstbestimmung.

      • Unsere BRD Bonzen haben weder ein Aktgefühl noch Verstand. Nach so einem schlimmen Krieg zwischen Russen und Deutschen was schon 2/3 der Toten ausmachte, sollte man eigentlich einen anderen Kurs einschlagen…….Die Russen wüteten sicherlich bestialisch, aber diese verziehen auch die 27 Millionen Toten und fordern keine ewige Sühne, wie ihre ehemaligen Westverbündeten. Die Russen warnten sogar richtige Täter nach dem Adenauer Deal, diese sollten sich lieber in die DDR entlassen, denn in der BRD geht ihre ewige Kerkerhaft weiter….Wilhelm Schubert/ Gustav Sorge uva….wie jüngst jetzt auch durchsickerte, plant die Eu Schuldenunion nach den Afghanistan Desaster einen militärischen Schlag gegen Russland, wegen der Krim…..einfach nur noch größenwahnsinnig und das absurde an dieser Koalition der Kriegswilligen ist, diese Eu Demokraten unterstützen ukrainische Faschisten.

    2. Welchen wert haben Verträge – gar keinen.

      Sie sind ein Stück Papier.

      Zunächst muss der letzte verbliebene Altsitzer Besatzer raus.

      Verräterparteien wollen das sicherlich nicht.

    3. Mathias Szymanski an

      Die Deutschen waren es nicht, die Polen angegriffen hatten. Nach 1918 wurden von den Polen Teile Ostpreußens annektiert und die Deutschen, die jetzt in den polnischen Gebieten in ihren eigenen Häusern lebten hat man vertrieben, schikaniert, mißhandelt oder ermordet. Meine Großeltern aus Posen stammend haben ihren ganzen Besitz verloren und sind ausgewandert (geflüchtet). Die "Willkommenskultur" hatte damals einen völlig anderen Charakter gegenüber den Deutschen, als heute die Willkommenskultur der Deutschen gegenüber den Schwarzafrikenern und Arabern.

      • Der Bromberger Blutsonntag wird im BRD Regime bewusst verschwiegen…..ebenso die faschistische antisemitische Regierung des damaligen Polens usw.

      • Der Fernaufklärer an

        Richtig! Und da es bis 1918 kein Polen gab, das Reich (inkl.Österreich) und Russland sich nur die via Versailles geraubten Gebiete wiederholten, kann man auch nicht von einem Angriffskrieg reden. Das war lediglich in die Tat umgesetzter Revisionismus!

    4. Mathias Szymanski an

      Zu den bei den Nürnberger Prozessen (1946) angewandten Foltermethoden: „Eine Heereskommission unter Führung von Mr. Justice Gordon Simpson vom Texas Supreme Court untersuchte die Beschwerden, die besagten, dass Methoden dritten Grades angewendet worden wären. Sie kam zu den Schluß, dass höchst fragwürdige und unverzeihliche Methoden angewandt worden wären, um die Beweise und Geständnisse zu erlangen, auf denen viele der in dem Prozeß ausgesprochenen Todesurteile beruhten. Judge Edward L. van Roden, der ebenfalls der Kommission angehörte, gab eine genauere Beschreibung. Unter diesen höchst fraglichen Methoden nannte er: Prügel und brutale Schläge, ausgeschlagene Zähne und gebrochene Kiefer: Scheinprozesse, in denen Geistliche durch investigators dargestellt wurden. Einzelhaft bei gekürzten Rationen. ……

      • Mathias Szymanski an

        ………Die Erklärungen, die als Beweis vorgelegt wurden, wurden von Männern erpresst, die man vorher 3, 4 oder 5 Monate in Einzel-und Dunkelhaft hatte. .. Die Befrager stülpten über die Köpfe der Angeklagten schwarze Säckeund schlugen mit Gummiknüppeln auf sie ein. .. Allen, außer 2 von 139 Deutschen, deren Fälle untersucht wurden, waren die Hodensäcke so zerschlagen worden, dass sie nicht mehr zu heilen waren. Das war die ständige Behandlungsart unserer amerikanischen Untersucher. Starke Männer wurden zu zerbrochenen Wracks gemacht. Bereit, jedes Geständnis zu murmeln, das von ihren Anklägern gefordert wurde.“ (F. J. P. Veale, „Der Barbarei entgegen“ 1954)

