Die Top Ten der Medienlügen

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Niemand muss sich wundern, dass immer mehr Menschen die Monopolmedien ablehnen: zehn dreiste Manipulationsversuche aus den letzten zwölf Monaten, die wir nicht vergessen werden. Der Artikel erschien erstmalig in COMPACT 3/2015. Eine wunderbare Lektüre für all jene Journalisten, die auf der Website „Lügenpresse.de“ keine Selbstkritik, dafür umso mehr Selbstmitleid üben.

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_von Marc Dassen

Der erfundene Nazimord

13.1.2015: In Dresden wird ein eritreischer Asylbewerber erstochen aufgefunden. Linke und Antifa machen Pegida verantwortlich – am Vorabend hielt das islamkritische Bündnis mit 40.000 Teilnehmern seine bislang größte Demonstration ab. Viele Medien legen ebenfalls einen rechten Tathintergrund nahe. Mittlerweile hat ein afrikanischer Landsmann die Tat gestanden.

Die Pariser Trauerinszenierung

11.1.2015: Nach den Terroranschlägen von Paris versammeln sich Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zu einem Trauermarsch in Frankreichs Hauptstadt. Unsere Medien erwecken dabei den Eindruck, dass die Führer der freien Welt dort gemeinsam an der Spitze von Millionen Menschen durch die Straßen zogen – «Schulter an Schulter marschiert», heißt es in der Bild. Tatsächlich wurde die Szene in einer abgesperrten Nebenstraße gefilmt. Zuschauer gab es keine – außer den Dutzenden Sicherheitsleuten, die die Politiker begleiteten. Selbst Taz-Chefredakteurin Ines Pohl fühlt sich deswegen hinter die Fichte geführt: «Leider belegt der Umgang mit den Bildern des Pariser Marsches, dass das Wort „Lügenpresse“ nicht nur ein Hirngespinst der Pegida-Anhänger ist, sondern dass die Wirkung der Bilder – übrigens auch für deutsche Medienmacher – manchmal wichtiger ist als die Dokumentation der Realität.»

Die Migrationskostenlüge

27.11.2014: «Mehr Einnahmen als Ausgaben: Ausländer bringen Deutschland Milliarden», titelt Spiegel-Online an diesem Tag, andere Medien machen ähnlich auf. Die Journalisten beziehen sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Demnach zahlte 2012 jeder in Deutschland lebende Ausländer durchschnittlich 3.300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als er an
staatlichen Leistungen erhielt. Per saldo sorgten die knapp sieben Millionen Menschen ohne deutschen Pass auf diese Weise für ein Plus von 22 Milliarden Euro. Der Pferdefuß der Expertise: Der Überschuss ergibt sich nur, wenn man lediglich die unmittelbaren staatlichen Zuwendungen, wie Hartz IV und Kindergeld, mit den Sozialabgaben und Steuern, die die Ausländer zahlen, verrechnet. Bezöge man aber sämtliche Ausgaben der öffentlichen Hand in die Kalkulation mit ein, also etwa auch die Aufwendungen für Verkehrswesen, Infrastruktur, Bildung und Polizei, so würde auf die Ausländer ein beachtliches Defizit von 79.100 Euro pro Kopf entfallen. Zum Vergleich: Jeder Biodeutsche, Kinder und Rentner mitgerechnet, ist an den Staatsschulden lediglich mit 3.000 Euro beteiligt, da er durchschnittlich viel mehr in die Staatskasse einzahlt als ein Migrant.

Die Invasionslüge

15.8.2014: Ab Mitte August 2014 berichten die Medien in der Regel im Wochentakt vom Einmarsch russischer Truppen in die Ostukraine. Anfang September 2014 erklärt General Harald Kujat, von 2002 bis 2005 Vorsitzender des Militärausschusses der NATO, dazu in einer Talkshow: «Ich habe noch keinen Beweis gesehen, dass Russland mit regulären Streitkräften in den Konflikt interveniert hat.»

