Warum dieser Mikronährstoff für mehr Energie immer noch Geheimtipp ist!

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Diesen Stoff braucht jeder. Spätestens ab 40 wird es kritisch. Wer an chronischen Krankheiten leidet, umso mehr. Auch Sportler können Q10 nutzen, für mehr Leistung und schnellere Regeneration. Manche Fitness- und Ernährungsberater empfehlen es sogar allen, die regelmäßig trainieren. Q10 ist trotzdem immer noch ein Geheimtipp. Obwohl zahlreiche Studien schon vorliegen und Erfolge nachweisen können. Deutschland ist in Sachen Q10 ein Entwicklungsland.

Dass wir allmählich älter werden, lässt sich nicht leugnen. Dem einen stehen die Jahre ins Gesicht geschrieben, der andere wirkt nicht nur jünger und frischer, sondern fühlt sich auch so. Wenn es um altersbedingte Krankheiten geht, winken Ärzte oft ab, die kämen eben mit den Jahren unausweichlich!

Ob Herz-Kreislauf, Diabetes, Arthrose oder auch Alzheimer. Ab einem bestimmten Alter müsse man eben mit einer solchen Erkrankung rechnen, heißt es von den Göttern in weiß. Scheinbar haben die auch Recht, denn Bluthochdruck ist in der Altersgruppe der ab 70-Jährigen zu fast 75 Prozent verbreitet.

Ob man vorzeitig altert oder zunehmend von chronischen Krankheiten z. B. von Bluthochdruck oder anderen Herzkrankheiten geplagt wird, könnte jedoch mit einem winzigen Stoff zusammenhängen – Coenzym Q10. Dieser Mikronährstoff kommt als Vitaminoid in jeder unserer 80 Millionen Zellen vor. Unverzichtbar ist er, wenn es um unsere körpereigene Energieversorgung geht. In der sogenannten Atmungskette in den Zellkraftwerken, den Mitochondrien wird er unbedingt gebraucht.

Hier entscheidet sich, ob die Umwandlung von Nahrungs- in Zellenergie funktioniert oder eben nicht. Damit hängt auch zusammen, ob wir vorzeitig altern, anfälliger für bestimmte Krankheiten oder allgemein infektanfälliger werden oder eben nicht. Vitaminoid deutet es schon an. Q10 ist so wichtig wie ein Vitamin, aber unser Organismus kann diesen Stoff selbst herstellen, daher also kein richtiges Vitamin. Solange wir jung, etwa nicht über 20 Jahre alt sind, schafft unser Körper die Produktion von Q10 spielend.

Wer allerdings Leistungssport betreibt, wird hier auch schon genauer hinhören. Denn Q10 kitzelt nicht nur letzte Prozentpunkte an Leistungssteigerung heraus, sondern sorgt auch für schnellere Regeneration nach intensivem Training. Dass auch Muskelverletzungen mit einer zusätzlichen Gabe an Q10 weniger auftreten, weiß man spätestens seit einer Studie aus dem Jahre 2015 mit Ultralangläufern.

Astaxanthin, der vielfältige Wunderstoff

Im Laufe des Lebens sinkt die Q10-Produktion immer mehr. Etwa ab 30 ist diese bereits spürbar, ab 40 wird schon eine kritische Marke unterschritten. Dann beträgt das Niveau der Q10-Produktion nur noch etwa 70 Prozent von dem eines Zwanzigjährigen. Oha! Der Ausruf sollte sogar noch lauter werden, wenn man weiß, dass ein Mangel von 25 Prozent bereits zur Unterversorgung bestimmter Zellen führt und schwere Schäden an den Mitochondrien verursacht.

Studien haben bewiesen, dass bereits ein Q10-Mangel von 25 Prozent zu schweren Schäden an den Mitochondrien führen kann. Da diese für die Bildung von Adenosintriphosphat (ATP) – das ist unser Zellkraftstoff – zuständig sind, kann ein spürbarer Energieverlust die Folge sein. Diese Mangelversorgung lässt unsere Zellen vorzeitig altern und den frühen Zelltod sterben, z. B. an der Haut gut zu sehen. Daher auch sein Ruf als gutes Anti-Aging-Mittel!

