Am 11. Oktober 1998 empfing Martin Walser den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche. Zu diesem Anlass hielt er eine denkwürdige Rede, an deren Ende die gesamte Staatsspitze, angeführt von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), dem Schriftsteller stehend Applaus zollte. Wir haben die Rede neben vielen anderen Zeitdokumenten in unserer neuen Sonderausgabe Geschichtslügen gegen Deutschland aufbereitet. Hier mehr erfahren.

    _ O-Ton

    Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. Könnte es sein, dass die Intellektuellen, die sie uns vorhalten, dadurch, dass sie uns die Schande vorhalten, eine Sekunde lang der Illusion verfallen, sie hätten sich, weil sie wieder im grausamen Erinnerungsdienst gearbeitet haben, ein wenig entschuldigt, seien für einen Augenblick sogar näher bei den Opfern als bei den Tätern? Eine momentane Milderung der unerbittlichen Entgegengesetztheit von Tätern und Opfern. Ich habe es nie für möglich gehalten, die Seite der Beschuldigten zu verlassen.

    Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, muss ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. Von den schlimmsten Filmsequenzen aus Konzentrationslagern habe ich bestimmt schon zwanzigmal weggeschaut.

    Kein ernst zu nehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, dass sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt.

    Die Schatten der Vergangenheit: Das Tor des Konzentrationslagers Auschwitz nach der Befreiung 1945. Foto: Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha, CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

    Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Wenn ich merke, dass sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf Motive hin abzuhören und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu können, dass öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung.

    Jemand findet die Art, wie wir die Folgen der deutschen Teilung überwinden wollen, nicht gut und sagt, so ermöglichten wir ein neues Auschwitz. Schon die Teilung selbst, solange sie dauerte, wurde von maßgeblichen Intellektuellen gerechtfertigt mit dem Hinweis auf Auschwitz. (…)

    Und mir drängt sich, wenn ich mich so moralisch-politisch gerügt sehe, eine Erinnerung auf. Im Jahr 1977 habe ich nicht weit von hier, in Bergen-Enkheim, eine Rede halten müssen und habe die Gelegenheit damals dazu benutzt, folgendes Geständnis zu machen: «Ich halte es für unerträglich, die deutsche Geschichte – so schlimm sie zuletzt verlief – in einem Katastrophenprodukt enden zu lassen.» Und: «Wir dürften, sage ich vor Kühnheit zitternd, die BRD so wenig anerkennen wie die DDR. Wir müssen die Wunde namens Deutschland offenhalten.»

    Holocaust Mahnmal
    Blick auf das Holocaust-Denkmal in Berlin. Als der AfD-Politiker Björn Höcke 2017 mit Bezug auf die Walser-Rede von einem „Mahnmal Schande“ sprach, wurde dies zu einem Skandal aufgebauscht.

    Das fällt mir ein, weil ich jetzt wieder vor Kühnheit zittere, wenn ich sage: Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung.

    Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets. Aber in welchen Verdacht gerät man, wenn man sagt, die Deutschen seien jetzt ein ganz normales Volk, eine ganz gewöhnliche Gesellschaft? In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten.

    Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßen Albtraum. Die Monumentalisierung der Schande. Der Historiker Heinrich August Winkler nennt das «negativen Nationalismus». Dass der, auch wenn er sich tausendmal besser vorkommt, kein bisschen besser ist als sein Gegenteil, wage ich zu vermuten. Wahrscheinlich gibt es auch eine Banalität des Guten.

    _ Dankesrede von Martin Walser bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche, 11.10.1998


    Wir kämpfen für die Wahrheit: Seit mehr als 75 Jahren wird den Deutschen mit teils haarsträubenden Falschdarstellungen eine Kollektivschuld eingeredet, die einer Überprüfung der historischen Tatsachen nicht standhält. In  COMPACT-Geschichte Nr. 13 Geschichtslügen gegen Deutschland gehen wir falschen Mythen auf den Grund und korrigieren das einseitige Bild: von den angeblich rückständigen Germanen über das säbelrasselnde Preußen, den Ersten und den Zweiten Weltkrieg bis hin zu Reemstmas Wehrmachtsausstellung. Hier bestellen.

