Die 7 größten Magnesium-Räuber

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Magnesium ist an mehr als 300 Stoffwechselvorgängen beteiligt. Früher galt, dass eine ausgewogene Ernährung für die notwendige Zufuhr an Magnesium ausreichend ist. Doch sowohl die Ernährungsweise als auch die Lebensumstände haben sich inzwischen gravierend geändert. Auch unsere Lebensmittel enthalten nicht mehr so viel Mineralstoffe wie zuvor, dieweil über 60 Prozent der Deutschen über Stress klagen und der dabei steigende Mineralstoffbedarf meist unterschätzt wird.

Ohne Magnesium wäre kein Leben möglich. Aufgrund seiner Reaktionsfreudigkeit kommt es nur in Verbindung mit anderen Stoffen vor. Meist sind es anorganische oder organische Säuren, in dessen Verbindung dann die Magnesiumsalze entstehen. Magnesium ist nicht nur an mehr als 300 Stoffwechselprozessen beteiligt, sondern es fungiert auch als Melder in unserem Immunsystem. Nicht zu vergessen ist seine stabilisierende Funktion in Muskel- und Nervenzellen. Das Nervensystem braucht es, um verschiedene Vorgänge in den Nervenzellen und Nervenbahnen zu steuern. Magnesium ist nicht nur wichtig für unsere Muskelarbeit, sondern auch Knochen und Zähne sind auf Magnesium angewiesen. Eine erstaunliche Vielfalt an Aufgaben lässt sich entdecken, für einen Stoff, der nur zu etwa 20 g im menschlichen Körper vorhanden ist. Durch mehrere Studien ist inzwischen bewiesen, dass größere Teile der Bevölkerung von Magnesiummangel betroffen sind. Dieser Anteil wächst beständig.

Wie äußert sich ein Magnesium-Mangel?
Da der Mineralstoff eine wichtige Rolle für vitale Muskeln spielt, zeigt sich ein Magnesiummangel am häufigsten in Form von Krämpfen, aber auch über Müdigkeit und Erschöpfung. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Beschwerden, die bei einem Defizit auftreten und sich auf das Wohlbefinden auswirken können:

Muskelkrämpfe, Muskelzucken, auch Lidzucken
erhöhte Reizbarkeit, Fahrigkeit, innere Unruhe, Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche Benommenheit, Schwindel
Erschöpfung, Müdigkeit, Mattigkeit
erhöhtes Schlafbedürfnis oder Schlaflosigkeit
Kopfschmerzen und Migräne
Verspannungen, Rückenschmerzen
Geräuschempfindlichkeit und Tinnitus
Taubheitsgefühl, Kribbeln
Herzrasen, Herzrhythmusstörungen
Magenkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit
Verstopfung, auch im Wechsel mit Durchfall
Störungen der Menstruation, verstärkte Menstruationsblutung, schmerzhafte Periodenkrämpfe
Bronchialkrämpfe
Verstärkung allergischer Symptome

Früher galt, dass wir uns genügend Magnesium durch eine ausgewogene Ernährung zuführen. Ob dies unter heutigen Umständen immer noch so ist, ist – vorsichtig ausgedrückt – unter den Experten umstritten. Unbestritten ist jedoch, dass sich die Lebensumstände, insbesondere von Berufstätigen geändert haben. Dauerstress ist nicht nur die Ursache vieler Erkrankungen, sondern führt unweigerlich zu einem erhöhten Magnesiumverbrauch.

Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Magnesium-Räuber kurz vor.

Magnesium Night - wohltuend für Körper und Geist

Ernährung 
Manchmal muss es schnell gehen und bequem noch dazu. Ungesunde und einseitige Ernährung ist ein typischer Risikofaktor für einen Mangel: ballaststoffarme Fertigprodukte mit viel Weißmehl, Zucker und raffiniertes Speisesalz. Industriell verarbeitete Lebensmittel, insbesondere mit Zusatzstoffen (Oxalsäure oder Benzoesäure) sind oft nicht dazu geeignet, für einen ausgewogenen Magnesiumhaushalt zu sorgen. Während Vitamine die Aufnahme von Magnesium fördern, behindern Fette und Eiweiße diese eher. Bei übermäßigem Konsum von Alkohol wird dem Körper zusätzlich Magnesium entzogen. Da durch eine immer intensivere Nutzung die Böden allmählich an Mineralstoffen verlieren, sind auch unsere Lebensmittel nicht mehr so reich daran wie früher. Die spätere Weiterverarbeitung und Haltbarmachung tun ihr Übriges.
Reich an Magnesium: Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, naturbelassener Reis und einige Vollkorn-Getreideprodukte, Soja- und Limabohnen, Kakaopulver, Cashewnüsse und Mandeln, gefolgt von Haferflocken und Grünkern

