Trump greift erneut an! Gestern Nacht feuerte das US-Militär 49 Tomahawk-Marschflugkörper auf iranische Ziele ab. Der Iran schlägt mit der erneuten Sperrung von Hormus zurück. Alle Hintergründe liefert unsere Ausgabe «Zions Höllenritt. Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt», die schonungslos mit der Kriegstreiberei aufräumt. Hier mehr erfahren.

    Seit Anfang April gilt zwischen den USA und dem Iran formal eine Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump selbst machte klar, was er davon hält:

    «Es ist die am häufigsten gebrochene Waffenruhe in der Geschichte der Welt.»

    Der Konflikt schwelt seit dem 28. Februar, als die USA und Israel gemeinsam iranische Militärziele angriffen und Revolutionsführer Ali Khamenei töteten. Teheran antwortete mit der Sperrung der Straße von Hormus. Die US-Navy versucht seitdem verzweifelt eine der wichtigsten Meerengen der Welt zu öffnen, Trump plante zwischenzeitlich sogar eine Invasion.

    Seitdem verhandeln beide Seiten über ein Kriegsende: Washington drängt auf einen raschen Deal. Die Ziele sind verfehlt, die Optionen schrumpfen. Teheran pocht weiter auf die dauerhafte Hoheit von Hormus und verweigert die Übergabe des angereicherten Urans. Netanjahu dagegen tut alles, um die Gespräche zu torpedieren: Ein Waffenstillstand könnte Israels Offensiven im Libanon und in Gaza stoppen, außerdem den Iran langfristig stärken. Immer wieder kommt es zu gegenseitigen Beschuss.

    48 Stunden am Golf

    Am Dienstag die nächste Eskalation: Der Iran hat nach US-Angaben einen Apache-Kampfhubschrauber vom Himmel geholt, der über der Meerenge patrouillierte. Beide Piloten wurden unverletzt gerettet. Trump auf seiner Plattform Truth Social:

    «Die USA müssen zwangsläufig auf diesen Angriff reagieren.»

    Gestern Nacht folgte der Angriff: 49 Tomahawk-Raketen. Das US-Militär bombardierte um 17:15 Uhr (23:15 Uhr deutscher Zeit) Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen entlang der iranischen Küste. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom bezeichnete die Schläge als Reaktion auf die anhaltende Aggression Teherans. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRCG) erklärten kurz darauf per Telegram:

    «Die Straße ist für alle Schiffe, einschließlich Öltanker und Handelsschiffe, geschlossen»

    Centcom widersprach umgehend auf X:

    «Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus.»

    In den Morgenstunden meldeten die IRCG, sie hätten die in Bahrain stationierte fünfte US-Flotte mit Drohnen attackiert, als Vergeltung für die US-Angriffe auf den Süden Irans. Kuwait sperrte seinen Luftraum, Jordanien fing fünf iranische Raketen ab. Trump drohte erneut auf Fox News, «die Scheiße aus dem Iran» zu bomben, sollte Teheran keinen Deal schließen. Die Option für weitere Schläge halte er sich offen.

    Gleichzeitig landete am Mittwoch eine katarische Delegation in Teheran. Neben Pakistan und Oman gehört Katar zu den wichtigen Vermittlern zwischen den Kriegsparteien. Das iranische Außenministerium erklärte, man müsse die Gespräche nach der erneuten Eskalation neu bewerten.

    Hormus: Waffe und Verhandlungsmasse

    Durch die 54 Kilometer schmale Meerenge zwischen Iran und Oman fließen rund 25 Prozent des weltweiten Seehandels mit Öl und 20 Prozent der globalen Flüssiggas-Exporte. Wer sie kontrolliert, hält die Weltwirtschaft in der Hand. Die den Revolutionsgarden nahestehende iranische «Persian Gulf Strait Authority» (neu aufgestellte Durchfahrtbehörde des Iran) kassiert pro Schiff bis zu zwei Millionen US-Dollar, ein Souveränitätsinstrument, das die Mullahs nicht kampflos abgeben wollen. Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, zog die Mindestforderung an einen möglichen Frieden:

    «Die Straße von Hormus wird auch im Falle einer künftigen Einigung vollständig unter iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben.»

    Zudem besteht Teheran darauf, dass Israel seine Angriffe auf den Libanon und die Hisbollah einstellt, als Vorbedingung für jede dauerhafte Lösung. Netanjahu denkt nicht daran. Er hat die israelische Armee angewiesen, die Kontrolle über den Gazastreifen auf 70 Prozent auszuweiten, und treibt die Bodeneinsätze im Libanon jenseits jeder Waffenruhelinie voran.

    Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stritten sich daraufhin mehrfach in den letzten Wochen am Telefon. Einmal soll Trump gefeuert haben:

    «Du bist verdammt nochmal verrückt. Du würdest im Gefängnis sitzen, wenn ich nicht wäre.»

    Anfang Juni setzte der Iran die Verhandlungen vollständig aus und kündigte an, die Sperrung der Straße von Hormus voranzutreiben sowie weitere Fronten zu zünden, darunter die Straße von Bab al-Mandab am Horn von Afrika. Israelische Schiffe dürften nicht mehr passieren.

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