Mit seiner Aufforderung an Sahra Wagenknecht, endlich Plagiator Mario Voigt das Vertrauen zu entziehen, hat Thüringens AfD-Chef Björn Höcke eine Lawine ausgelöst. Jetzt steht der Termin für das Misstrauensvotum im Thüringer Landtag. Ein guter Anlass, um sich mit unserem Höcketaler zu bekennen. Aus feinstem Silber, hier mehr erfahren.
Es begann mit einem kleinen Video auf X: Nachdem der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt mit seinem Widerspruch gegen die Aberkennung seines Doktortitels gescheitert war, forderte Björn Höcke BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht auf, endlich ihre Partei aus der unsäglichen Brombeer-Koalition abzuziehen. Und bot – ein sehr cleverer Schachzug – Wagenknecht sogar an, sie könne die nächste Ministerpräsidentin mit Unterstützung der AfD werden. Denn: Die blaue Partei und das BSW haben in Thüringen zusammen eine rechnerische Sitzmehrheit. Wäre dort nicht die ehemalige Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf mit ihren Genossen, die eine solche Form der Zusammenarbeit von Beginn an torpedierte und sich den Kartellparteien als den Hals warf.
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Zwar unternahm der BSW-Bundesvorstand einen zaghaften Versuch, wieder einmal Druck auf die Thüringer Landtagsfraktion auszuüben, endlich die Koalition mit CDU und SPD, die faktisch von der Linkspartei toleriert wird, aufzukündigen, doch der scheiterte erwartungsgemäß. Immerhin: Zwei Fraktionsmitglieder, Anke Wirsing und Sven Küntzel, die als letzte verbliebene Wagenknecht-Anhänger in der Fraktion gelten, erklärten, Mario Voigt nach seinem Plagiats-Skandal nicht weiter unterstützen zu wollen. Damit es nicht lediglich bei Worten bleibt, braucht es jedoch wieder einmal Björn Höcke.
Misstrauensvotum am 28. August 2026
Am kommenden Freitag (28. August 2026) wird erneut ein Misstrauensvotum, initiiert von der AfD-Landtagsfraktion Thüringen, durchgeführt. Gemäß der Landesverfassung kann der CDU-Ministerpräsident nur dadurch gestürzt werden, dass die Mehrheit der Parlamentsmitglieder direkt seinen Nachfolger wählt. Weshalb Björn Höcke selber antritt.
Angesichts der Mehrheitsverhältnisse und dem Altparteien-Kuschelkurs der Wolf-Truppe muss die Euphorie auf eine erfolgreiche Wahl des bekannten AfD-Politikers freilich gebremst werden. Aber: Der Urnengang ist geheim und jetzt wird sich zeigen, wie groß der Rückhalt für die Voigt-Regierung noch ist. Denn wer weiß, vielleicht verweigert mancher aus den Reihen des BSW (oder sogar aus der CDU) Voigt dann, wenn es keiner sieht, die Gefolgschaft. Es wäre der nächste Tiefschlag für einen Ministerpräsidenten, der schon jetzt eine faktische Allparteienkoalition bilden musste, um Björn Höcke, der auf Thüringens Marktplätzen wie ein Volkstribun empfangen wird, von der Macht fernzuhalten. Lange wird das nicht mehr funktionieren.
Und: Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden sich auch viele dortige Augen auf das erneute Verhalten der BSW-Fraktion richten. Echte Opposition oder Teil des Kartells? Taten zählen, nicht Worte. Und da hat das BSW nach den Ost-Wahlen 2024 einiges aufzuholen.

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