Wer es mit dem Herzen hat oder Statine – Cholesterinsenker – nehmen muss, dessen Verbrauch ist sogar noch höher und damit die Gefahr eines Mangels auch. Auch andere Krankheiten zehren am Q10-Spiegel, da eine solche meist auch den Energieverbrauch steigen lässt. Wenn unser Immunsystem auf Touren kommen soll, um Keime und Infekte zu bekämpfen, braucht es Energie. Fehlt diese, weil zunächst die wichtigsten Organe mit Energie versorgt werden müssen, haben die Erreger freie Bahn.

Was ist Q10?

„Das Coenzym Q10, auch bekannt als Ubiquinon, ist eine fettlösliche vitaminähnliche Substanz, die in nahezu allen menschlichen Geweben vorkommt“, so der Pharmazeut Uwe Gröber, der als Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin auch ein anerkannter Fachautor ist. Insbesondere spielt Ubiquinon eine besondere Rolle in unseren Mitochondrien. Hier wird es in der Atmungskette gebraucht, um ATP zu erzeugen.

Q10 steckt in vielen Multivitaminprodukten, in Cremes und in Getränken, auch in vielen anderen Nahrungsmitteln. Es ist hitzeempfindlich und geht daher durch die Zubereitung von Lebensmitteln verloren: Das Braten von Fleisch reduziert z. B. den Coenzym-Q10-Gehalt um bis zu 30 Prozent! Besonders viel Q10 steckt in Rinderherz (11 mg/100 g), Erdnüssen (2,7 mg), Hering (ca. 2 mg), Thunfisch (1,5 mg) und Käse (ca. 0,2 mg).

Gehen wir davon aus, dass täglich etwa 500 mg Q10 zur Verfügung stehen sollten, so wird klar, dass der Großteil über die körpereigene Produktion abgedeckt werden muss. Über Lebensmittel werden etwa 3 bis 6 mg aufgenommen. In unseren Körper sind insgesamt etwa 1,5 bis 2 g gespeichert, in den wichtigsten Organen wie Herz, Gehirn, Leber, Niere und Skelettmuskulatur am meisten.

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Weil die Q10-Produktion mit den Lebensjahren fällt, sinkt auch der Coenzym-Q10-Gehalt in den wichtigen Organen. Um die Energieproduktion auch jenseits der 40 in Schwung zu halten, muss hier nachgeholfen werden. Der Q10-Spiegel sollte wieder angehoben werden. Dass dies über die Nahrung schlecht funktioniert kann man an den obigen Werten für Fische, Käse oder auch Rinderleber sehen.

„Sie können letztlich gar nicht so viel Ölsardinen – diese haben einen hohen Q10-Gehalt – essen, wie Sie bräuchten, um ihren Q10 Bedarf zu decken“, weiß unser Experte Gröber.

Man könnte auch die Q10-Eigenproduktion gezielt ankurbeln. Etwa mit Vitamin C, bestimmten Aminosäuren wie Phenylalanin oder Methionin. Doch über diesen Prozess ist noch wenig bekannt. „Deshalb lässt sich auch nicht genau sagen, was man essen muss, um die körpereigene Produktion von Q10 zu steigern“, lässt uns Gröber fast hilflos zurück.

Als Mittel der Wahl bleibt die regelmäßige Einnahme eines guten Coenzym-Q10-Präparates. Hier sollte man darauf achten, dass es sich um ein reines handelt, also ohne Zusatzstoffe. Etwa 150 bis 180 mg täglich sollten ausreichen.

