«Über den NSU wurden ungelöste Kriminalfälle entsorgt» – Interview mit «Fatalist»

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Bereits seit Sommer 2014 veröffentlicht ein anonymer Blogger immer wieder Details aus den offiziellen Ermittlungsakten zum Komplex Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Die Dokumente sind authentisch und enthalten zahlreiche Hinweise auf Manipulationen von Beweismitteln. COMPACT sprach mit dem Aufklärer. Es folgen Auszüge aus dem Interview, das Sie in COMPACT 3/2015 vollständig lesen können – hier bestellen

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COMPACT: Angesichts der Menge von belastendem Material, die das NSU-Trio unter anderem in seiner Zwickauer Wohnung gehortet haben soll, könnte man von einer wahren Beweismittelorgie sprechen. Wie erklären Sie sich, dass die drei angeblichen Terroristen derart viel belastendes Material aufgehoben haben?

Fatalist: Meine Arbeitsthese ist, dass der angebliche Selbstmord von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhard am 4. November 2011 in ihrem Wohnmobil in Eisenach ausgenutzt wurde, um ungelöste Kriminalfälle sozusagen zu entsorgen. Nach Studium der Akten ist mein Verdacht, dass es mit dem Tod der beiden eine leere Hülle gab, die von verschiedenen Akteuren befüllt wurde. Die erste Füllung war der Fall des Polizistenmordes in Heilbronn im Jahr 2007. Dann wurden die neun sogenannten Dönermorde draufgesattelt. Noch am 4. und 5. November haben wir sozusagen lose Enden. Ich glaube, man kann erkennen, dass dann ab 6. November eine gewisse Regie eingesetzt hat. Fertig ist die Geschichte am 21. November 2011 im Bundestagsinnenausschuss mit der Selbstmord-Rußlungen-Erzählung.

C: In dieser Sitzung hatten BKA-Chef Jörg Ziercke sowie Generalbundesanwalt Harald Range behauptet, dass Gerichtsmediziner in der Lunge von Mundlos Rußpartikel vom Brand des Wohnmobils gefunden hätten, in Böhnhardts Lunge dagegen nicht. Damit schien die seither im Mainstream verbreitete These belegt, Mundlos habe zunächst Böhnhardt erschossen, dann das Wohnmobil angezündet und daraufhin sich selbst gerichtet.

F: Eine längst widerlegte Falschaussage: Es gab in keiner Lunge Ruß, das war seit dem 5. November 2011 schon bekannt, seit dem Obduktionsdatum. Substantiell ändert sich die NSU-Geschichte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr, danach wird nur noch etwas ausgeschmückt.

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C: Eine entscheidende Rolle spielen in Ihren Augen die auffälligen Nachfunde von Beweismitteln.

F: Ich glaube, man hat die Gelegenheit genutzt, um eine Geschichte durch nachträgliche Beweismittelfunde so zu verdichten, dass man sie der Öffentlichkeit erzählen konnte. Wir haben das Phänomen, dass laut Tatortprotokollen viele Asservate in Bereichen gefunden wurden, die eigentlich bereits durchsucht worden waren. Das Paradebeispiel ist ein Rucksack, der am 5. November 2011 durchsucht worden war. Erst am 1. Dezember findet man aber in demselben Rucksack die sechs Paulchen-Panther-DVDs, also die angeblichen Bekennervideos… Es ist auch nicht zu verstehen, dass es keine Fotos der zwei angeblichen Patronenhülsen der Pumpgun vom sogenannten Selbstmord Böhnhardt/Mundlos in den Akten gibt. Stattdessen gibt es nur Übersichtsaufnahmen der Munition, auf denen nicht erkennbar ist, ob die Munition leer oder voll ist, wobei in einem Fall, einer Ausschnittsvergrösserung aus einem Übersichtsfoto, eine eindeutig volle Patrone der Pumpgun als leere Hülse bezeichnet wird.

(…)

C: Auf rund hundert Ungereimtheiten sind Sie auch in den Unterlagen über die Mietwagen gestoßen, mit denen Böhnhardt und Mundlos quer durch Deutschland zum Morden gefahren sein sollen.