Schwangerschaft
In der Schwangerschaft ist der Magnesiumbedarf deutlich erhöht, da das heranwachsende Kind Bedarf anmeldet und auch mit ausreichend Mineralstoffen versorgt werden muss. Erschwerend kommt hinzu, dass die Niere während der Schwangerschaft rund 25 Prozent mehr Magnesium ausscheidet als üblich. Man sollte währenddessen auch auf erhöhten Blutdruck achten. Hier kann eine zusätzliche Magnesiumgabe hilfreich sein. Dass in der Stillzeit ein erhöhter Magnesiumbedarf besteht, versteht sich schon fast von selbst, denn auch beim Stillen werden dem Kind wichtige Mineralstoffe von der Mutter weitergegeben.

Stress
Stress ist nicht nur ein lautloser Killer, der unser Leben verkürzt, er ist auch ein echter Magnesiumräuber. Die Menschen fühlen sich immer mehr gestresst. Nach Umfragen sind dies bis zu 60 Prozent. Die entspannende Wirkung von Magnesium auf die Muskeln ist schon lange bekannt und wird auch therapeutisch genutzt. Gilt dies auch bei Stress? Die dauerhafte Belastung führt zu einer erhöhten Ausschüttung an Stresshormonen, insbesondere Cortisol. Magnesium sorgt für den Abtransport dieses Hormons. Dabei wird Magnesium im Austausch mit Calzium zusätzlich in die Blutbahn ausgeschüttet und über die Niere ausgeschieden. Darüberhinaus ist bekannt, dass Magnesium die Erregung in den Nervenbahnen dämpft. Fehlt im Laufe der Stressbewältigung ausreichend Magnesium, kommt also nicht genug Nachschub, kann dies zu einer Mangelsituation führen, die sich in sinkender Stressresistenz äußert. Eine Spirale beginnt.

Die Folgen sind spürbar: innere Unruhe, Nervosität, Dünnhäutigkeit oder Ängstlichkeit. Mit gefüllten Magnesiumspeichern lässt sich auch dem Stress besser standhalten. Dass bei Dauerstress also der Magnesiumverbrauch ansteigt, wird erst nach und nach klar, ist aber verständlich, wenn man die wichtige Funktion von Magnesium beim Abbau der Stresshormone bedenkt.

Wie viel Magnesium ist bei Stress empfehlenswert?
Gesunde Erwachsene brauchen täglich bis zu 300 bis 400 mg reines Magnesium. In Zeiten hoher Stressbelastung wird nicht nur mehr Magnesium verbraucht, sondern nicht selten qualitativ weniger hochwertige Nahrung zugeführt, wodurch ein bestehendes Magnesiumdefizit zusätzlich verstärkt wird. Der erhöhte Bedarf kann dann sehr gut durch die zusätzliche Einnahme von Magnesium abgedeckt werden. Als unproblematisch werden Mengen bis zu 800 mg täglich angesehen. Wobei zu beachten ist, dass in den gängigen Magnesiumpräparaten nur ca. 10 bis 15 Prozent reines Magnesium enthalten ist.

Sport
Das ist wahrscheinlich das Anwendungsgebiet, was am bekanntesten ist: Sport. Wer viel oder intensiv Sport treibt, schwitzt entsprechend. Dabei werden nicht nur durch den Schweiß sondern auch die Nieren verstärkt Mineralstoffe ausgeschieden. Neuere Messungen haben ergeben, dass in einem Liter Schweiß bis zu 36 mg Magnesium verloren gehen können. Das entspricht fast zehn Prozent der täglichen empfohlenen Magnesiumzufuhr (NRV). Darüberhinaus ist zu beachten, dass für die Arbeit der Muskeln und den Muskelaufbau, eines der Ziele im Sport, zusätzlich Magnesium benötigt wird. Wenn man sich vor Augen führt, dass auch unser Herz ein Muskel ist, so sollte auch vor diesem Hintergrund auf genügend Magnesiumzufuhr geachtet werden.

