Kopftuch im Gerichtssaal von Religionsfreiheit gedeckt – Bibelverse in Restaurant nicht!

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Noch im Februar hatten Verfassungsrichter muslimischen Rechtsreferendarinnen das Kopftuch im Gerichtssaal untersagt – wegen der weltanschaulich-religiösen Neutralität des Staates. Dieses Verbot hat der grüne Justizsenator Dirk Behrendt am 1. August kassiert. Schließlich verletzt es die Religionsfreiheit. Diese allerdings gilt nicht für Bibelverse in einem Berliner Restaurant: Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung eingeleitet.

Die Koreanerin Park Young-Ai ist Betreiberin des Restaurants „Ixthys“ in Berlin-Schönefeld, dessen altgriechischer Name „Fisch“ bedeutet – Erkennungszeichen der Christenheit. Doch die 71-Jährige serviert ihren Gästen nicht nur landestypische Speisen aus Asien, sondern auch Gottes Botschaft, sichtbar von den Wänden ihres Lokales verkündet. Denn es steht geschrieben: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.“ Die Menschen sollten erkennen, dass der sie liebt, begründet Young-Ai ihre ungewöhnliche Dekoration. Sie habe die Bibelstellen aufgehängt, da „das Wort Gottes lebendig und kraftvoll“ sei und „die Leere in den Herzen der Menschen erfüllen“ könne, wie sie in einem Interview mit dem christlichen Internetportal idea unlängst sagte. Sie bete jeden Tag für ihre Gäste, vom christlichen Glauben erfasst zu werden.

Dazu gehört für die alte Dame auch die Abkehr von Homosexualität: Sie hoffe, dass wenigstens einer von ihnen seine „Sünde“ erkenne und zu Gott zurückfinde. Dem wollte sie Nachdruck verleihen mit einem Zitat aus dem 3. Buch Mose, auch bekannt als Leciticus: „Einem Mann sollst du nicht beiliegen, wie man einem Weib beiliegt; Greuel ist dies (…) jeder, der einen von allen diesen Greueln tut – die Personen, die sie tut, sollen ausgetilgt werden aus der Mitte ihres Volkes.“ Bereits im Juli hatte das Boulevardblatt Berliner Zeitung diesen Spruch als „Die Schande von Schöneberg“ und als „homofeindliche Agitation“ bezeichnet.

Auch im Regenbogen-Kiez kam der Bibelvers nicht gut an, führte zu Anfeindungen, gilt in einem christlichen Land inzwischen als Volksverhetzung. Deswegen und wegen „homophober und menschenfeindlicher Haltung“ hat die Staatsanwaltschaft Berlin Ermittlungen eingeleitet, sogar ihr Lokal durchsuchen lassen. Der Anwalt der bibeltreuen Park Young-Ai hat laut idea Beschwerde eingelegt und auf die Religionsfreiheit verwiesen: „Wenn die Bibel in Deutschland gelesen werden darf, darf sie auch zitiert werden.“

Das sehen LGBTI-Aktivisten, etwa vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, anders. Sie forderten die Christin auf, die gegen Homosexuelle gerichteten Verse zu entfernen. „Ich bin traurig, dass immer noch viele Menschen – darunter auch evangelische Christen – glauben, die sexuelle Orientierung eines Menschen ändern zu können und sogar zu ‚müssen'“, so Jörg Litwinschuh-Barthel von der mit 11,61 Millionen Euro ausgestatteten Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, benannt nach dem Mitbegründer der ersten deutschen Schwulenbewegung.

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Doch für Young-Ai ist und bleibt Homosexualität eine Art Blasphemie. Schließlich stehe in der Bibel, dass diese gegen Gottes Plan sei, Homosexuelle „gerettet“ werden müssten, wenngleich diese ebenso wie Lesben weiterhin gern in ihrem Lokal bedient würden. Sie äußerte die Hoffnung, „dass sie zu Gott finden“. Nun, das eine schließt das andere nicht aus: Toleranz auf allen Seiten wäre angesagt. Fraglich allerdings ist, ob sich die politisch korrekten Tugendwächter genau so echauffiert hätten, wenn sie ihr Restaurant mit Sprüchen aus dem Koran tapeziert hätte, der bekanntlich noch weniger mit dem Grundgesetz vereinbar ist als die Bibel. Kritik daran aber fiele mit Sicherheit unter den Straftatbestand „Rassismus“.