    28 Kommentare

    1. Als Angehöriger eines Vorkriegsjahrganges (uralter weißer Mann) gelte ich heute ziemlich sicher als so eine Art Nazi. (Ein "eingedeutschter kurdischer Mitbürger" sagte mir das einmal!) Als Bürger der DDR bis 1990 gelte ich aktuell natürlich auch als Kommunist. Ich hatte zu DDR-Zeiten auch Kollegen von denen man vermuten durfte, daß sie Juden oder Sorben waren. Ich versichere, daß es niemals irgendwelche seltsame, bösartige oder abwertende Gedanken oder ganz und gar Handlungen gab. D A S W A R E N K O L L E G E N!!!! Keine "Juden" oder "Sorben", sondern ganz normale Kollegen!
      Dann wurde ich Bürger oder Personal der BRD mit Staatsangehörigkeit "deutsch". Da wurde plötzlich eine Kampagne vom Zaun gebrochen, die mich als (meiner Meinung nach) unbescholtenen und gesetzestreuen Bürger zum Übeltäter, Antisemiten, Rassisten, alle möglichen Arten von Leugnern usw. usw. abstempelte – und ich hatte nichts getan!
      Es leben heute ziemlich viele professionelle Schwätzer und Meinungsmacher (also vom akademischen Prekariat, die unfähig zu nützlicher Arbeit sind) davon, normale, anständige arbeitende Menschen zu beschimpfen, zu diskreditieren, sie in Angst und Schrecken zu versetzen und ihnen Schuldgefühle einzutrichtern. Davon lebt es sich in der sog. BRD (Staatsbürgerschaft "deutsch") einfacher als von Arbeit.

    2. Instrumentalisierung des Holocaust

      Mosche Zuckermann über Israel und den Holocaust (Taz)

      Zweierlei Holocaust – Moshe Zuckermann | Wallstein Verlag

      Diese drei Positionen noch Stichpunktartig zu benennen.

    3. Rechtsstaat-Radar an

      Martin Walser hatte absolut recht. Das sehe ich exakt so wie er. Dieses monströse Mahnmal muss abgerissen und es muss irgendwo im Tiergarten ein Mahn- und Denkmal an seiner Stelle errichtet werden, ein solches, das auf einen Sockel von 10 x 10 m passt.

      Lea Rosh und vergleichbare Extremisten dürfen nichts mehr zu sagen haben. Ich will mir nicht länger den Willen und die voll verquere Weltsicht solcher Meinungsterroristen aufzwingen lassen!

      Lasst uns ernsthaft über eine Sezession Mitteldeutschlands, also der Territoriums der ehemaligen DDR, nachdenken. Ich will mein altes Preußen wieder haben. Es wäre, würde es nur endlich wieder errichtet, innerhalb kürzester Zeit wieder der erfolgreichste Staat Europas werden.

    4. Werner Holt an

      Martin Walser: "Schon die Teilung selbst, solange sie dauerte,
      wurde von maßgeblichen Intellektuellen gerechtfertigt mit dem Hinweis auf Auschwitz."

      – – –

      Nimmt man nun diese Rechtfertigung der Teilung Schlands hinweislich Auschwitz’ durch maßgebliche – ich darf hier mal voraussetzen: "westdeutsche" – Intellektuelle, dann bleibt zu konstatieren, daß ich als ehemaliger DDR-Bürger bzw. Ost-Zoni meinen Teil an Schuld inzwischen abgesessen haben dürfte. Selbst wenn ich für meine Schuld – welche ja augenscheinlich bewiesen zu sein scheint – eine "lebenslange Freiheitsstrafe" erhalten haben sollte, welche nach frühestens 15 Haftjahren zur Bewährung ausgesetzt werden kann (§ 57a StGB), habe ich ergo 25 Jahre im "geschlossenen Vollzug" hinter mir. Ist das, was ich nun erlebe "offener Vollzug" – wenn dies zutreffen sollte, haben meine westdeutschen Brüder und Schwestern dann von Anfang an Hafterleichterung bekommen? Wenn ja, warum? Oder befinde ich mich derzeit lediglich in "Sicherheitsverwahrung"?

      Maßgebliche Intellektuelle! – Da erklärt also die Katze dem Kanarienvogel im Käfig, warum ausgerechnet er nicht fliegen darf. – Schweinebande!! Zum ekeln.

    5. Archangela an

      Mit 94 Jahren ist Walser inzwischen einer der Wenigen, der noch eigene Erfahrungen als Soldat der Wehrmacht vorweisen kann. Diese Spezies ist inzwischen fast ausgestorben. 1998 war das noch anders.

