Österreich-Aktivist und COMPACT-Kolumnist Martin Sellner hat sich Jürgen Elsässers Autobiografie „Ich bin Deutscher – Wie ein Linker zum Patrioten wurde“ angeschaut. Die Biografie können Sie als Buch, Hörbuch und Interview-DVD hier bestellen.

    Gleich zu Beginn vermutet der Rezensent, „Ich bin Deutscher“ sei „nur eine vorläufige“ Autobiografie:

    „Ich bin sicher, dass Jürgen uns in seinem politischen Werdegang noch alle überraschen wird.”

    Sellner findet es unglaublich, was in den Jahrzehnten, die dieses Buch umfasst, auf politischer Ebene  alles geschehen ist, woran Jürgen Elsässer  persönlich teilgenommen  hat. Dabei zeige der COMPACT-Chefredakteur einmal mehr seine Qualität als Autor: Ein wahrer „Pageturner” sei ihm gelungen. Er, Sellner, habe das Buch in zwei Tagen verschlungen.

    Fazit der Lektüre: Elsässers Erfolg in den unterschiedlichen politische Lagern sei maßgeblich  durch sein Organisationstalent bestimmt. Das ermöglichte ihm regelmäßige rasche Aufstiege in die Chefetagen – ob beim kommunistischen Arbeiterkampf, dem linken Monatsmagazin Konkret oder den antideutschen Bahamas.

    Von überzeitlichem Interesse sind für Sellner die Schilderungen vom Kampf- und Aufbruchsgeist des Kommunistischen Bundes (KB) während der 1970er und 1980er Jahre, dessen Zusammenschluss mit Feminismus, Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung  und dem Spagat, die eigene Ideologie sowohl anzupassen als auch zu bewahren.

    Mittendrin statt nur dabei: Elsässer vor einer Polizeikette, 21.4.2021

    Erschrocken haben Sellner einige Elsässer-Zitate aus dessen antideutscher Zeit. Aber die Biografie habe ihn die Gründe für solche ideologische Verpanzerung nachvollziehen lassen. Durch die Lektüre  könne er die historische Ursache dieser Bewegung „jetzt viel besser verstehen”.

    Als Leitmotiv in Elsässers politischer Biografie macht Sellner dessen Anti-Elitismus aus. Der Autor sei stets ein Freund des einfachen  Volkes gewesen. Davon, so der Rezensent, könne die Neue Rechte ebenfalls lernen. Wichtige Parallelen zur Gegenwart findet Sellner in der grünen Kriegsbegeisterung, die bereits  Ende der 1990er zur Spaltung der Linken führte.

    Am meisten  kickte den Rezensenten jedoch das Schlusskapitel von „Ich bin Deutscher“, das den „weltanschaulich interessantesten Punkt im Buch“ berge: Elsässers Konzept zur Verteidigung des Menschen gegen den Transhumanismus.

    Sellner sagt:

    „Ein weltanschauliches Bekenntnis von Jürgen, nämlich über die die identitäre Hoffnung. Und damit ist nicht die Identitäre Bewegung gemeint, wenngleich ich mich natürlich in diesem Text und dieser Aussage (…) absolut wiederfinde. Ich lese vor: ,Der Transhumanismus kann nur von Menschen zurückgeschlagen werden, der sich seiner Identität als Mensch bewusst ist.‘“

    Beispielsweise als Mann oder Frau oder als Teil einer Kulturgemeinschaft. Es gebe keine höheren oder minderwertigen Identitäten, aber immerhin Unterschiede. Wer also den Angriff auf die Gattung Mensch verwirft, müsse auch die Dekonstruktion von Geschlechtern und kultureller Differenzen ablehnen. Dem, so Sellner, habe er nichts hinzuzufügen.

    Die Elsässer-Autobiografie „Ich bin Deutscher“ können Sie als Buch, Hörbuch oder Interview-DVD hier bestellen.