Wenn das Kopftuch im Gerichtssaal von Religionsfreiheit gedeckt wird, Bibelverse in einem Restaurant aber nicht, dann kann man zurecht von Islam-Appeasement sprechen – und von Christenverfolgung, die nun auch in Deutschland Einzug hält.

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23 Kommentare

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    Verfassungsrichter können gar nicht irgend einem Menschen irgendetwas verbieten. Sie können höchstens feststellen, daß jemand etwas zu Recht verboten wurde. Oder das Verbieten verbieten, je nach dem. Pfuschiges Denken führt zu pfuschigem Handeln und pfuschiges Handeln führt in den Untergang.

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    Jeder hat das recht, seine Meinung frei zu äußern. Andererseits habe ich auch kein Problem mit den Leuten von der anderen Fakultät. Immerhin beschränkt sich die Restaurant-Betreiberin auf die Bibelverse auf der Wand, ohne denen die es betrifft, mit Hausverbot oder noch Ärgerem zu drohen.

    Vielleicht wäre es ganz hilfreich, wenn auch andere auf diesem Wege ihr Fett weg bekämen…

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    Öffentliches Bekenntnis zur wahren Religion ist sicher gut. Andernseits soll frau auch nicht Perlen vor die Säue werfen. Und es ist dem Weibe nicht gestattet, daß sie lehre. Die Heiden des Jahres 220 waren ja nicht gottlos, nur unwissend. Man kann modernen , hartgesottenen Gottesfeinden Anno 2020 nicht so begegnen wie frommen Heiden im Jahr 220. Kurz : hat ein echter Priester die Wandzeitungen gebilligt?

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    Jeder hasst die Antifa am

    Homosex ist ekelhaft und Ausdruck einer einer untergehenden dekadenten Gesellschaft das sind kranke Menschen welche die Gesellschaft in ruhe lassen sollen und ihre Schweinereien in ihren vier Wänden betreiben können aber nicht im öffentlichen Raum.

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      heidi heidegger am

      corr.: "..aber nicht im öffentlichen WeltRaum". Nur keine Sorge nicht, lieber Tiff(i), hihi, Soki et moi sind da wie HabeckHitler (dauerspitz wie Flocky, aber hetero only, yo!)..LOL

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      Hasso von Hassen am

      Wenn Homosexualität eine Krankheit wäre, gäbe es doch sicherlich mittlerweile ein Heilmittel?
      Gibt es nicht, es gäbe nur Zwang, Unterdrückung oder Psychische Beeinflussung.
      Die derzeit einizigen mit operativen Mitteln heilbaren psychischen Erkrankungen sind Transsexualität und die Amputationskrankheit.
      Wie sollte Homosexualität bei der Frau "geheilt" werden?
      Wie beim Mann?
      Amputation des Penis? Amputation der Klitioris? Schläge? Umerziehungslager?
      Dies widerspricht dem Freiheitsgedanken des Grundgesetzes.

      Unser Problem hier sind weder Gesetze noch sexuelle oder gläubige Ausrichtung der Menschen.
      Unser Problemsitz auf Richterstühlen, in Anwaltskanzleien, im Bundestag, den Länderparlamenten und in PoliTzeiwagen!

      Doch dasg rösste Problem hier ist die Dummheit und Denkfaulheit der charakterlosen Mitläufer und Gutmenschen.

      Für Sie der Rat: was man nicht kennt, das lehnt man ab – so habe ich es mit Zwiebeln, Käse und Pilzen gehalten!

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        "Wenn Homosexualität eine Krankheit wäre, gäbe es doch sicherlich mittlerweile ein Heilmittel?"
        Nein – aber am Impfstoff wird geforscht ….

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    Sie haben mein Pseudonym falsch geschrieben.
    Ich vermute einen (fehlgeschlagenen) invektiven Humor.

    Es ging in meinem Kommentar nicht in erster Linie um GOTT.

    Richtig lesen können, sollte für den Anhänger einer Buchreligion eine Voraussetzung sein.

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    Ja was denn, wird euch Vertretern des "säkularen" ( i.d. gottlosen ) Staates jetzt in diesem Staat langsam unheimlich? Zu spät . Wer vom Christentum abfällt, soll ruhig vom Islam gefressen werden; ist ganz gerecht.

