Vom „epischen Zorn“ zur epischen Niederlage? Star-Historiker Niall Ferguson ist überzeugt, dass die USA im Iran als Verlierer vom Feld gehen werden. Sein Urteil über Trump fällt vernichtend aus. In unserer Mai-Ausgabe mit dem Titelthema „Zions Höllenritt“ zeichnen wir akribisch nach, wie Israels Premier Netanjahu Amerika in den Krieg hineingezogen hat – und was wirklich dahintersteckt. Hier mehr erfahren.
Hat Amerika den Irankrieg schon verloren? Während der Konflikt im Nahen Osten trotz verlängerter Waffenruhe weiter schwelt, Teheran Beschuss und Beschlagnahmung von Schiffen in der Straße von Hormus meldet und die Welt nervös auf den Ölpreis starrt, sorgt ein prominenter Historiker für weiteren Zündstoff, indem er eine knallharte Bilanz zieht – und die fällt für die USA vernichtend aus!
Trump ist verzweifelt
Fakt ist: Aus dem kleinen Spaziergang, den US-Präsident Donald Trumps anfangs ankündigte, ist ein Nerven-Krimi geworden, der die Welt schon seit Wochen in Atem hält. Trump hat bombardiert, gedroht, blockiert – und jetzt? Die Waffen schweigen seit zwei Wochen. Aber die Mullahs knicken nicht ein, sondern brüskieren sie den US-Präsidenten eiskalt!

Am Dienstag sollten in Pakistan die Friedensgespräche zwischen Vertretern Washingtons und Teherans eigentlich weitergehen. Erst meldeten die Agenturen, US-Vizepräsident J. D. Vance sei quasi schon unterwegs nach Islamabad. Doch der Iran schickte niemanden nach Pakistan, der Gipfel platzte. Jeder hatte erwartet, dass die USA die Kampfhandlungen wieder aufnehmen.
Doch was machte Trump? Statt den Iran mit „vielen Explosionen“ (wie er selbst auf seiner Plattform Truth Social verkündet hatte) zu überziehen, verlängerte er das Ultimatum. Angeblich auf Wunsch der pakistanischen Regierung. Die iranischen Revolutionsgarden beschossen derweil Frachter in der Hormus-Straße und kaperten zwei Schiffe. Trump steht wie ein begossener Pudel da. Ein erfolgreiches Agieren sieht anders aus.
Amerika gewinnt Gefechte – aber verliert den Krieg
Sucht der US-Präsident verzweifelt nach einer Exit-Strategie, um aus einem Krieg auszusteigen, in den er sich von außen – konkret: von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu – hat hineinbugsieren lassen? Dämmert Trump, dass ihm langsam alle Felle davonschwimmen? Dass das so ist, meint kein Geringerer als Niall Ferguson.

Der wohl berühmteste Historiker der Welt ist ein Konservativer und alles andere als ein Gegner Trumps. Doch in einem aktuellen Beitrag mit dem Titel „The Gap Between Reality and Truth Social on Iran“ (Die Kluft zwischen Realität und Truth Social zum Iran) auf dem US-Newsportal The Free Press schreibt er klipp und klar: Die iranische Regierung habe den Regime-Change-Versuch überlebt – und die Mullahs hätten entdeckt, dass die Schließung der Straße von Hormus „genauso eine mächtige Waffe in der Wirtschaftskriegführung ist, wie sie es sich immer erhofft hatten“.
In seiner brisanten Analyse schreibt Ferguson, die USA hätten „militärische Dominanz und gleichzeitig strategisches Versagen“ gezeigt. Mit anderen Worten: Amerika gewinnt Gefechte – aber verliert den Krieg. Ein Vergleich macht die Sprengkraft deutlich: Ferguson zieht Parallelen zur Suezkrise 1956. Damals waren Großbritannien und Frankreich militärisch stark – doch politisch und strategisch scheiterten sie. Der Star-Historiker ist überzeugt: Genau dieses Szenario droht jetzt den USA.
Wirtschaftlicher Druck entscheidend
Besonders scharf geht Ferguson mit der Wahrnehmung des Krieges ins Gericht: Es gebe, wie schon die Überschrift seines Beitrags aussagt, eine „Kluft zwischen Truth Social und der Realität“. Klartext: Zwischen Trumps Darstellung auf Social Media und der tatsächlichen Lage klafft eine gefährliche Lücke! Während in Washington von Stärke gesprochen wird, sieht Ferguson eine ganz andere Entwicklung: steigende Kosten, fehlende Strategie – und einen Gegner, der seine Möglichkeiten geschickt nutzt.