      • Schon im Londoner Käfig wurden Deutsche gefoltert……und die Nürnberger Prozesse waren nur Racheakte der Sieger…..angeblich hatte man aus versehen die Falltür der Hinrichtungsstätte zu klein berechnet und auch den Strick zu kurz…..die Folge war das die Verurteilten erst sich ihren Kopf blutig schlugen und 30 Minuten am Galgen strangulierten und der Henker sich erst mit seinen ganzen Gewicht an die Opfer hängen musste, das diese endlich von ihren Qualen erlöst wurden. Spätestens nach der ersten Hinrichtung, hätte man Einlenken müssen, aber man wollte buchstäblich Rache nehmen und der Öffentlichkeit Tote mit blutverschmierten Gesichter präsentieren…..

        • Mathias Szymanski an

          Traurig! Für unsere "Befreier" gehört die Folter zu deren Lieblingsbeschäftigungen. Auch im Guantanamo-Gefangenenlager wurde gefoltert.

      • Jochen Peiper hat alleine 15 Scheinhinrichtungen über sich ergehen lassen müssen

    5. Mathias Szymanski an

      In einem Brief an Harry S. Truman sagte der Hauptankäger in den Nürnberger Prozessen (1946) Robert H. Jackson: „Wir dürfen es nicht erlauben, in eine Verhandlung über die Ursachen des Krieges hineingezogen zu werden.“ (Hans Bernhardt, Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte, S. 330)
      Ferner sagte Jackson: „Die Alliierten befinden sich technisch immer noch in einem Kriegszustand mit Deutschland, obwohl die militärischen und politischen Einrichtungen zusammengebrochen sind. Als ein MILITÄRGERICHTSHOF stellt dieser Gerichtshof eine FORTSETZUNG der KRIEGSANSTRENGUNGEN der alliierten Nationen dar.“

      • Mathias Szymanski an

        Die Kriegsanstrengungen werden bis heute weiter fortgesetzt mit Hilfe von Ausländern, die man nach Deutschland schleust und denen man mehr Rechte zugesteht als den Deutschen in ihrem eigenen Land. Kein Richter hat eine meiner Fragen vor Gericht beantwortet und gesagt unter welcher Jurisdiktion verhandelt wird. Es ist egal ob es sich dabei um das Landessozialgericht, Amts – oder Landgericht oder das Oberverwaltungsgericht handelt.
        In Deutschland gibt es eine Rassenjustiz und es wird Rassenpolitik betrieben. Nur die Deutschen, die sich in den Behörden an dem Verbrechen beteiligen, bekommen von Amts wegen die Deutsche Staatsangehörigkeit §30 (1). Alle anderen besitzen sie nicht und haben dementsprechend keine bürgerlichen Rechte.

    6. Mathias Szymanski an

      Geheime Absprachen und Zusatzprotokolle, damit der einfache Bürger wie der Ochs vorm Berg steht. Nur Verbrecher sprechen etwas im Geheimen ab.

    7. Bitte auch das Buch der Krieg der viele Väter hatte hierzu beachten

      kopp-verlag.de/a/1939-der-krieg-der-viele-vaeter-hatte

      • Der Weltkrieg wurde von Japan mit dem Überfall 1937 auf Japan begonnen und endete mit dem Atombombenabwurf auf Nagasaki. England und Frankreich erklärten Deutschland 39 den Krieg, nicht aber Russland was auch in Polen Finnland und Baltikum mit ein marschierte. Heute schiebt man den Deutschen die ganze Schuld und die ganzen Opfer in die Schuhe….