Die MH17-Lüge

17.7.2014: Der Flug MH17 der Malaysia Airlines wird über umkämpftem Gebiet in der Ostukraine abgeschossen. Die Terrorattacke mit 298 Toten wird sofort den prorussischen Milizionären der Volksrepublik Donezk in die Schuhe geschoben und Putin selbst als Lieferant der angeblich tödlichen Boden-Luft-Rakete verantwortlich gemacht. «Stoppt Putin jetzt!», schreit es von der Titelseite des Spiegel am 28. Juli unter den Fotos von Toten des Anschlages. In Folge verhängen USA und EU weitere Sanktionen. Am 22. August dann auf Spiegel-Online das Dementi: «Nachdem die USA und andere westliche Regierungen bald nach dem Absturz die Schuldigen ausgemacht zu haben schienen, sind bis heute keine klaren Beweise dafür veröffentlicht worden, wer die Boeing mit 298 Menschen an Bord abschoss.»

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Der Rankingskandal

11.7.2014: Die ZDF-Show „Deutschlands Beste!“ wird gezielt manipuliert. Die Redaktion hat, nach späteren Angaben des Senders, Veränderungen an der Rangliste der Prominenten vorgenommen, die eine Forsa-Befragung ermittelt hatte. Die Redaktion hat demnach bestimmte Prominente in der Rangfolge aufgewertet, um sie ins Studio einladen zu können.

Die Helikopterlüge

29.5.2014: ARD und ZDF dokumentieren den Abschuss eines ukrainischen Helikopters über dem umkämpften Donbass, bei dem 14 Militärs ums Leben gekommen sein sollen. Kurz darauf stellt sich heraus: Das gezeigte Video wurde 2013 in Syrien aufgenommen und zeigt im Original Rebellen beim Kampf gegen die Armee von Präsident Baschar al-Assad. Das Video wurde schlicht recycelt, durch kleinere Bearbeitungen verfremdet und dem leichtgläubigen Publikum als brandheiße Story verkauft.

Die Stadionlüge

20.5.2014: Die Tagesthemen der ARD berichten von einem prowestlichen Oligarchen in Kiew, Rinat Achmetow, der im Donezker Fußballstadion bei seiner Rede für die Westbindung der Ukraine und gegen Russland von Zehntausenden Menschen bejubelt wird. Bald kommt durch weitere Aufnahmen aus dem Stadion heraus, dass die Kameraeinstellung manipuliert war: Tatsächlich saßen nur wenige hundert Menschen auf den ansonsten vollkommen leeren Rängen.

Die Homs-Lüge

15.4.2014: Die Tagesschau zeigt ein Video aus Homs, einer Stadt in Syrien. Dort soll zu sehen sein, wie Assad-Truppen einen vereinbarten Waffenstillstand verletzen, indem sie die Rebellen beschießen. Am selben Tag taucht dasselbe Video ein zweites Mal auf. Diesmal berichtet das heute-journal von einem Angriff der Taliban in Kabul, Afghanistan. Auch dieses Video wurde wiederverwertet. Erst nach Protesten verschwand der Clip aus der Mediathek des ZDF.

Das Sotschi-Bashing

5.2.2014: In den westlichen Medien überschlagen sich Pannenberichte von den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, obwohl Sportler und die nicht-westliche Welt den perfekten Standard und die Gastfreundschaft loben. «Olympia-Gäste berichten (…) von unliebsamen Überraschungen in halbfertigen Hotels», tickert es auf Spiegel-Online.
Simon Rosner von der Wiener Zeitung schießt den Vogel ab: Er trug zum Sotschi-Shitstorm bei, ganz ohne die österreichische Hauptstadt zu verlassen. Er schoss ein Foto von einer kaputten Straße bei sich zu Hause und postete es, versehen mit dem Schlagwort #SochiProblems. Anschließend hat sich CNN bei ihm gemeldet, der Sender wollte die Aufnahme für eine Fotosammlung unter dem Titel «Die größten Peinlichkeiten von Sotschi» haben.

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Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

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