      So einem kriegserfahrenen Veteranen kann man schwer etwas vormachen. 1998 wurde er noch bejubelt nachdem er von "Monumentalisierung der Schande" gesprochen hatte. In heutiger Zeit, in der alles linientreu zu sein hat, wird ein Herr Höcke nazifiziert, weil er nur ein Zitat aus 1998 bringt.

      Walser war sicherlich nicht verantwortlich für die "Schande". Trotzdem wird er sie persönlich empfunden haben. Mit der Instrumentalisierung durch Monumentalisierung geht der Bezug völlig verloren.

      Der Großteil der heute lebenden Menschen kann gar nicht schuldig sein, weil zu spät geboren. Trotzdem wird Erlösung durch ritualisiertes Fremdschämen versprochen und wehe jemand stört diese öffentlichen Selbstgeißelungen. Der wird an den medialen Pranger gestellt.

      Ich hätte nie geglaubt, dass ein religiöses System mit seinen Dogmen und Tabus in unserem Land wieder Fuß fassen kann.

      Wir steuern auf ein neues Mittelalter zu.

      • Es ist ja eigentlich noch schlimmer: es wird eben gerade keine Erlösung durch rituelles Fremdschämen versprochen, ganz im Gegenteil: das rituelle Fremdschämen wird zum Selbstzweck erhoben und soll ja bloß nicht durch Erlösung beendet werden. Diese neue Religion würde sich sonst selbst den Boden entziehen, und ihre Hohepriester würden ins Nichts fallen.

        Eine Religion ohne Erlösung aber ist eine teuflische Religion!

    6. Das Mahnmal wird noch stehen, wenn es in diesen Breiten in 2 Generationen eine überwiegend islamische orientalisch-negroide Mischbevölkerung geben wird. Die werden nichts damit anfangen können – zumal deren Groß- und Urgroßeltern erst frühestens nach 1960 in Mitteleuropa eingewandert sind. Für die ist es ein historisches Baudenkmal, welches zeigt, daß es mit der Baukunst um die Jahrtausendwende nicht mehr viel los war in Mitteleuropa …
      Gut möglich, daß das dann aktuelle Kalifat Köln es abreißen läßt um darauf eine ordentliche Moschee bauen zu können.

    7. Versuchen wir das Holocaust-Mahnmal aus der Blickrichtung der feinen Künste zu sehen. Es soll den Betrachter inspirieren etwas zu sehen, zu deuten.
      „Die 2.711 Betonstelen unterscheiden sich in ihrer Höhe voneinander und erzeugen je nach Standort ein wellenförmiges Muster. Mit dieser abstrakten Form soll das Mahnmal zum Nachdenken anregen.“

      Ich kann den Betrachtungswinkel drehen und wenden, bei mir kommt einfach dieses Gefühl nicht auf. Daraus einen Zusammenhang zum Holocaust herzustellen, dafür fehlt mir jegliche Inspiration.
      Als ich nach 2005 zufällig dort vorbeikam, fielen mir Jugendliche auf, die darauf herumsprangen. Mein Gedanke war „Teures Spielzeug und Abenteuerspielplatz“. 27,6 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalts für den Bau, zuzüglich geschätzte 40 Millionen Euro für das Grundstück mit dem Bund als Eigentümer.

      Umstritten ist der Bau des Mahnmals auch gewesen. Damaliger Vorsitzender des Zentralrats, Heinz Galinski, sagte: „Halten Sie sich da raus, die Nachkommen der Täter bauen das Mahnmal, nicht die Juden.“ Klare Worte aus dem Munde eines Juden. Für den Eisenman-Entwurf wurde eine Mehrheit von 312 gegen 207 ablehnende Stimmen abgegeben. Da waren wohl viele Abgeordnete mit der Ausführung und Deutung des Mahnmals nicht einverstanden.

    8. Rationaler Rationalist an

      Da merkt man doch wie auch ein Preisträger und Schriftsteller dumm sein kann….

      Wenn man nur lange genug sucht… und seine Worte bewusst falsch interpretiert….

    9. HERBERT WEISS an

      Unser Bundesgrüßaugust führte im Januar vorigen Jahres die Anfeindungen an, derer sich so manche jüdische Schüler auf dem Schulhof ausgesetzt seien. Ich versuchte, mir als Urheber die Ururenkel deutscher Nazis vorzustellen. Irgendwie wollte mir das nicht gelingen. Warum wohl?