F: Die gesamte Geschichte mit den Autovermietungen sieht aus wie nachträglich zusammenkonstruiert. Wenn jemand bei vierzig Ausleihen beim selben Verleiher keine Kundennummer hat, wenn nie eine Führerscheinnummer drin steht, wenn nie eine Personalausweisnummer oder Passnummer eingetragen wird, dann stimmt da etwas nicht. Ich vermute: Man hat existierende Mietverträge genommen, hat ausradiert und dann nur umgeschrieben. Allerdings sind dabei Fehler passiert. Bei der Alias-Personalie »Holger Gerlach« ist zum Beispiel sechs Mal eine falsche Postleitzahl eingesetzt worden. Ein anderes Mal passt wieder die Meldebescheinigung zeitlich nicht. Diese soll schon ein Jahr verwendet worden sein, bevor Gerlach da überhaupt hinzieht und sich die Meldebescheinigung ausstellen lässt. Bei den Mietverträgen für die Wohnmobile sieht es nicht besser aus: Immer dieselbe falsche Steuernummer. Außerdem stimmt mit den angeblichen Wohnungen des Trios etwas nicht. Und es gibt etwa 60 Fremd-DNA an Mordwaffen, an Bankraubwaffen und so weiter, aber nirgendwo gibt es Fingerabdrücke der Uwes an Waffen oder Munition.

(…)

C: Dass die bisherige amtliche NSU-Geschichte zahlreiche Fragen aufwirft, schwant mittlerweile auch so manchem Mitglied der parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschüsse.

F: Die NSU-Verschwörungstheorie, die der Staat uns seit November 2011 präsentiert hat, lautete in Kurzform folgendermaßen: Eine isolierte Terrorzelle, zwei Mörder, dazu einige wenige Helfer. Wie sich inzwischen zeigt, handelt es sich dabei allerdings um ein schwach inszeniertes Stück voller Fehler. Die überarbeitete Version, sozusagen die NSU-Staats-Verschwörungstheorie 2.0, die schon seit Längerem vorbereitet wird, geht dagegen so: Es gibt noch viele unentdeckte Täter, dazu noch ein ganzes bundesweites Netz von NSU-Helfern und Mittätern. Das ist der feuchte Traum eines jeden Linken in diesem Land, bis weit in die CDU hinein. Aber was wieder nicht passt: Niemand der vielen Helfer wollte die 600.000 Euro Belohnung kassieren… Es geht letztlich um das Versenken einer Mega-Staatsaffäre, weg vom BKA, der Bundesanwaltschaft, dem Kanzleramt und dem Innenministerium, in einem Schwarzen Loch namens Verfassungsschutz, das möglichst alles vollständig verschlucken soll.

Interview: Norman Hanert. Der Brandenburger Publizist schrieb in COMPACT 2/2015 über das globale US-Stützpunktnetz.

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8 Kommentare

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    Karl Blomquist am

    Wurden über den "NSU" nicht sogar GELÖSTE Kriminalfälle entsorgt?

    " Dem Bericht der Zeitung „ZAMAN“ vom Oktober 2007 zufolge, hatte das türkische Landeskriminalamt Ihre Ermittlungsergebnisse über die Döner-Morde an die ermittelnden Behörden in Deutschland übermittelt. In der Zusammenfassung dieses Berichts des türkischen Landeskriminalamts (KOM) an das Bundeskriminalamt in Deutschland, sah man einen Zusammenhang zwischen den „Döner-Morden“ sowie dem Drogenmillieu in Europa, mit einem Familienclan aus Diyarbakir. Dem Bericht zufolge wurden die 8 Opfer der „Döner-Morde“ zu Verteilern im Drogenmillieu gezählt. Die Opfer sollen zudem Schutzgelder an die PKK in Europa und dem Familienclan in Diyarbakir gezahlt haben.

