Gestern Nacht eröffneten US-Streitkräfte das Feuer auf Ziele im Süden des Iran. Die Angriffe fallen mitten in laufende Friedensverhandlungen in Katar. Alle Hintergründe zur brandgefährlichen Eskalation in Nahost liefert die COMPACT-Maiausgabe „Zions Höllenritt. Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt“, die schonungslos mit der westlichen Kriegstreiberei aufräumt. Hier mehr erfahren.
Seit dem 8. April liegt über dem Iran-Krieg eine Feuerpause. Seither verhandeln Washington und Teheran in Katar über ein dauerhaftes Kriegsende. US-Außenminister Marco Rubio zeigte sich zuletzt vorsichtig optimistisch:
«Wir werden der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben.»
Doch die Waffenruhe war von Anfang an brüchig. Rund um die Straße von Hormus kam es seit Wochen wiederholt zu gegenseitigen Beschuss. Gestern eskalierte die Lage erneut.
Mitternacht bei Bandar Abbas
Gegen 0 Uhr Ortszeit beschossen US-Streitkräfte Raketenstellungen im Süden Irans und versenkten Schnellboote der Revolutionsgarde beim Verminen der Straße von Hormus. Die Angriffe konzentrierten sich auf das Gebiet rund um Bandar Abbas, jene Region, in der am ersten Kriegstag die Mädchenschule getroffen wurde, bei der 120 Kinder ums Leben kamen. Irans staatlicher Rundfunk IRIB berichtete von «mehreren lauten Explosionen in der Nähe der Stadt». Der Sender rahmte die Angriffe als «Verletzung der Feuerpause».
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Das iranische Nachrichtenportal SNN berichtete unter Berufung auf lokale Quellen von mehreren Toten nahe der Insel Larak und nannte drei Namen: Abbas Eslami, Ghodrat Zarangari und Abdolreza Golzari. Berichten zufolge sollen die Getöteten der Revolutionsgarde angehört haben. CENTCOM-Sprecher (US-Zentralkommando im Nahen Osten) Tim Hawkins erklärte:
«Die US-Streitkräfte haben heute im Süden Irans Selbstverteidigungsschläge durchgeführt, um unsere Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte zu schützen.»
Das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu Opfern, den genutzten Waffensystemen oder der Anzahl an zerstörten Booten.
Trumps Ultimatum
Ungeachtet der Angriffe hielt Rubio heute bei einem Besuch in Indien an den Verhandlungen fest. Er verwies auf für denselben Tag geplante Gespräche in Katar: «Wir werden sehen, ob es dabei Fortschritte gibt.» Zugleich dämpfte er die Erwartungen:
«Es gibt viel Hin und Her bezüglich bestimmter Formulierungen, deshalb wird es wohl noch ein paar Tage dauern.»
Zur Straße von Hormus ließ Rubio keinen Zweifel: «Die Straße muss offen sein. Sie wird so oder so geöffnet werden.» Auch Trump zeigte sich am Montag zwiespältig. Die Verhandlungen liefen «ganz gut», stellte er klar. Gleichzeitig drohte er unverhohlen:
«Es wird entweder ein großartiger Deal für alle sein — oder gar keiner.»
Sollten die Gespräche scheitern, werde er die Kämpfe «größer und stärker als je zuvor» wieder aufnehmen. In der Nuklearfrage erhöhte er den Druck: Das in Iran bereits angereicherte Uran müsse vernichtet werden, in den USA oder an einem anderen Standort. Teheran solle es entweder «sofort» übergeben oder einer Zerstörung unter Aufsicht vor Ort zustimmen. Der Umgang mit rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran gilt als zentraler Streitpunkt. Auch die Frage der Durchfahrtsgebühren für die Straße von Hormus bleibt ungeklärt, Iran besteht auf voller Souveränität über die Meerenge.
Libanon: Irans rote Linie
Während in Katar verhandelt wird, brennt der Libanon. Gestern Abend töteten israelische Luftangriffe in der Bekaa-Ebene zwölf Menschen. Für den Iran ist das eine Kernfrage der Verhandlungen. Die Hisbollah ist Teherans wichtigster Stellvertreter in der Region, seit Jahrzehnten bewaffnet, finanziert und politisch gesteuert aus Teheran. Irans Außenminister Abbas Araghchi hat unmissverständlich klargemacht:
«Die Bedingungen des Waffenstillstands sind eindeutig. Die USA müssen wählen — Waffenstillstand oder Krieg durch Israel. Beides geht gleichzeitig.»
Solange Israel im Libanon weiter angreift, bleibt Teherans Unterschrift aus. Trump steht damit vor einem Widerspruch, der sich vergangene Woche in einem einstündigen Telefonat mit Netanjahu entlud. Katar und Pakistan hatten gemeinsam mit Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten einen Friedensentwurf vorgelegt, eine Absichtserklärung, die den Krieg formal beendet und dreißig Tage Verhandlungen eröffnet. Trump legte ihn Netanjahu vor. Der israelische Premier lehnte empört ab. Er drängt auf Fortsetzung der Angriffe, um Irans Militärkapazitäten weiter zu schwächen. Laut Insidern «rauchte Netanjahu danach der Kopf».
Weiterer Tanker bricht die Blockade
Inmitten der Eskalation ein ungewöhnliches Signal: Am Montag erreichte der erste japanische Öltanker seit Kriegsbeginn wieder Japan. Die Idemitsu Maru hatte die Straße von Hormus im April erfolgreich durchquert, das erste Handelsschiff seiner Art, das die umkämpfte Meerenge passierte.
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