      • Laut: https://de.metapedia.org/wiki/Besatzungskonstrukt – ist die BRD nur ein Besatzungskonstrukt und ein Besatzungskonstrukt ist kein Staat! Das wird hier deutlich: https://docplayer.org/182971949-Firma-brd-kriminelle-organisationen-die-wahre-aufgabe-von-defender-kaiserreiche.html – Es gibt keinen Staat Bundesrepublik Deutschland, hat es nie gegeben, wird es niemals geben. Im Übrigen steht im UNO Eintrag Deutschland 1990 war es noch Deutschland / Germany, das Germany musste aber gelöscht werden, weil die private US-Raelische Firma Deutschland sich nicht mit Germany bezeichnen darf. (Eigentümer der Firma Israel /"B‘nai’B‘rith") Merkel gehört diesem "Orden" auch an und noch einige sehr bekannte Leute.

    10. Marques del Puerto an

      Habe die Ehre,

      der ewige Schuldkult, an jeder Ecke, in jeder Zeile in fast jedem Wort ist er zu finden, was unsere sogenannten Volksvertreter von sich geben.
      Rund 200.000 Juden leben in Deutschland und immer mehr beklagen sich schon Opfer von Übergriffen gewesen zu sein.
      Die Qualitätssystempresse hat sofort einen Schuldigen parat. Der böse Deutsche, der Aluhutträger, der Verschwörungstheoretiker, der AfD Wähler und zugleich Corona Leugner, also kurz um, der neue Nazi ist der Täter.
      Das tätliche Übergriffe auf Juden die in Deutschland leben zu über 90 % von importierten ausländischen Neudeutschen Muslimen geschehen , wird dabei ganz nebenbei mal vergessen.
      Das würde ja auch nicht den Schuldkult bedienen und somit werden diese Vergehen selbstverständlich passend in das rechte Lager eingeordnet.
      Keine Frage, es gibt in der Steuerzahlerkolonie mit Namens BRD noch immer Judenhass und ganz sicher auch von echten Biodeutschen, doch den Bärenanteil davon sind ganz andere Lager.
      Um den bösen Nazi aus der Kiste zu zaubern, genügt es das geschnittene Video von Halle Saale von 2019 vorzuführen, wo ein Eislebener mit selbstgebauten Waffen in den Feldzug für ein Judenfreies Deutschland zieht.
      Das vieles davon recht merkwürdig ist, dass ist schon verblasst. Die Bilder wirken, der Deutsche Judenhasser!

      • Marques del Puerto an

        Mehr braucht man nicht für Staatsfernsehen 1 und 2 , alles andere wird gedreht und verkauft nach grenzenloser Fantasie und belieben.
        Der vor über 70 Jahren gelegte Grundstein für Deutschlands-Zukunft sitzt fest und ist verankert.
        Damals wurde beschlossen das Volk für immer zu vernichten, die Früchte reifen endlich, dass Volk vernichtet sich selber , in Dummheit, gepaart mit Angst und Ignoranz.
        Die wenigen Ausnahmen können und werden das Ruder nicht mehr rumreißen.

        Mit besten Grüssen

        • Werner Holt an

          So richtig fing das Ganze m.M.n. in den 70er Jahren an. Da kam diese us-amerikanische "Holocaust"-Serie* auf die deutschen Bildschirme und wurde doch tatsächlich ein sog. Straßenfeger. Sicherlich zeitlich genau plaziert, da die Erlebnisgeneration wegzusterben begann und man den Nachkommenden was in’s Stammbuch zu schreiben erachtete. Haben es ja dann auch alle verinnerlicht, der Schuldkult kam nun erst so richtig in’s Rollen. Die 68er konnten öffentlich auf den Gräbern ihrer Väter herumtrampeln, ohne deren Erbe vollends auszuschlagen – also, das pekuniäre. Bundespräsidenten stellten nun nicht mehr nur "Agent Orange" her, sondern hielten aufwühlende Reden und vermittelten so Schuldkomplexe. Der Schuldige ward somit nicht nur gefunden, er fand sich selbst und zwar für schuldig. Und deshalb versucht der ewige Schuldige nun gutzumachen, was er nur kann und hat sich dazu ausgerechnet eine Zielgruppe auserwählt, die nicht unbedingt zum engeren Freundeskreis jüdischer Mitbürger zu zählen ist. Na, wenn das nicht paradox ist, weiß ich nicht, was sonst. Das ist schon schizophren.
          Nun liegt es mir fern, hier irgendetwas – wie heißt so schön korrekt? – relativieren zu wollen, aber ein wenig Geschmäckle hat das ganze schon.

