Deutschland sucht das Superkopftuch

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Eine neue TV-Show für Buntland: Muslimas wetteifern um den Diskriminierungspokal. Die Verursacher ihres Elends sind natürlich nie die Väter, Gatten und Brüder, die sie zur Verhüllung zwingen – sondern die vermeintlichen Nazis, die sich darüber aufregen.

Leseprobe aus der aktuellen COMPACT 11/2017 „Sprengsatz Jamaika“. Die gibt es jetzt im COMPACT-Shop und am guten Kiosk. Wo genau, erfahren Sie hier. Abonnenten erhalten das Magazin zuerst! Jetzt hier das COMPACT-Abo sichern.

_von Akif Pirincci

Heute morgen gebar ich eine, wie ich glaubte, Spitzenidee für eine TV-Show: Ähnlich wie bei Das Supertalent von RTL, in dem sich Leute mit einer besonderen oder eingebildeten Gabe vor eine Jury stellen, um groß rauszukommen, könnten die heimlichen Stars des gegenwärtigen Polit-Diskurses, nämlich die Diskriminierten, auf die Bühne gehen. Da würde vielleicht ein Schwarzer auftreten und unter Tränen seine demütigenden Alltagserfahrungen unter Weißen zum Besten geben, etwa wie er auf Schritt und Tritt als «Neger» und «Bimbo» beleidigt wird. Danach erschiene ein Mann in Frauenkleidern und mit grotesk geschminktem Gesicht und klagte, dass er aufgrund des allgegenwärtigen Schwulenhasses schon Magengeschwüre bekommen habe und sich vor lauter Angst gar nicht mehr auf die Straße traue. Und wer am Ende für Jury und Zuschauer seine Diskriminierung am eindringlichsten dargestellt hätte, wäre der «Superdiskriminierte» und würde eine hochdotierte Festanstellung bei der Bundeszentrale für politische Bildung, zumindest bei der Amadeu-Antonio-Stiftung erhalten.

Auftritt der K-Tante

Ein paar Stunden später hielt ich die Idee nicht mehr für so genial, weil ich dabei etwas übersehen hatte: All diese Casting-Shows erzeugen ja ihre Spannung und Faszination durch das Ungewisse, durch das Mitfiebern des Publikums mit den Kandidaten und der Frage, wer am Schluss wohl die oberste Stufe des Siegertreppchens erklimmt. Dagegen stünde der Gewinner bei den «Superdiskriminierten» von vornherein fest: Es wäre eine Kopftuchtante!

Gut, man könnte vielleicht verschiedene Kopftuchtanten gegeneinander antreten lassen und in einem beinharten Wettbewerb der jeweiligen Diskriminierungserfahrungen durch Islam- bzw. Kopftuchhass der Nazi-Deutschen die schlimmstmöglich Diskriminierte zur Siegerin erklären. Doch ob das so spannend wäre? In Sachen Kopftuch-Diskriminierung ist die Bandbreite des Darstellungsspektrums sehr eng. Diese wird nämlich von den deutschen Kartellmedien über die Jahre vorgegeben und ist bis heute gleichgeblieben, konkret auf die Schablone eines einzigen und ziemlich unglaubwürdigen K-Tanten-Typus festgelegt. Beispielhaft sei hier auf einen angeblichen Erfahrungsbericht einer gewissen Zahra, 29 Jahre alt, vom 3. Oktober auf Zeit Online verwiesen.

«Ich lebte mit zwei Identitäten: Mit Kopftuch wurde Zahra bei Bewerbungen immer abgelehnt. Deshalb arbeitete sie neun Jahre lang ohne. Dann hat sie sich selbständig gemacht.»

Frau ohne Unterleib

Wie bei sämtlichen Texten, in denen es um die berufliche Diskriminierung von Kopftuchtanten geht, werden auch in diesem Fall zwei rhetorische Tricks angewandt. Der eine ist das Weglassen, der andere die Suggestion von Absurdität als Normalität. Das Weglassen besteht darin, dass an keiner Stelle erwähnt wird, warum Zahra überhaupt ein Kopftuch trägt. Sie selbst und die Zeit-Heinis würden mit dem Religionsargument um die Ecke kommen und darauf hinweisen, dass es nun mal islamischer Brauch sei wie bei den Christen das Tragen eines Kreuzes an der Halskette und bei den Juden die Kippa auf dem Kopf. Bloß dass die letztgenannten Symbole beim Betrachter in der Tat religiöse Assoziationen wecken, es sich beim Kopftuch jedoch nur um Sex dreht beziehungsweise um die Verhinderung von Sex, jedenfalls um die zwanghafte Beschäftigung von Männern mit dem Untenrum der Frau.

Das Kopftuch ist in Wahrheit ebensowenig ein religiöses Symbol wie der Stringtanga, denn wie dieser, nur andersrum, reflektiert es mitnichten die spirituelle Seite des Menschen, sondern etwas sehr Weltliches, das sexuell aufgeladen ist: Männer, insbesondere muslimische Männer, die sich offenbar nonstop mit Titten und Muschi beschäftigen, sollen davon abgehalten werden, eine Frau auf der Stelle zu vergewaltigen, wenn sie ihr Haar offen trägt und in Moslem-Lesart dadurch zu verstehen gibt: «Fick mich, ich bin eine Hure!» Tatsächlich betrachtet eine überwältigende Anzahl muslimischer Männer eine normal, gar freizügig gekleidete Frau bloß als so etwas wie Vieh zur Triebabfuhr. Die bekopftuchte und verschleierte Frau auch, doch die signalisiert wenigstens, dass sie grad nicht vergewaltigt werden möchte, wogegen die westliche Schlampe in Hot Pants und mit offenem Haar im muslimischen Denken geradezu danach bettelt.

Als Muslima im Fitnessstudio

Das alles erwähnt Zahra nicht, und auch die Zeit lässt jeden Hinweis darauf weg. Stattdessen darf Zahra lamentieren: «Lange hatte ich nur so ein Gefühl, warum ich mit meinen Bewerbungen für einen Nebenjob keinen Erfolg hatte. Mein Gefühl war: Es lag am Kopftuch (…). Oft bekam ich gar keine Antwort auf Bewerbungen oder die Nachricht, dass eine Stelle nun schon vergeben sei. Im Nachhinein habe ich manchmal gesehen, dass das Unternehmen doch noch jemanden sucht.»

Ja, Zahra, weshalb sollte sich ein Unternehmen mit Deinem vormittelalterlichen Erscheinungsbild Ärger zuziehen wollen? Es sucht Arbeitskräfte und nicht Irre, die dem Kunden permanent irgendwelchen geschlechtlichen Mist unter die Nase reiben wollen. (…)

Ende der Leseprobe. Wie es weitergeht lesen Sie in der aktuellen COMPACT 11/2017 „Sprengsatz Jamaika“ . Die gibt es jetzt im COMPACT-Shop und am guten Kiosk. Wo genau, erfahren Sie hier. Abonnenten erhalten das Magazin zuerst! Jetzt hier das COMPACT-Abo sichern.

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