Für COMPACT hat Dr. Stephanie Elsässer vor einigen Tagen Alexander von Bismarck interviewt. Der Nachfahre des legendären Eisernen Kanzlers legte eindrucksvoll dar, warum Preußen nach wie vor ein Fixstern der deutschen Geschichte ist. Unbedingt sichern: Unser Geschichtsheft „Preußens Glanz. Tugend, Schwert und Krone“. Lohnt. Hier mehr erfahren.
Lieber Alexander von Preußen. Was ist das Besondere an Preußen für dich und für uns heutige Deutsche?
Zunächst: Ganz herzlich willkommen bei mir zu Hause, liebe Steffi. Ich verfolge sehr, was COMPACT als Sender und Zeitschrift herausbringt. Ihr bringt alle Themen, ich finde das toll, dass ihr auch für eine Meinung kämpft, die nicht immer überall gerne sogleich gesehen wird. Das gilt auch für das Thema Preußen. Du bist hier heute in der Altmark, in der Wiege Preußens. Hier war der Samenkorn von Preußen. Später, auch unter Otto von Bismarck, wurde Preußen dann ja größer, aber die Grundzüge entstanden hier in Brandenburg. Preußen hat viel mit Pünktlichkeit, mit Ehrlichkeit, mit Klarheit und mit Respekt und Toleranz zu Menschen zu tun. Das ist was ganz Wichtiges, was viele vergessen. Die Toleranz war in Preußen ein ganz wichtiges Gut.
Das kommt auch in unserem Heft zum Tragen. Wir hat Dir unsere Geschichtsausgabe gefallen? Dort wird ja auch mit Vorurteilen aufgeräumt, werden schiefe Bilder korrigiert.
Ich habe das Heft mit Wohlwollen gelesen, und es kommt sehr gut zum Ausdruck, dass es eben nicht nur ein militärisches Preußen gab. Länder um uns herum haben sogar sehr viel mehr Kriege geführt, ob das nun Frankreich oder Großbritannien oder auch Österreich oder auch Russland waren. Für Preußen war es wichtig, Schlesien bei sich zu behalten. Letztlich hat sich damit im Grunde genommen mit Preußen auch dann Deutschland entwickeln können.
Stichwort Schlesische Kriege. Reichskanzler Otto von Bismarck hat gesagt: Niemals Krieg gegen Russland! Hatte er aus den schlesischen Kriegen Friedrichs des Großen gelernt?
Er hat gesehen: Wenn Preußen und Russland zusammengehen, kann man Frankreich und auch andere Länder zurückhalten. Ich habe seine ganzen Briefe, die er an seine Frau geschrieben hat, natürlich gelesen. Und diese Briefe haben erzählt, wie nah die Kultur zwischen den Preußen und Deutschen gewesen ist. Und er hat es nachher umgesetzt, als er Reichskanzler war, dass er gesagt hat, wir müssen auf jeden Fall mit Russland Freunde sein. Deshalb hat er diesen Rückversicherungsvertrag mit Russland abgeschlossen.
Dein weltberühmter Vorfahre Otto von Bismarck ist ja auch gleichzeitig Sinnbild des deutschen Kaiserreichs. Inwieweit wird denn dieses große Erbe heute noch innerhalb der Familie gepflegt? Gibt es da auch vielleicht noch private Anekdoten außerhalb der Geschichtsbücher?
Da gibt es natürlich viele. Wichtig ist für uns alle: Wir sind sehr stolz auf Otto von Bismarck. Wir kommen alle zwei Jahre zu einem großen Familientag zusammen. Er hatte immer eine besondere Beziehung zur Familie. Früher, wenn er Geburtstag hatte, ist er Mittelpunkt großer Empfänge gewesen.
Otto von Bismarck war ja nicht nur Reichskanzler, er hatte mehrere hohe Ämter. Er war auch Außenminister. Schmerzt es dich, Alexander, dass es in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen gab um Umbenennungen? Zum Beispiel hat die damalige Außenministerin Annalena Baerbock im Dezember 2022 den Bismarcksaal im Auswärtigen Amt einfach umbenannt und das Porträt ihres weltberühmten Vorfahren abgehängt. Ja. Ja, wie findest du das?
Schmerzen tut es mich nicht, aber es zeigt eigentlich, wie geschichtslos unsere Regierung geworden ist. Das Auswärtige Amt, was ja nach wie vor Auswärtiges Amt heißt, hat nun einmal Bismarck gegründet und man hat dieses Auswärtige Amt von Bonn auch nach Berlin mitgebracht. Meines Wissens heißt der Bismarcksaal zwischenzeitlich wieder Bismarcksaal. Ich hatte auch gehört, dass viele Mitarbeiter im Auswärtigen Amt das Verhalten von Annalena Baerbock als unmöglich empfunden hatten.
Du bist in der BRD großgeworden und nach der Wende gleich hierhergekommen, um dich der Traditionspflege zu widmen. Mitunter heißt es ja, dass die DDR das rote Preußen gewesen sei. Stimmt es aus deiner Sicht, dass die DDR das preußische Erbe besser bewahrt hat als die BRD im Westen?
Ja, das würde ich so sagen. Ich habe bei vielen Sachen gesehen, was die DDR gemacht hat, und sie hat durchaus die preußischen Tugenden aufrechterhalten. Die schönsten Gebäude stammten eigentlich in der DDR von Preußen und vom deutschen Reich. Wir im Westen wurden mehr im Westen amerikanisiert. Ich glaube sogar, dass in der DDR der Geschichtsunterricht anders, aber durchaus sinnvoll gewesen ist. Ich merke auch, dass die Menschen hier viel sensibler und eben auch regierungskritischer sind
Preußen wurde ja 1947 von den Siegermächten aufgelöst. Wünschst du dir ein Bundesland Preußen zurück?
Ich glaube, es ist nicht vorrangig, wie sich ein Bundesland nennt. Schön wäre, wenn preußischen Tugenden, etwa eine viel schlankere Verwaltung, zum Tragen kommen könnte. Daran sollten wir uns orientieren. Oder nach Friedrich dem Großen: Man kann verschiedener Meinung sein, ohne sich zu hassen und ohne sich zu verfolgen.
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