Polnische Nationalisten haben erneut mit einer Aktion vor dem Brandenburger Tor für einen Eklat gesorgt. Ihr Ziel: Uns Deutschen die Schuld vor Augen führen. Ein unnötiges und politisch schädliches Vorgehen – zumal es sich um den Bündnispartner der AfD aus der ESN-Fraktion handelt. Aber, wenn wir schon gegenseitig den Spiegel vorhalten wollen: In der COMPACT-Geschichtsausgabe „Polens verschwiegene Schuld – Verbrechen an Deutschen von Versailles bis zur Vertreibung“ zeigen wir, was die Mainstreammedien auf beiden Seiten der Neiße verschwiegen. Hier mehr erfahren.

    Samstagnachmittag (1. August 2026) in Berlin: Plötzlich standen sie da: Dutzende Anhänger der der polnischen Rechtspartei Konfederacja, angeführt von Sławomir Mentzen, Vorsitzender des Rechts-Bündnisses, breiteten vor dem Brandenburger Tor Banner mit den Aufschriften „Deutsche töteten tausende Kinder während des Warschauer Aufstands“ und „Wir werden niemals vergessen“ aus, zünden dazu Bengalos, rufen Parolen. Wie schon im Vorjahr wurde der deutschen Öffentlichkeit zum Jahrestag des Warschauer Aufstandes, der am 1. August 1944 begann und bis zum 2. Oktober 1944 niedergeschlagen wurde, die Schuld an 200.000 ermordeten Polen vor Augen geführt. Mit dem Hinweis, dass sie (gemeint sind die polnischen Nationalisten) dafür sorgen, dass wir Deutschen unsere Taten niemals vergessen sollen.

    Revanchismus: Polen provozieren in Berlin

    Natürlich hat Polen jedes Recht, seinen Gefallenen zu Gedenken. So, wie auch wir Deutschen an unsere Toten erinnern. Sich in das Zentrum einer fremden Hauptstadt zu stellen, um dort, 80 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, in einer Zeit, in der kein einziger der damals Verantwortlichen noch irgendeinen politischen Einfluss ausübt, zumal die allermeisten Beteiligten bereits verstorben sind, seinem europäischen Nachbarn eine Schuld-Rechnung zu präsentieren, ist eine beispiellose Provokation. Und offenbar eine gewollte Eskalation. Noch dazu durch den Bündnispartner der AfD, denn Nowa Nadzieja ist Mitglied des Konfederacja-Bündnisses und somit Teil der EU-Fraktion „Europa der souveränen Nationen (ESN)“.

    AfD-Partnerpartei setzt antideutsche Kampagne fort

    Mit der ersten Aktion vor dem Brandenburger Tor vor genau einem Jahr gab Konfederacja das Startsignal für eine aggressive antideutsche Kampagne, die seit her an Schärfe nicht verloren hat, im Gegenteil. Neben fortwährendem Fingerzeig in Richtung Deutschland, richtet sich diese Stimmungsmache auch gegen in Polen lebende Angehörige der Deutschen Minderheit, deren Rechte polnische Nationalisten weiter beschneiden wollen. Dabei wäre es höchste Zeit, diese Politik endlich zu beenden, statt neu aufzuerlegen: In einer Zeit, in der die außereuropäischen Bedrohungen immer größer werden und die illegale Einwanderung zu einem existenziellen Problem für Europas Völker wird, ist das Aufwühlen alter Konflikte nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv und führt zur Spaltung. Insbesondere, nachdem es in den letzten Jahren im patriotischen Lager eine schrittweise Annäherung an die polnische Rechte gab, deutsche Delegationen sogar regelmäßig Veranstaltungen besuchten, ist der Unmut über die neuerlichen Provokationen berechtigterweise groß. Eine Verhärtung der Fronten ist möglich – zum Schaden beider Länder.

    Jahrhundertverbrechen: Über 14 Millionen Deutsche wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Foto: Ausschnitt Intro COMPACT-Geschichtem

    Besonders ungemütlich ist die Situation auch für die AfD, die mit Konfederacja teil der ESN-Europafraktion ist. Und deshalb die Provokation im vergangenen Jahr aus Rücksicht auf den Fraktionsfrieden weitgehend ignorierte, wohl in der Hoffnung, dass zukünftige Eklats ausbleiben. Ein Irrtum. Zumindest nach der Wiederholung dieses unsäglichen Schauspiels vor unserem deutschen Wahrzeichen sollten jetzt klare Worte fallen und deutlich gemacht werden, dass so etwas von einem angeblichen Kooperationspartner nicht hingenommen wird. Ansonsten gerät die ESN-Fraktion langsam zur Farce, denn bereits die tschechische „Partnerpartei“ Svoboda a přímá demokracie (Freiheit und direkte Demokratie, kurz SPD) mit ihrem Vorsitzenden Tomio Okamura wetterte im Vorfeld des ersten Sudetendeutschen Tags auf tschechischem Boden, der im Mai 2026 in Brünn stattfand, ebenfalls mit scharfer antideutscher Rhetorik. Bis auf wenige Ausnahmen, etwa durch den Thüringer Bundestagsabgeordneten Torben Braga, blieben auch diese Ausfälle weitestgehend unwidersprochen.

    Es ist eine gefährliche Situation, die sich im rechten Lager östlich der Bundesrepublik zusammenbraut. Statt Völkerverständigung und Annäherung erleben wir derzeit ein Wiederaufflammen chauvinistischer Vorhalte. Ausgang ungewiss.

    Wenn wir jedoch schon den gegenseitigen Spiegel vorhalten wollen, liefert COMPACT mit der Geschichtsausgabe „Polens verschwiegene Schuld – Verbrechen an Deutschen von Versailles bis zur Vertreibung“ einen Beitrag zur Aufklärung. Wir zeigen, was die Mainstreammedien auf beiden Seiten der Neiße verschwiegen. Hier mehr erfahren.

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