Göttingen feierte die «Nacht der Kulturen», als ein Clan-Krieg zwischen zwei kosovarischen Großfamilien eskalierte. Ein Polizist, der die Fehde schlichten wollte, wurde niedergeschossen und kämpfte auf der Intensivstation um sein Leben. Drei Tage lang fahndete ganz Europa nach dem Schützen. Thilo Sarrazin legt nach: Seine überarbeitete Neuausgabe «Deutschland schafft sich ab – Die Bilanz nach 15 Jahren» sorgt für Furore. Hier mehr erfahren.

    Göttingen, Samstagabend, 13. Juni 2026. Während die Universitätsstadt ihr Kulturfest feierte, eskalierte am Rande der Veranstaltung ein seit Jahren schwelender Konflikt zwischen zwei kosovarischen Großfamilien. Gegen 22:15 Uhr fielen Schüsse im Bereich Weender Tor und Weender Landstraße. Ein Polizist, der schlichten wollte, wurde getroffen, musste notoperiert werden und kämpfte auf der Intensivstation um sein Leben.

    Schüsse während «Nacht der Kulturen»

    Ein Zeuge berichtete den Ermittlern, er habe nach schussähnlichen Knallgeräuschen im Bereich des Campus eine Person wahrgenommen, die sich vom Unigelände in Richtung Kreuzbergring entfernt habe. Wie die Person genau aussah, konnte er nicht sagen. Die Sprecherin der Göttinger Polizei stellte am Sonntagabend, rund 24 Stunden nach der Tat klar:

    «Wir wollen den Schützen kriegen. Darauf liegt jetzt unser Fokus.»

    Der Schütze floh vom Tatort. Was folgte, war eine europaweite Fahndung: Hubschrauber kreisten über der Stadt, Spezialkräfte durchsuchten drei Wohnhäuser und stellten 40 Handys sicher. Am Dienstagabend stellte sich der erst 16-Jährige Täter in Begleitung seines Rechtsanwalts bei der Polizei. Es wird wegen versuchten Totschlags ermittelt.

    Clan-Krieg in Niedersachsen

    Beide Familien stammen aus dem Kosovo und stehen bei den Göttinger Behörden seit Jahren im Fokus. Bei den ansässigen Großfamilien handelt es sich nach früheren Berichten überwiegend um Roma. Federführend bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Braunschweig, die zuständige Zentralstelle zur Bekämpfung von Clan-Kriminalität. Zur Aufklärung der Tat wurde eine Mordkommission eingerichtet. Was den Streit zwischen den beiden Familien ausgelöst hat, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

    Die Polizei prüft zudem, ob es Verbindungen zu früheren Konflikten gibt. Erst wenige Tage zuvor waren am Waageplatz rund 20 Personen aneinandergeraten. Zeugen berichteten von Schlagwerkzeugen und mehreren Schüssen, die Polizei stellte später eine Schreckschusspistole, einen Teleskopschlagstock und einen Baseballschläger sicher.

    Der Tatverdächtige soll am Samstagabend gleich mehrere Schüsse abgegeben haben, eines der  Projektile traf den Polizisten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft teilte mit, der Beamte befinde sich weiterhin auf der Intensivstation, sein Zustand sei jedoch stabil. Die Göttinger Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn erklärte nach der Selbststellung:

    «Die jüngsten Entwicklungen in diesem Fall stellen für mich persönlich und für alle Angehörigen der Polizeidirektion Göttingen eine große Erleichterung dar.»

    Woher der 16-Jährige die Waffe hatte, ist noch ungeklärt. Die Auswertung der sichergestellten Handys dauert an. Das Hinweisportal der Polizei wurde allein in den ersten Tagen über 2.000 Mal aufgerufen.

    Thilo Sarrazin stellt klar: «Es wurde noch schlimmer als von mir vorausgesagt.» Seine Neuausgabe «Deutschland schafft sich ab – Die Bilanz nach 15 Jahren» legt die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten auf den Tisch. Hier bestellen.

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