Die deutsche Wirtschaft taumelt, die Energiekosten treiben die Bürger in den Ruin. Doch Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) will jetzt auch noch unseren Goldschatz plündern – und den Deutschen das Auto vergällen. Unsere Ausgabe «2026 – Jahr des Goldes. Das Ende des Dollars und was danach kommt», zeigt auf, warum das eine ziemlich dumme Idee ist. Hier mehr erfahren.
Marcel Fratzscher leitet seit 2013 das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und gilt als einer der einflussreichsten Ökonomen des Landes. In einem aktuellen Interview mit T-Online legte er ein Bündel von Maßnahmen vor, das selbst hartgesottene Beobachter überrascht.
Der DIW-Chef will Teile der deutschen Goldreserven verkaufen und plädiert für autofreie Sonntage:
«Wir brauchen autofreie Sonntage und ein Tempolimit, auch jetzt schon, nicht erst, wenn es sich weiter zuspitzt.»
Steuersenkungen für die ohnehin belasteten Verbraucher lehnt er dabei rundweg ab. Die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung bezeichnet er schlicht als «Mogelpackung».
Das Sparschwein soll ran
Die Goldbestände der Deutschen Bundesbank umfassen 3.350 Tonnen und sind weltweit die zweitgrößten nach denen der USA. 1.710 Tonnen davon lagern in Frankfurt, 1.236 Tonnen in New York und 404 Tonnen in London. Ihr aktueller Wert liegt bei knapp 440 Milliarden Euro. Fratzscher sagt:
«Die deutschen Goldreserven sind ein riesiges Sparschwein für Krisen. Einen zumindest kleinen Teil davon sollten wir zur Bekämpfung dieser Krise und zur Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen nutzen.»
Ein Tabubruch, den Fratzscher selbst als solchen benennt: «Es war bisher immer ein Tabu, weil die Deutschen eine Mentalität des Sparens haben, mit dem wir aber nun endlich brechen sollten.» Und er kennt die institutionellen Hürden: «Selbst ein Bundeskanzler kann nicht einfach sagen: Ihr müsst jetzt das Gold verkaufen.» Dennoch spricht er sich dafür aus.

Als weiteres Ziel für den Erlös nannte Fratzscher Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Eine Aufgabe die ursprünglich dem sogenannten Sondervermögen zugedacht war, jenen 500 Milliarden neuen Schulden aus dem vergangenen Jahr, die seither in undurchsichtigen Kanälen versickert sind.
Fratzschers Feldzug gegen das Auto
Steuersenkungen für die ohnehin belasteten Verbraucher lehnt Fratzscher ab. Er kritisiert sogar die geplante Senkung der Kraftstoffsteuer zum 1. Mai. «Durch den Tankrabatt reduzieren die Deutschen ihr Autofahren nicht ausreichend, obwohl das dringend nötig wäre», so der Ökonom. Die Begründung:
«Wir haben im Augenblick weltweit zehn bis fünfzehn Prozent weniger Öl und Gas.»
Als Alternative empfiehlt er autofreie Sonntage und ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Historisches Vorbild sind die von Willy Brandts Regierung 1973 verhängten autofreien Sonntage, als die Ölkrise nach dem Jom-Kippur-Krieg die Preise in die Höhe trieb.
Ob das die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung bringen wird, lässt Fratzscher offen. Dafür malt er ein düsteres Szenario an die Wand. Sollte der Krieg der USA und Israels gegen den Iran anhalten, könnten die Energiepreise weiter steigen. «Deshalb kann es sehr gut sein, dass die Preise weiter steigen. Ein Dieselpreis in Richtung von drei Euro kann realistisch werden. Auch wenn sich das heute kaum jemand vorstellen mag», führt er aus. Für die Verbraucher, die das alles tragen sollen, hat Fratzscher keinen Trost. Nur die Rechnung.
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