          *Da hatten die SS-Schergen alle so lustige, blondierte Beatles-Frisuren, kriegten kaum ihre Schirmmützen drauf.

    11. jeder hasst die Antifa an

      Diese Betonklötze mitten in Berlin haben viel Geld gekostet ,die sinnvoller für den sozialen Wohnungsbau verwendet wurden wären.

    12. armin_ulrich an

      Hinweis auf das brilliante Video von Henrik M. Broder:
      googlen: >> Broder zum Mahnmal in Berlin youtube <<

      • Schilda 2.0 an

        Was Broder Ihnen sagen möchte haben Sie offensichtlich nicht verstanden, ansonsten würden Sie es nicht euphorisch bewerben.

        • armin_ulrich an

          Hier ist zunächst unklar, was Sie mit "es" meinen. Das Denkmal, das Video oder meint Ihr "es" " jene unbewusste Struktur, deren Inhalt psychischer Ausdruck der Triebe (etwa Nahrungstrieb, Sexualtrieb, Todestrieb), Bedürfnisse (Geltungsbedürfnis, Angenommenseinsbedürfnis) und Affekte (Neid, Hass, Vertrauen, Liebe) ist"

    13. alter weiser weißer Mann an

      Sind alle Nazi, ist keiner mehr Nazi.
      Das muß man wirklich mit Humor nehmen.

      Wie wäre es mit Nazi als Abkürzung für

      “Nicht an Zuwanderung interessiert”

      • @ALTER WEISER WEISSER MANN
        Da schimmert doch ein wenig Weisheit durch…

      • Der Spruch ist wirklich geil!

        Den hänge ich an mein Auto, wenn ich es der Versicherung als Schadensfall wegen Vandalismus melden will.

    14. alter weiser weißer Mann an

      Eintreten für Preisgabe der europäischen Völker

      Walser trat frühzeitig für das ungehinderte Eindringen von Ausländern nach Europa ein (→ Einwanderung), ebenso erklärte er Vermischung der Ethnien als etwas Wünschenswertes, das man fördern solle. In einem Zeitungsgespräch äußerte er 1992:

      „Was ist das für ein Geschichtsunterricht, der überhaupt so etwas Jämmerliches aufkommen lassen kann: die Bewahrung von etwas Reinem, von etwas Unvermischtem – ein absoluter Irrsinn. […] Jedem Kind kann man klarmachen, wie schön Vermischung ist, wie schön es ist, wenn fremde Rassen dazukommen. Die schönsten Menschen der Welt sind die Mischlinge. Das muß man eben sehen.“

      • Heinzelmännchen an

        Der Jude Erich Mühsam hatte 1923 diese Zeilen gedichtet:

        Strömt herbei, Besatzungsheere,
        schwarz und rot und braun und gelb,
        daß das Deutschtum sich vermehre,
        von der Etsch bis an den Belt!

        Schwarzweißrote Jungfernhemden
        wehen stolz von jedem Dach,
        grüßen euch, ihr dunklen Fremden:
        sei willkommen, schwarze Schmach!

        Jungfern, lasset euch begatten,
        Beine breit, ihre Ehefrau`n,
        und gebäret uns Mulatten,
        möglichst schokoladenbraun!

        Schwarze, Rote, Braune, Gelbe,
        Negervolk aus aller Welt,
        ziehet über Rhein und Elbe,
        kommt nach Niederschönenfeld!

        Strömt herbei in dunkler Masse.
        und schießt los mit lautem Krach,
        säubert die Germanenrasse,
        sei willkommen, schwarze Schmach!

        • alter weiser weißer Mann an

          Mühsam erhängte sich 1934 auf einer Toilette in Oranienburg.

          Mühsams Tagebücher (Zitate)

          „Der Elende Tripper. Ununterbrochen macht er sich bemerkbar, stört mich in meinen Absichten, lähmt meine Aktionen, vergiftet meine Laune.“

          „Von vorgestern ist einiges zu notieren, vor allem eine arge Sünde. Emmy verführte mich zum Koitus. Ich warnte sie, ich sträubte mich, ich kämpfte gegen mich, aber ich war schwach. Nun werde ich sie wohl angesteckt haben, und Kätchens Tripper wird die Runde durch München machen.“

        • Andor, der Zyniker an

          Wer hätte das gedacht,
          im armseligen Deutschland,
          in der Nacht?