Ein zentraler Punkt in der Analyse des Briten sind die ökonomischen Folgen: „Die wirtschaftlichen Kosten des Krieges steigen immer weiter an.“ Das bedeutet: Der Konflikt wird für die USA und ihre Verbündeten zunehmend teuer – finanziell, politisch und strategisch. Und genau hier sieht Ferguson den entscheidenden Vorteil Irans:
Nicht militärische Stärke, sondern wirtschaftlicher Druck werde diesen Konflikt entscheiden.
Teheran sitzt am Hormus-Hebel
Im Zentrum des Konflikts steht ein schmaler, aber extrem wichtiger Seeweg: die Straße von Hormus. Und genau hier sieht Ferguson das größte strategische Problem der USA: Ohne Kontrolle vor Ort sei es „einfach nicht möglich, die iranische Bedrohung für die Meerenge auszuschalten“. Das bedeutet: Die USA haben keine echte Kontrolle über den wichtigsten Hebel dieses Krieges!
Iran hingegen zeige, wie effektiv dieser Hebel ist: Angriffe auf Tanker, Störungen des Schiffsverkehrs, Drohungen mit Blockaden. Die Folge: steigende Ölpreise, nervöse Märkte – und wachsender Druck auf den Westen. Fergusons Kernaussage passt dazu: Diese Waffe wirkt unmittelbar – anders als reine Atomdrohungen.

Fergusons für Trump und die USA höchst unvorteilhafte Voraussage wird von Bild wie folgt referiert: „Am Ende werde es einen Deal geben, der als schlechter bewertet wird als der Atom-Deal von 2015, tippt er. Das Iran-Regime sei trotz der Verluste auf See und in der Luft nicht komplett entwaffnet und habe vorgemacht, dass es mit der Kontrolle über die Hormus-Straße einen wirksamen Hebel besitze, der – anders als Atombomben – nicht nur angedroht, sondern auch effektiv eingesetzt werden könne.“
„Strategisches Fiasko“
Ferguson ist mit seiner Ansicht nicht allein. Mehrere renommierte Experten sehen die Lage für die USA ähnlich düster – oder sogar als klare Niederlage. Besonders deutlich wird Daniel Drezner, Politikwissenschaftler an der Tufts University in Boston und Fachmann für internationale Beziehungen und internationale politische Ökonomie. Auf seinem Substack-Blog Drezner’s World schreibt er:
„Trump hat diesen Krieg verloren. Die einzige Frage ist, wie groß die Niederlage ausfällt.“
Er spricht von einem „strategischen Fiasko“ – die USA hätten keines ihrer Ziele erreicht, während der Iran gestärkt aus dem Konflikt hervorgehe.
Historisches Versagen der US-Navy
In der New York Times titelt ein Leitartikel: „Trump’s War With Iran Has Weakened America“ (Trumps Krieg gegen den Iran hat Amerika geschwächt). Die Blockade der Hormus-Straße sei der „handfesteste Schlag“ gegen die USA und die Weltwirtschaft. Teheran habe die Meerenge als Waffe genutzt und den USA eine „demütigende strategische Niederlage“ beigebracht.

Auch das Center for American Progress bilanziert: „Die USA stehen schwächer da als vorher.“ Das Regime habe überlebt, seine Stellvertreter seien kampferprobt, und die Kontrolle über Hormus gebe Teheran künftig enormen Hebel. „Trump hat Iran den Schlüssel zur Straße übergeben – das verheißt nichts Gutes für die Energiepreise.“
Die L. A. Times schreiben von einer „historischen strategischen Niederlage“ für die USA, während die Analystin Kelly A. Grieco vom Stimson Center an der Georgetown University in Washington D.C. von dem „bedeutendsten Rückschlag“ seit Jahrzehnten spricht. Und der Thinktank CSIS analysiert die „Blamage zu See“: Die US-Navy, die seit 45 Jahren auf genau diesen Fall trainiert worden sei, habe sich als machtlos gegen Irans asymmetrische Taktik erwiesen. „Ein glatter Fehlschlag in einem sonst militärisch erfolgreichen Krieg“, so die CSIS-Experten.
Keine Gewinner – nur Verlierer
Diese Analysen aus der Fachwelt bestätigten die Einschätzung von Star-Historiker Ferguson: Die Lage wirkt zunehmend festgefahren: Der Iran ist geschwächt – aber nicht besiegt. Die USA sind überlegen – aber erreichen ihre Ziele nicht. Die Weltwirtschaft gerät unter Druck! Genau dieses Szenario beschreibt der Brite als besonders problematisch: Ein Konflikt ohne klaren Ausgang – mit hohen Kosten für alle Seiten.
Lassen Sie sich vom Mainstream nicht in die Irre führen: In unserer Mai-Ausgabe mit dem Titelthema „Zions Höllenritt“ zeichnen wir akribisch nach, wie Israels Premier Netanjahu Amerika in den Krieg hineingezogen hat – und was wirklich dahintersteckt. Hier mehr erfahren.