    Das Landeskriminalamt in der Türkei hatte damals ermittelt, dass ein Familienclan in Diyarbakir einen Drogenring in Europa aufbauen wollte. Als die erhofften Erlöse aus dem Drogenmillieu ausblieben, die PKK den neuen Verteilerring erpresste, soll die Familie die Morde beauftragt haben. Die Kaltblütigkeit mit der die Opfer am helligten Tage ermordet wurden, ließen schon zuvor vermuten, das nur professionelle Täter in Frage kommen. Das BKA und die Nürnberger Kripo tappten zunächst im dunkeln, da es keine Zeugen und Hinweise gab. Alle Morde wurden dem Bericht nach, mit drei verschiedenen Pistolen der tschechischen Marke Ceska (7.65mm.) begangen. Der Bericht wurde damals über das BKA an den Nürnberger Kripo-Chef Wolfgang Geier übermittelt.

    Der Bericht der KOM ging dabei auf die 8 Opfer ein, die demnach Drogenverteiler gewesen sein sollen. Dabei soll die Terrororganisation PKK, Schutzgelder von den Opfern genommen und so das Millieu versucht haben zu übernehmen. Die erfolgreichen Ermittlungen im Drogenmillieu in der Türkei und Festnahmen hätten dem Bericht zufolge, die Drogenverteilung sowie die Einnahmen der Terrororganisation seit längerer Zeit massiv gestört. In dieser Phase habe der Familienclan in Europa Fuß fassen wollen und einen neuen Drogenring aufgebaut, Schutzgelder erpresst.

    Die ermittelnden türkischen Behörden gingen deshalb davon aus, dass dabei ein Drogenkrieg zwischen der PKK und dem Familienclan ausbrach und die Drogenverteiler in diesem Drogenkrieg getötet wurden. Die Ermittler gaben an, dass für die Morde ein 5-köpfiges Mordkommando vom Familienclan beauftragt wurde. Die Morde selbst wurden immer von einem Täter dieses Teams mit drei verschiedenen Pistolen der Marke Ceska begangen. In dem Bericht wurden die Täter sowie der Familienclan namentlich aufgeschlüsselt und die Nürnberger Kripo davon unterrichtet."

    http://www.sezession.de/30663/die-rituale-der-globalistischen-religion.html

    Wurde auch hier alles bereits detailliert berichtet:
    Spiegel, Düstere Parallelwelt, Versteck in der Schweiz, 2011
    Rote Fahne, NSU: Der Fall hat aussenpolitische Hintergründe, 2014
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77108510.html
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80075315.html
    http://rotefahne.eu/2014/01/nsu-der-fall-hat-aussenpolitische-hintergruende-1/

    • Avatar

      Bitte schreiben Sie nicht solchen Unsinn. Ich kannte eines der Opfer aus Nürnberg privat und persönlich. Das war ein ehrlicher, fleißiger Arbeiter der für seine Familie gesorgt hat. Das was Sie betreiben ist Rufmord!!!

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    Ich denke eher, es ging oder geht den "NSU"-Erschaffern darum, wieder mal den bösen Deutschen hervorzukehren. Daniel Jonah Goldhagen landete einst mit seinem Buch „Hitlers willige Vollstrecker“ einen Bestseller und etablierte sich als Meilenstein in der Herausbildung des Phänomens Schuldstolz.
    Kein Wunder also, dass die üblichen Verdächtigen der BaehRD am "NSU" festhalten und sich wünschen, dass es sich um deutsche Täter handelte…