        • Berichtigung an

          Japan 37 auf China Manschurei ……die Kolonialmächte England und Frankreich hatten schon mehr Blut an sich, als Deutschland es in diesen Weltkrieg erleben würde…

    8. Die sogenannte friedliche Revolution, war in Wirklichkeit eine von den Siegermächten gemachte Revolution, mit dem Begrüßungsgeld. Die Russen bekamen Millionen Dollars und die Amis dafür die Ostzone.

    9. Mag ja alles richtig sein, aber mehr als ein paar Historiker wird es kaum interessieren.

      Wir haben seit 1990 keine Chance mehr, Deutschland der Deutschen ist schon jetzt Geschichte.

      Nur ein paar Ossis meinen noch, es würde alles wieder gut. Aber an der Realität werden sie gemessen……..

      Wie das so ist auf dem Dorf.

    10. armin_ulrich an

      Die meisten Kaliningrads in Rußland wurden umbenannt. Wer war auch Kalinin….
      Ich halte es für sinnvoll – da man das Kaliningrad bei Moskau nach dem Raketenpraktiker Koroljow umbenannt hatte – das Kaliningrad in Ostpreußen nach dem Raketen-Theretiker Konstantin Ziolkowski umzubenennen, damit auch die Raketentheorie ihren Platz findet.

      • Ziolkowskigrad? – Ich plädiere für "Braunsdorf".
        Das wäre dann auch nach einem Raketen-Mann benannt. ;)

      • Nahkampfspange Gold an

        Für mich bleibt es immer das ewige Königsberg, die untergegangene Perle des Reiches. Mein Opa war beim Endkampf um Königsberg mit dabei und der Führer stand an seinen Bett in der Wochenschau….

    11. Es ist des Öfteren gesagt worden, Kohl – und damit die BRD – habe an Ostpreußen kein Interesse gezeigt, da. 1. Die Anpassung der Entwicklung des Gebietes genauso teuer wie die der DDR werden würde und damit finanziell uninteressant bis nicht zu stemmen sei. 2. Das Gebiet auch für das wiedervereinigte D. eine Enklave bleibe und damit langfristig finanziell ein Klotz am Bein. 3.Die deutsche Bevölkerung einst vertrieben wurde, die Region neu besiedelt und D. sowieso keine Leute mehr hatte um sie neu zu besiedeln.

      • @livia

        Nur bedingt richtig. Hätte Deutschland seinen Anspruch auf den Norden von Ostpreußen erhoben, oder gar erhalten, dann hätte dies zu einem Präzedenzfall für alle bestzten Gebiete geführt.

        Immerhin wurde "Ostdeutschland" von Polen völkerrechtswidrig annktiert. Allein diese rechtswidrige Annektierung verhindert auch heute noch jegliche Reparationsforderung Polens an Deutschland.

        Aber egal, ist eh Schnee von gestern.

      • heidi heidegger an

        Also JE sagt(e) über ditt Ostgebiete in etwa: "Sie sanns für imma valohrn, aber es ischd besser so, denn so bleibens ethnisch rein."…naaja!

        und Kohl in Cannstatt im Herbst 1990 so (40 Jahre Charta von ditt Vatriebene/BdV anzunehm’):

        mit der vereinigung deutschlands verbindet sich jetzt die
        chance fuer eine endgueltige und dauerhafte aussoehnung mit
        dem polnischen volk.
        (zwischenruf: "nie!")
        – meine damen und herren, wenn jemand hier "nie" ruft,
        heisst das nur, dass er nicht bereit ist, aus den erfahrungen
        der geschichte dieses jahrhunderts zu lernen! ich stelle
        fest, vor den augen der deutschen und der internationalen
        oeffentlichkeit: das, was wir eben hier gehoert haben, sind
        vereinzelte stimmen. das ist nicht die stimme der
        deutschen und nicht jene der deutschen heimatvertriebenen!