    Das Inhaltsverzeichnis:

    9/11: Der Tag, als meine Welt unterging

    Kapitel 1: Die roten Jahre (1970 bis 2000)
    Anbruch einer neuen Zeit – Jugend und Politisierung
    Feuertaufe – Im Anti-Atom-Kampf
    Im Deutschen Herbst – Elsässer hinter Gittern
    Grün frisst Rot – Bei den Grünen
    Frauengeschichten – Die Zerstörung des Privaten
    Frustration und Neurose – Die Achtziger
    Meine finsterste Nacht – Bei den Antideutschen

    Kapitel 2: Auf der Suche (2000 bis 2010)
    Die serbische Erweckung – Meine Milosevic-Jahre
    Abschied von der Linken – Enttäuschte Hoffnung Lafontaine
    Unter Moslems – Ahmadinedschad und andere

    3. Kapitel: Am rechten Fleck (2010 bis 2020)
    Nicht links, nicht rechts, sondern vorn – Die ersten COMPACT-Jahre
    Deutschland in Gefahr – Gegen den Volksaustausch
    House of Cards – Erfahrungen mit der AfD

    4. Kapitel: Das Große Erwachen (ab 2020)
    Revolution der Herzen – Bei den Querdenkern
    Das letzte Gefecht – Gegen den Great Reset

    Die Autobiografie „Ich bin Deutscher – Wie ein Linker zum Patrioten wurde“ von Jürgen Elsässer können Sie hier bestellen.

    6 Kommentare

    1. Mhm, Walter Ulbricht war auch Deutscher. Karl-Eduard v. Schnitzler auch.

    2. alter weißer, weiser Mann an

      Noch in den 1990er Jahren lobte Elsässer die „freizügige“ Sexual- und Familienpolitik der DDR. In bezug auf die BRD kritsierte er die Strafrechtsparagraphen 175 (→ Homosexualität) und 218 (→ Abtreibung). Mit Verweis auf den jüdischen Marxisten Wilhelm Reich bezeichnete Elsässer die Familie als „Charakterpest“, die klassische Familie verursache eine autoritätshörige Gesellschaft. Statt dessen plädierte Elsässer dafür, Kinder auch bei homosexuellen Paaren oder in Kommunen aufwachsen zu lassen. Er stellte fest:

      „In der Hölle der Kleinfamilie können die Heranwachsenden keine Ich-Stärke ausbilden. Deswegen ist Politik zur Bewahrung der patriarchalischen Familie immer konterrevolutionär.“

      • alter weißer, weiser Mann an

        Elsässers politisch-publizistische Vergangenheit ist durch jahrzehntelange ausgesprochen antideutsche Propaganda gekennzeichnet. Elsässer kann als einer der Hauptverantwortlichen für die Popularisierung des Slogans „Nie wieder Deutschland“ betrachtet werden. Während der Zeit der Wende und des Prozesses der Teilvereinigung von BRD und DDR warnte er vor dem Entstehen eines Vierten Reichs, das „erneut“ Europa bedrohe. Die Spaltung Deutschlands hielt Elsässer noch 1996 für „die größte historische Leistung der SED“, die Europa „eine fünfzigjährige Ruhe vor dem furor teutonicus“ beschert habe.

        „ Wenn Schultze-Rhonhof eine Mitverantwortung der Regierungen in Warschau oder Prag an der Katastrophe von 1939 benennt, bedeutet das keine Minderung der deutschen Schuld. Und kein vernünftiger Patriot will die Gebiete, die wir nach 1945 verloren haben, heute zurück haben.“

        COMPACT: Vielen Dank für die Wikipedia-Auszüge (oder woher das auch immer stammt), aber wie Sie in dem rezensierten Buch nachlesen können, rechnet der Autor gerade mit diesen ideologischen Verirrungen von anno dunnemals schonungslos ab.

        • Alter weiser, weißer Mann an

          Bitte, gern geschehen, der Wandel ist in der Tat beeindruckend, ich hoffe er ist echt, da habe ich und sicher noch einige Mitlesende noch Zweifel.
          Übrigens WIKI-Blöd ist nicht mein "Nachschlagquelle"

          COMPACT: Sondern? Das sind ja Zitate aus einem Buch, Artikel o.ä. — allerdings nicht, wie es korrekt wäre, als solche gekennzeichnet.

      • Das hindert den unweisen alten Mann aber nicht, ins Horn des Compactismus zu blasen.

      • Passt haargenau zum Übrigen. Der behauptete Wandel hat gar nicht stattgefunden.