Q10-Mangel

Einen Coenzym-Q10-Mangel zu erkennen, ist gar nicht so einfach, weil die Symptome ziemlich unspezifisch sind. Abgeschlagenheit, Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit – eben alles, was mit Energiemangel einhergehen kann. Doch für diese Beschwerden kommen auch viele andere Ursachen in Frage, nicht nur zu wenig von unserem Mikronährstoff.

Wer sich einem Bluttest unterzieht, könnte hier schon mehr Gewissheit erlangen: „Der Referenzwert für Gesunde liegt bei 1,2 Mikrogramm pro Milliliter“, weiß Gröber. Wer allerdings krank ist, etwa Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose hat, für den seien Bereiche interessant, die die Zellfunktion verbessern, also ab 2,5 Mikrogramm pro Milliliter, gibt Gröber einen guten Tipp. Das sind oft genau die altersbedingten Erkrankungen, von denen oben die Rede war.

Wer viel Stress hat oder auch ungesund lebt, wird einen höheren Verbrauch und damit Bedarf an Q10 haben, aber dazu unten mehr.

Herz, Nieren, Muskeln

Dort, wo viel Energie benötigt wird, ist die Dichte der Mitochondrien auch besonders hoch. Das sind Gehirn und Sinnesorgane, Herz, Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren und Skelettmuskulatur. Diese werden auch immer zuerst mit Energie und dem dringend benötigten Q10 versorgt. Sinkt die Q10-Versorgung, wird aus anderen Bereichen das Q10 abgezogen. Dort werden dann zuerst die Folgen sichtbar – vorzeitige Alterung, wie z. B. an der Haut.

Kommt es zu Beschwerden in wichtigen Organen, steigt hier offensichtlich auch der Verbrauch an Q10. Nur so erklären sich die Forscher den positiven Effekt einer Q10-Supplementation z. B. bei bestimmten Herzkrankheiten wie Herzschwäche. Auch die Bauspeicheldrüse profitiert unmittelbar, z. B. bei Insulinresistenz, einer Vorstufe des Diabetes-Typ-2. Die sogenannten Beta-Zellen, die für die Produktion des Insulins zuständig sind, werden durch zusätzliches Q10 gestärkt.

Eine große Studie aus Kopenhagen sorgte vor einigen Jahren für Aufsehen. Diese ging über zwei Jahre und dokumentierte die Wirkung der Q10-Einnahme bei Herzpatienten. Zum einen verringerten sich die Beschwerden als auch sank die Sterberate um nahezu 50 Prozent. In einigen Ländern ist Q10 daher auch schon als therapiebegleitendes Medikament für Herzkrankheiten anerkannt, etwa in Kanada und China.

Coenzym Q10

Anti-Aging

„Insgesamt tritt deutlich hervor, dass sich Alterungsprozesse verzögern, dafür gibt es sogar einen biochemischen Marker“, weiß Gröber aus zahlreichen Untersuchungen. Das ist die Polymerlänge der Leukozyten, die Q10 stabilisieren könne.

Man weiß, dass die Verkürzung der Telomere die primäre Ursache des menschlichen Alterns ist sowie altersbedingter Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten und Störungen des Immunsystems. Da Coenzym Q10 die Energieverwertung der Zelle verbessert und antientzündlich wirkt, richtet es sich gegen Alterungsprozesse.

Entzündungen & Krebs

Alterung sowie die meisten Krankheiten stehen in Verbindung mit entzündlichen Prozessen, die nicht akut sind, sondern still verlaufen. Diesen stillen Entzündungen gilt es präventiv vorzubeugen, einerseits durch gute Antioxidantien, wie Astaxanthin und OPC um den freien Radikalen den Garaus zu machen. Mehr zu Astaxanthin finden Sie übrigens hier.

Andererseits über die Stärkung der Zellen selbst, indem man mit Q10 die Energieerzeugung wieder ankurbelt. Auch viele Krebstherapien lassen sich wirksam mit Q10 begleiten. Vor allem bei der Therapie mit Krebsmedikamenten wie Anthrazyklinen, Herceptin, Taxanen oder Tamoxifen sei die Einnahme von Q10 sinnvoll, so Gröber, der auch in der Deutschen Krebsgesellschaft aktiv ist.

