Eine neue YouGov-Umfrage sieht die AfD bundesweit bei einem neuen Rekordwert von 29 Prozent. Zugleich sacken CDU/CSU auf 20 Prozent ab. Das ist der größte je gemessene Vorsprung für die Blauen. Nun stehen wir kurz vor dem Kanzlersturz-Szenario, das wir in unserer Juni-Ausgabe mit dem Titelthema «Und tschüss!» beschrieben haben. Hier mehr erfahren.
Es sind desaströse Werte für Kanzler Friedrich Merz und seine schwarz-rote Koalition, die in einer gestern von dem Institut YouGov veröffentlichten Umfrage vorausgesagt werden. Demnach kämen CDU/CSU nur noch auf 20 Prozent, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Union verliert damit zwei Prozentpunkte im Vergleich zur letzten YouGov-Umfrage Mitte Mai. So tief waren CDU/CSU bei dem Institut zuletzt kurz vor der Bundestagswahl 2021 gesunken, als Unions-Kandidat Armin Laschet gegen Olaf Scholz (SPD) verlor.
Die AfD hingegen legt laut der neuen Umfrage einen Prozentpunkt zu und kommt auf 29 Prozent der höchste jemals gemessene Wert bei YouGov. Ein Rekord ist auch der Vorsprung der Blauen auf die Union, der nun neun Prozentpunkte beträgt. Die übrigen Zahlen: Grüne: 14 Prozent (+1), SPD: 12 Prozent (-1), Linke: 12 Prozent (+1), FDP: 5 Prozent (+1), BSW: 4 Prozent (unverändert), Sonstige: 5 Prozent (unverändert). YouGov befragte 1.793 Personen zwischen dem 12. und 15. Juni.
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Laut den neuen YouGov-Zahlen stehen wir nun kurz vor dem Kanzlersturz-Szenario, das COMPACT in seiner Juni-Ausgabe mit dem Titelthema «Und tschüss!» beschrieben haben. Wenn die AfD in den Umfragen nämlich die 30-Prozent-Marke durchbricht und die Union zugleich auf 20 Prozent fällt, werden alle Dämme brechen.
Denn zum einen ist ab diesem neuralgischen Punkt das politmediale Geschwafel einer verkappten Nazi-Truppe nicht mehr haltbar, und zum anderen setzt dann ein entscheidender psychologischer Effekt bei vielen Wählern ein: Man möchte zu den Gewinnern gehören – und votiert entsprechend. Dadurch wiederum verstärken sich die Auflösungskräfte beim Unterlegenen, also CDU/CSU.
Auch Hermann Binkert, Chef des Umfrageinstituts INSA, sieht diesen Kipppunkt:
«Die Union muss schon jetzt für sich entscheiden, ob sie den Anspruch hat, wieder stärkste Kraft im Lager rechts der Mitte zu werden. Wenn sie diese Stellung abgibt an die AfD, dann kann sie ihre Stellung als liberal-konservative Volkspartei nicht mehr halten, mit langfristigen Folgen.»
In COMPACT 6/2026 heißt es dazu weiter: «Eine dieser Folgen könnte sein, dass sich das Unionslager spaltet: in eine etwa ein Drittel starke Gruppe um linksliberale Anti-AfD-Hardliner wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und seinem NRW-Amtskollegen Hendrik Wüst sowie ein weitaus größeres Lager derjenigen, die – wenn auch nur notgedrungen oder aus opportunistischen Erwägungen – zu einer Zusammenarbeit mit den Blauen bereit wären.»
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Hinzu kommt: Die wichtigsten innenpolitischen Wegmarken der kommenden Wochen sprechen nicht dafür, dass sich Merz und die Union noch mal berappeln könnten. Im Gegenteil: Sie dürften die schwarz-rote Koalition vor eine Zerreißprobe nach der anderen stellen.
Höchst explosiv ist die Diskussion um das Ehegattensplitting, das SPD-Chef und Finanzminister Lars Klingbeil «in seiner heutigen Form» abschaffen will, vor allem aber die Rentenfrage, weil sie die Hauptwählerklientel von CDU und CSU betrifft. Mit den Vorschlägen der Alterssicherungskommission Ende dieses Monats könnte die Lage eskalieren und das vorzeitige Aus von Merz und seiner Versager-Koalition bedeuten.
Sollten Merz & Co. selbst diese Hürden nehmen, dürfte spätestens mit den Landtagswahlen im September das Totenglöcklein für die Bundesregierung läuten. In Sachsen-Anhalt stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob die AfD stärkste Kraft wird, sondern nur noch, wie groß ihr Vorsprung ausfallen wird. «Sollte sie tatsächlich die absolute Mehrheit erlangen und ihren ersten Ministerpräsidenten ins Amt heben, würde die politische Statik der Bundesrepublik endgültig kippen. Denn schon am Tag danach, am 7. September, kommt der Bundestag wieder zusammen, die aufgestauten Konflikte dürften sich mit Verve entladen», heißt es in COMPACT 6/2026.
Und schließlich der 20. September: Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Auch dort sagen die aktuellen Umfragen mit 36 beziehungsweise 18 Prozent Rekordwerte voraus. An der Küste könnte die CDU unter zehn Prozent fallen, in der Hauptstadt droht eine Regierende Bürgermeisterin der Linkspartei. Damit wären Merz und seine unionsgeführte Regierung komplett am Ende.
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