Nach Gewalt bei Friedensdemo: Störer erhalten Rückendeckung von einem Mitglied des Linken-Bundesvorstands. Angesichts dieser Drohkulisse bleibt es umso wichtiger, für Völkerverständigung einzutreten. Mit der Druschba-Medaille setzen Sie ein Zeichen für Frieden und die deutsch-russische Freundschaft. Hier mehr erfahren.

    _von Clara Morgenroth

    Bei der Friedensdemonstration am 3. Oktober in Stuttgart störten Vermummte den Auftritt der BSW-Politikerin Sevim Dagdelen. Ein Mann gelangte auf die Bühne und näherte sich ihr, bevor die Polizei eingriff. Im Zuge der Auseinandersetzungen setzten Beamte Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Insgesamt wurden drei Personen festgenommen.

    Bekennerschreiben der Störer

    Noch am selben Tag bekannte sich die Gruppe Offenes Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart (OTKM) zu der Störaktion. Die Gruppe erklärte auf ihrer Internetseite, eigene Aktivisten hätten während Dagdelens Rede auf die Bühne gelangen wollen, um eine politische Einordnung abzugeben. Das Vorgehen bezeichneten sie als «antifaschistische Intervention».

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    Als Rechtfertigung warf man dem BSW vor, durch eine Zusammenarbeit mit der AfD rechte Kräfte zu stärken. Auch Dagdelens migrationskritische Positionen führte die Gruppe gegen sie an. Gleichzeitig räumte sie ausdrücklich ein, dass die Kritik des BSW an NATO, Waffenlieferungen und Aufrüstung berechtigt sei.

    Rückendeckung aus Bundesvorstand der Linken

    Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die Reaktion von Mersedeh Ghazaei. Die Politikerin gehört dem Bundesvorstand der Linkspartei an und war selbst auf der Kundgebung.

    In einem Instagram-Video rechtfertigte sie die Aktion gegen Dagdelen wie folgt: «Und es gab einmal kurz ein bisschen Eskalation. Sevim Dagdelen vom BSW steht auf der Bühne. Was erwartet man denn, wenn man die Steigbügelhalter des Faschismus, die Menschen, die eine faschistische Regierung in Sachsen-Anhalt ermöglichen wollen, auf eine Bühne zum Thema Frieden einlädt? Ulrich Siegmund will Waffen für Remigration und BSW unterstützt brav. Alles für die Macht. Alles fürs Geld. Alles für Positionen!»

    Dagdelen bezeichnete die Rückendeckung aus der Linken gegenüber der Berliner Zeitung als «Tabubruch». Den Vorwurf einer angestrebten Koalition mit der AfD wies sie zurück. Auch der Vorbereitungskreis der Demonstration verurteilte das Vorgehen gegen die eingeladene Rednerin. Er wertete es als Angriff auf die gesamte Friedenskundgebung.

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