Mit einem auffälligen Lkw will eine linke Organisation einen Zahlungsdienstleister unter Druck setzen und dem Institut für Remigration den Geldhahn zudrehen. Wer sich eingehend mit den Thesen des identitären Aktivisten auseinandersetzen möchte, sollte zur COMPACT-Edition «Sellner: Geheimplan – Was ich wirklich will» greifen. Hier mehr erfahren.

    Werbung oder Warnung? Foto: Instagram

    Machen Linke Werbung für Sellner? Man könnte es glauben, wenn man sich den LED-Truck ansieht, den die Kampagnenorganisation Avaaz dieser Tage durch Berlin schickte. Auf dem Lkw prangt in Übergröße das Gesicht des österreichischen Aktivisten mit dem Hinweis, dass er Spenden über den Zahlungsdienstleister Stripe sammle.

    Mit dieser Aktion will die NGO Stripe unter Druck setzen und Sellner den Geldhahn zudrehen. Zu diesem Zweck fuhren die sogenannten Aktivisten mit dem Truck vor das Stripe-Büro in Berlin-Kreuzberg, um dort die Mitarbeiter zu konfrontieren.

    Schon seit Tagen trommeln sie auf ihrer Website und auf Instagram für eine Petition, die Stripe und auch GiveSendGo dazu bringen sollen, Sellner die Spendenfunktion zu sperren. Sie versuchen ihre Follower zu animieren, beide Anbieter so lange anzuschreiben und zu zermürben, bis sie die Spendenaktionen über ihre jeweiligen Plattformen stoppen. Mit aktuell noch mäßigem Erfolg. Beide Unternehmen sollen bereits am 27. September mitgeteilt haben, sie würden die Spendensammlung des Instituts prüfen – aber trotzdem kann man bis heute ganz normal Spenden überweisen.

    Eine weitere Anzeige

    Nicht nur Petitionen laufen gegen den Aktivisten. Am Montag zeigte der Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, Ali Dogan (SPD), Sellner an, damit die Staatsanwaltschaft prüft, ob dessen Positionen zum Thema Remigration den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen könnten.

    In einem Facebook-Post behauptete der SPD-Politiker, es gehe ihm ausdrücklich nicht darum, jemanden strafrechtlich verfolgen zu lassen, nur weil er politische Auffassungen vertrete, die er fundamental ablehne. Aber warum dann die Anzeige?

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    Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatte Sellner das Institut für Remigration mit Sitz in Magdeburg angemeldet, um Rückführungen langfristig und gezielt zu planen, Daten zum Bevölkerungsaustausch zu sammeln und Patrioten zu vernetzen. Das Strategiepapier für Sachsen-Anhalt fordert neben einer konsequenten Abschiebepraxis auch einen klaren Kurs gegen Parallelgesellschaften. Im Papier heißt es, das Ziel sei eine Strategie der Remigrationsmaximierung.

    Bei Eingebürgerten, die kulturell oder gesellschaftlich auf Distanz zur Mehrheitsgesellschaft bleiben, setzt es deshalb auf Assimilationsdruck, den Druck, sich anzupassen und sich nicht in einer Parallelgesellschaft einzurichten. Sellners Ziel ist es, eine Lobbyorganisation für Europäer zu schaffen, die so bisher nicht existiert hat und diese der dominanten Migrationslobby entgegenzustellen.

    Der Effekt der Stimmungsmache gegen Sellner ist wohl eher gegenteilig. Jeder, der den Truck sieht oder Sellners Namen in den Schlagzeilen liest, erfährt, dass es das Institut gibt und wo Sellner Spenden sammelt. Debanking und Deplatforming haben den identitären Kopf in den vergangenen Jahren kaum geschadet, sondern noch bekannter gemacht.

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