Auch Entzündungsbotenstoffe im Blut werden sowohl durch Q10 als auch durch Astaxanthin wirksam gesenkt. Ein solcher Entzündungsmarker ließe sonst das Immunsystem reagieren, weil es eine Entzündung vermutet. Das Immunsystem schießt dann über wie bei Autoimmunerkrankungen. Bei Diabetes-Typ-2 und bei Übergewichtigen werden nicht nur die Entzündungswerte gesenkt, sondern durch Q10 auch der Blutzuckerspiegel (HbA1c-Wert) verbessert. Dies zeigen verschiedene medizinische Studien. Pro Tag werden bei Diabetes und Übergewicht daher 100 bis 200 Milligramm Coenzym Q10 empfohlen.

Auch Stress, ungesunde Lebensweise, Schlaf- und Bewegungsmangel induzieren entzündliche Prozesse. Das haben inzwischen zahlreiche Studien erwiesen. Bei dauerhaftem Stress führt der zu hohe Cortisolspiegel nicht nur zu Bluthochdruck, sondern auch zu einem erhöhten Magnesiumverbrauch. Das Cortisol wird nämlich zusammen mit Magnesium aus dem Körper ausgespült.

Daraus folgt ganz schnell auch ein Magnesiummangel, welcher z. B. in den eventuell durch den Bluthochdruck geschädigten Blutgefäßen schnell zu Schäden und Ablagerungen führt, da durch den Magnesiummangel auch der Kalziumstoffwechsel gestört wird. Mit der Folge, dass sich das Kalzium nicht in den Knochen, sondern woanders z. B. in den Blutgefäßen ablagert.

Welche Form von Q10 am besten wirkt

Besonders hoch ist die Bioverfügbarkeit von Ubiquinon, das der Körper viermal so gut resorbiert und in der Zelle verwertet als die anderen Q10-Formen, gibt Gröber einen guten Tipp. Bei der Einnahme kommt es dann auf die Darreichungsform an: Kapseln oder Tabletten sollten beim Essen eingenommen werden, „dabei zerfällt das Q10 im Speisebrei und erreicht eine höhere Resorptionsfläche“.

Q10-Produkte als Lösung oder Emulsion dagegen sollte man etwa eine Minute im Mund einwirken lassen und erst dann hinunterschlucken. So wird Q10 bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen, die außerdem besser durchblutet wird – wichtig für ein gesundes Zahnfleisch.

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Zusammenfassung

Viele Erkrankungen und Beschwerden, insbesondere das vorzeitige Altern hängen mit der Energieproduktion in unseren Zellen zusammen. Ein wesentlicher Baustein dafür ist das Coenzym Q10. Sinkt der Q10-Spiegel, sinkt auch die Energieproduktion.

Vor allem beim Älterwerden haben wir damit zu tun, da die körpereigene Q10-Produktion sinkt. Entsteht ein Q10-Mangel fühlen wir uns oft nicht nur abgeschlagen und matt, sondern auch unsere Mitochondrien nehmen Schaden. Mit der Folge, dass geschwächte Zellen ein Einfallstor für freie Radikale werden. Der dadurch ausgelöste oxidative Stress kann Entzündungen hervorrufen. Zwar kann man die freien Radikalen mit guten Antioxidantien wie Astaxanthin und OPC wirksam bekämpfen.

Jedoch ein zu niedriger Q10-Spiegel lässt unsere Zellen vorzeitig altern und den frühen Zelltod sterben. Ab etwa 40 Jahren sollten wir daher mit guten Q10-Präparaten das Defizit in der körpereigenen Produktion ausgleichen. Gleichzeitig schützt ein guter Q10-Spiegel unsere Zellen wirksam vor Entzündungen und altersbedingten Krankheiten, sozusagen von innen.

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