Der US-Präsident dreht weiter frei. Nach seiner Attacke gegen den Papst geht er jetzt auf Italiens Ministerpräsidenten Giorgia Meloni los, die ihm bislang zur Seite stand. Wohin aggressive US-Politik führt, zeichnen wir nach im COMPACT-Spezial „Kriegsverbrechen“. Unbedingt gleich sichern! Hier mehr erfahren.

    Weil Papst Leo XIV. einen Friedensappell formuliert hatte, war er von Donald Trump scharf angegriffen worden: „Leo ist schwach im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik.“ Und: „Ich will keinen Papst, der es in Ordnung findet, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt.“

    „Inakzeptable Worte“

    Weltweit wurde anschließend über Trump mit dem Kopf geschüttelt. Georgia Meloni reihte sich auf X in die Riege der Kritiker ein: „Ich finde die Worte von Präsident Trump über den Heiligen Vater inakzeptabel. Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche, und es ist richtig und normal, dass er den Frieden beschwört und jede Form von Krieg verurteilt.“

    Nun rast Trump vor Zorn auf seine bisherige Verbündete. Er selbst hat sich offenbar kurzerhand an Italiens führende Tageszeitung Corriere della Sera gewandt, um dort im Telefoninterview gegen Meloni zu schießen. Durch Berichte der Korrespondentin Viviana Mazza, die von Trump kontaktiert worden war, kann der Ablauf rekonstruiert werden. Sie berichtet: „Noch bevor wir Zeit haben, die erste Frage zu stellen, ist es der Präsident der Vereinigten Staaten, der uns eine stellt und uns nach der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fragt.“ Trump:

    „Gefällt es den Italienern, dass ihre Präsidentin uns keine Hilfe leistet, um an das Öl zu kommen? Gefällt das den Leuten? Ich kann es mir nicht vorstellen. Ich bin überrascht von ihr. Ich dachte, sie wäre mutig, ich habe mich geirrt.“

    Corriere: „Haben Sie ihr das gesagt?“

    Trump: „Nein. Sie sagt einfach, Italien wolle sich nicht einmischen. Obwohl Italien sein Öl von dort bezieht, obwohl die Vereinigten Staaten sehr wichtig für Italien sind. Sie glaubt nicht, dass Italien sich einmischen sollte. Sie glaubt, die Vereinigten Staaten sollten die Arbeit für sie erledigen.“

    Corriere: „Zum Papst hat Giorgia Meloni gesagt, dass das, was Sie gesagt haben, inakzeptabel sei.“

    Trump: „Inakzeptabel ist sie, weil es ihr egal ist, ob der Iran eine Nuklearwaffe hat, und sie würde Italien in zwei Minuten in die Luft jagen, wenn sie die Möglichkeit hätte.“

    Corriere: „Aber haben Sie über diese Dinge gesprochen? Haben Sie in diesem Monat nicht ein einziges Mal gesprochen?“

    Trump: „Nein, nein, seit Langem nicht mehr.“

    Corriere: „Warum?

    Trump: Weil sie uns nicht mit der NATO helfen will, uns nicht helfen will, die Nuklearwaffe loszuwerden. Sie ist ganz anders, als ich dachte.“

    Im Interview legte Trump nun noch einmal mit seiner Kritik an Papst Leo XIV. nach und sagte: „Er versteht es nicht und sollte nicht über Krieg sprechen, weil er keine Ahnung hat von dem, was vor sich geht. Er versteht nicht, dass man im Iran im vergangenen Monat 42.000 Demonstranten getötet hat.“

    Italien mit Distanz auch zu Israel

    Brisant: Italien hat im Zuge dieser Entwicklung sein Verteidigungsabkommen mit Israel auf Eis legt. Es umfasste Fragen rund um die Rüstungsindustrie Melonie selbst bestätigte das: „Angesichts der aktuellen Lage hat die Regierung beschlossen, die automatische Verlängerung des Verteidigungsabkommens mit Israel auszusetzen.“

    Das Abkommen, dem Israel 2006 zugestimmt hatte, wird alle fünf Jahre überprüft. Es umfasste unter anderem die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie, bei der Ausbildung von Militärpersonal sowie in Forschung, Entwicklung und Informationstechnologie.

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