Medikamente
Wer zur Dauereinnahme von Medikamenten gezwungen ist, könnte im Laufe der Zeit auch mit Magnesiummangel zu kämpfen haben. Eine Reihe von Medikamenten kann den Magnesiumhaushalt beeinflussen, da sie entweder die Aufnahme von Magnesium aus dem Darm stören oder seine Ausscheidung über die Nieren erhöhen. Sowohl bei Herzerkrankungen als auch Magen- und Darmproblemen kann die Einnahme von Medikamenten negative Folgen auf den Magnesiumspiegel haben. Verdächtige Kandidaten sind: Vor allem Protonenpumpen-Inhibitoren, auch als „Magenschutz“ bezeichnet, Abführmittel, Wassertabletten oder Kortison.
Achtung: gleichzeitige Medikamenten- und Magnesiumgaben können sich gegenseitig beeinflussen und zu unvorhergesehenen Wechselwirkungen führen. Hier ist, insbesondere bei Dauereinnahme der Arzt zu konsultieren.

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Diabetes
Studien haben gezeigt, dass Typ-2-Diabetiker häufig von einer Unterversorgung mit Magnesium betroffen sind, da bei der Erkrankung neben Zucker und Wasser auch vermehrt Magnesium mit dem Urin ausgeschieden wird. Dazu kommt, dass Diabetiker oft kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Getreide meiden und sich damit wichtiger Magnesiumquellen berauben. Magnesium spielt eine wichtige Rolle beim Transport des Blutzuckers (Glukose) in die Zellen. Es ist beteiligt an der Enzym-Reaktion des Insulins, was die Zelle für die Glukose „aufschließt“. Bei Magnesiummangel kann das Insulin somit die Zelle weniger erfolgreich  „aufschließen“, was sich in erhöhter Insulinresistenz ausdrückt.

Wissenschaftler fanden über Langzeitstudien heraus, (Lopez-Ridaura 2004, Guerrero-Romera 2008, Dae Jung Kim 2010) dass Menschen mit ausreichender Magnesiumversorgung wesentlich seltener an Diabetes erkrankten als Menschen mit Magnesiummangel. Die Resultate sind mittlerweile gut belegt: Magnesiummangel fördert nicht nur die Entstehung, sondern auch die Folgeschäden der Zuckerkrankheit. Mehr Magnesium bewirkt eine bessere Blutzuckerverwertung. Ohne diese Kontrolle des Blutzuckers führt Diabetes zu Folgeschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, Nervenschäden, Schäden an der Netzhaut des Auges mit Sehstörungen und Nierenfunktionsstörung bis zum Nierenversagen. Eine gute Magnesiumversorgung kann bei Zuckerkranken das Risiko für diabetische Folgeschäden senken.

Jugend und Alter
Diese beiden Altersgruppen sind anfällig(er) für einen Magnesiummangel, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Während vor allem Heranwachsende einen erhöhten Bedarf haben, im Wachstum, spielen bei älteren Menschen eine geringere Nährstoffaufnahme durch fehlendes Appetitgefühl oder die Einnahme von Medikamenten eine Rolle. Neben vielen anderen wichtigen Funktionen ist auch die Energiegewinnung durch die Mitochondrien, unseren „Kraftwerken”, an Magnesium gebunden. Dazu hat der Mineralstoff wesentlichen Einfluss auf die Erregungsleitung zwischen Nerven- und Muskelzellen. Im Nervensystem sorgt es als Gegenspieler von Kalzium für Entspannung. Die Effekte eines ausgeglichenen Magnesiumhaushalts sind vielfältig und können auch gut beobachtet werden: Ist ausreichend Magnesium im Körper vorhanden, fördert das das Entspannungs- und Konzentrationsvermögen und verringert Muskelkrämpfe, innere Unruhe und Müdigkeit und sogar die Anfälligkeit für Infektionen. Der Tagesbedarf an Magnesium hängt nicht nur vom Alter ab, sondern auch von einigen anderen Faktoren wie Geschlecht, Allgemeinzustand und der körperlichen Aktivität. Dies trifft auch auf Jugendliche zu: Ein sportlicher 17-jähriger braucht wesentlich mehr Mineralstoffe als jemand, der sich nur wenig bewegt.

Die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kann nicht nur die Lebensqualität entscheidend verbessern, sondern für ein langes gesundes Leben sorgen. Zu beachten ist, dass alle diese Stoffe ein Wechselspiel in unserem Körper vollführen und sich einander bedingen. Auf ein langes gesundes Leben!




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3 Kommentare

  1. Avatar
    Heinrich Wilhelm am

    Wichtig: Magnesium in organischen Verbindungen zuführen, z.B. Magnesiumcitrat. Präparate mit anorganischen Verbindungen, wie Magnesiumoxid oder Magnesiumcarbonat sind quasi nutzlos, da der Körper vorrangig organische Verbindungen resorbiert.

    • Avatar
      De Harald Schmidt am

      Somit sind diese unzähligen Werbeanzeigen dieses Magnesium Präperat Herstellers bei Compact Käse ?!?

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