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    Die Bibel ist homophob, rassistisch, volksverhetzend und zum Genozid auffordernd.
    Der Koran ist homophober, rassistischer, volksverhetzender und fordert offener zum Genozid auf.

    So lange beides, trotz der offenbaren Grundgesetzwidrigkeit, nicht verboten ist, darf es frei zitiert und veröffentlicht werden.

    Die Freiheit der Religion schützt dies.

    In einer neuen Verfassung sollte die Trennung von Kirche/Religion und Staat offensiv und konsequent vollzogen sein. Der derzeitige Zustand, der staatlich sanktionierten Durchmischung der Staatsgremien mit Vertretern nur einer Religion, wie sie zu Recht von Islamverbänden kritisiert wird, um zu Unrecht weitere Befugnisse zu bewirken, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

    Nach den geltenden Gesetzen hat diese Frau Recht, da sie nicht ihre (volksverhetzende) Meinung an die Wände schreibt, sondern eine religiöse Schrift zitiert.

    Schriebe sie die Koranverse an die Wand, wäre das auch durch das GG gedeckt.

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    Hasso von Hassen am

    Nun, dann soll sie einfach Homophobe und frauenfeindliche Suren aufhängen….
    Die Welt ist bekloppt und in Berlin regieren die beklopptesten der Bekloppten!

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      Andor, der Zyniker am

      @ HASSO VON HASSEN

      Stimmt! Und unter den Bekloppten ist der Nicht-Bekloppte
      der Bekloppte. – Zielführende Erkenntnis.

      Aber die werden keine homophoben und frauenfeindliche
      Suren und Bibelverse aufhängen, sondern hinterm Altar
      den Messwein saufen und darüber nachsinnen, wie man
      Deutschlands Steuerzahler, natürlich geschlechtsneutral,
      noch effektiver schröpfen kann.

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    Mit den alttestamentarischen Bibelversen ist das so eine Sache, denn da stehen viele Sachen drin, die vielleicht besser im mythischen oder historischen Kontext und nicht IMMER im streng litteralen Sinn gelesen werden sollten. Welche das sind und wie, ist u.a. eine Frage der Deutung(shoheit). In erster Linie würde es für das Jüdische Volk geschrieben.

    Das Problem mit dem Kopftuch im Gerichtssaal oder im Klassenzimmer ist deshalb ein Problem, weil man nicht auch offen Zeichen des Deutschtums wie z.B. Schwarz-Weiß-Rot, den Reichsadler oder das Eiserne Kreuz zeigen kann, ohne von der Polit-Media-Diktatur verleumdet, geächtet und sozial isoliert zu werden.
    (Die BRD-Henker richten nicht den Körper, sondern die soziale Seele hin.)
    Wäre das nicht der Fall, wäre auch das Kopftuch kein Problem.

    Genauso Spahn, dessen Liebesleben dann keinen interessiert, wenn er es nicht an die große Glocke hängt, und dessen Pharma-und Migrations-Lobby-Politik das weitaus größere Problem ist.

    Vielleicht wäre es auch Sache der Koreanerin, sich zunächst einmal um koreanische Angelegenheiten zu kümmern.

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      Aufrechter Ostpreuße am

      Warum ? Sie lebt und arbeitet hier und zahlt hier Steuern, ist offenbar christlich geprägt und viel weniger verlogen als die Kirchenoberen. Was kommt als nachstes – schwarze Balken uber unliebsame Zeilen in der Bibel oder ein Reclam Begleitheft, wie Deutsche die Bibel zu interpretieren haben ? Zensierte Neufassung ? Die Frau hatte eine prima Idee und vertritt eine eigene Meinung. " Volksverhetzung" wird zum idiotischen Deckmantel der eigentlichen Intoleranz. Hoffentlich fallt sie nicht um.

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        Ich mische mich, so gut es geht, nicht ein in die Kultur der Koreaner. Ich würde auch versuchen, mich dort nicht einzumischen, wenn ich dort Steuern zahlte, sondern mich innerlich auf die Rückkehr ins Heilige Vaterland vorbereiten.

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      @ Seyfried :GOTT und sein Wort ist universal, da gibt es keine koreanischen oder deutschen "Angelegenheiten". Im Prinzip gehört aber auch eine christliche (?) Koreanerin nach Korea. (nicht jeder, der Bibelverse aufhängt, ist damit schon Christ und würde vor der Heiligen Inquisition bestehen ).

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