  3. Avatar
    Volker Spielmann am

    Der Fatalist und seine Mitstreiter unternehmen ein großes Werk

    Während bei bei den Parteiengecken und der Lizenzpresse noch eitel Sonnenschein wegen des Autobahnuntergrundes zu herrschen scheinen, haben sich im Zwischennetz ein Mensch, der sich Fatalist nennt, und seine Mitstreiter an ein großes Werk gemacht: Durch die Veröffentlichung der geheimen Ermittlungsakten, die ihnen wohl einige Eulenspiegel zugespielt haben, wollen sie die Räuberpistole vom Autobahnuntergrund zu Fall bringen und die Verwicklung des Parteienschutzes in die Geschichte beweisen. Gelingt ihnen dies, so stehen die Parteiengecken wie begossene Pudel da. Dem Volk würde dann nämlich bewußt, daß sich der Parteienschutz terroristische Haustiere hält und gerne auch mal selbst schwere Straftaten verübt und diese den Gegnern der Parteiengecken in die Schuhe schiebt. Bislang war dies nämlich nur den Eingeweihten vom Celler Loch oder den Waffenlieferungen an die marxistischen Mordschergen von der königlich-englischen Luftwaffe bekannt. Man darf also gespannt sein, ob das Werk gelingt.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

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    Ostblock Latino am

    —„um ungelöste Kriminalfälle sozusagen zu entsorgen.“—

    Um die wahren Täter und die tatsächlichen Hintergründe, der jeweiligen Hinrichtungen zu verschleiern, trifft es wohl schon eher, hierbei sei nur „der tiefe Staat“ erwähnt…

    Wenn man sich mal anschaut was uns da für eine Schmiereinkomödie mit der „NSU“ aufgetischt wurde und wird, darf man heute getrost davon ausgehen, dass auch die RAF der 70er und 80er Jahre, damals genau so eine Konstruierte „Terrorgruppe“ war, wie heute die sogenannte „NSU“.

    Mit der „NSU“ Angelegenheit sind mehrere Hundert Menschen seit 2011 direkt beschäftigt, Richter, Polizisten, Politiker und Journalisten und jeder von ihnen weiß ganz genau, dass die angeblichen Taten, vermeintlich begangen durch die beiden Uwe`s, nur Erstunken und erlogen sind, JEDER von ihnen weiß das ganz genau und sie machen trotzdem weiter…!

    Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht…

    Gute Nacht Deutschland…Der letzte macht das Licht aus…

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      Ein Verarschter am

      Nun ja, wir müßen die stoppen und nicht ein "Erlöser" der nur in Gedanken vorkommt, nur durch uns kann sich was ändern.
      Ich habe letztes Jahr versucht was zu ändern und weil ich völlig alleine dastand konnten die machen was sie wollten mit mir. Leider!!!
      Alleine im Rollstuhl sitzend konnte ich gegen 12 Mann und eine Frau leider nichts ausrichten, ich hätte gerne ein paar Nasen gebrochen, aber selbst das war nicht möglich und würde auch nicht ausreichen um dauerhaft deren Tun zu ändern.
      Werdet einig, sonst brauch das Volk erst gar nicht über Änderung nachdenken, was es auch ehrlich gesagt nicht tut!
      Eben weil mit diesem Volk gemacht wird was die wollen kommt es zu sowas wie mit der NSU, kein anderes Volk würde das mit sich machen lassen.

      • Avatar

        Als erstes müssen wir die unsägliche Spaltung in rechtes und linkes Denken überwinden! Dabei wird soviel Klugheit verbrannt, dass es ein Jammer ist. Das ist die Aufgabe unserer Zeit…
        Eine weitere Aufgabe ist es, die jungen Menschen vom Dasein als Konsum Schlafschaf abzubringen…
        Und die dritte Aufgabe besteht darin, die Globalisierung zurück zufahren, damit lokale Strukturen wieder erstarken können und die Menschen nicht eines Tages als permanent beobachtete Einheitspuppen in Schlafboxen enden, deren Hauptaufgabe es ist, ihre Arbeitskraft abschöpfen zu lassen…
        Leider verstehen unsere Kinder die Zusammenhänge nicht, weil wir sie mit sogenannter Bildung ausstatten lassen, die keine ist (versuchen Sie mal, in der Schule den Unterricht zu hospitieren… Ich habs versucht, ist mir nicht gelungen).
        Auch Volksentscheide müssen her, unbedingt! Bestes Beispiel TTIP… Nicht mal ein Fünftel der Deutschen ist dafür, trotzdem wird es jetzt durchgepeitscht…
        Ich wünsche uns Deutschen vor allem Frieden, Freundschaft mit Russland und eine andere Regierung…

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