Der Mann, der zu viel wusste: Agent Sheik im Zentrum des 9/11-Plots

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Omar Said Sheik hat 100.000 Dollar für die Durchführung der 9/11-Anschläge überwiesen. Über seine Auftraggeber kann er nicht mehr befragt werden, da er zum Tode verurteilt wurde – für den Mord eines anderen. In COMPACT-Spezial 9/11 – Der Putsch des Tiefen Staates zeichnen wir das größte Täuschungsmanöver aller Zeiten detailliert und mit unwiderlegbaren Quellen nach. Hier mehr erfahren.

_ von Mathias Bröckers und Christian C. Walther

Nie gehört, Omar Said Sheik? Kein Wunder, aber trotzdem nicht gut. Rekapitulieren wir in gebotener Kürze, was wir wissen: Bis heute unwidersprochenen Berichten zufolge ließ der pakistanische Geheimdienst ISI Mohammed Atta 100.000 Dollar überweisen, ISI-Chef General Mahmud Ahmad trat unmittelbar nach Bekanntwerden dieser unheilvollen Verbindung zurück.

Der Mann, der in General Ahmads Auftrag Geld überwies, heißt Omar Said Sheik und galt Ende 2001 nicht nur als Zahlmeister, sondern auch als Ausbilder der 9/11-Terroristen. Sheik, geboren 1973 in England, avancierte Anfang der 1990er Jahre zu Osama Bin Ladens „Lieblingssohn“, wurde 1993 in Indien beim Versuch festgenommen, gekidnappte britische Touristen gegen kaschmirische Separatisten auszutauschen, und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. 1999 wurde er von Flugzeugterroristen freigepresst, die eine Indian-Airlines-Maschine nach Kandahar entführt hatten, und reiste im gleichen Jahr nach England, um seine Eltern zu besuchen – was seine Entführungsopfer von 1993 alles andere als nachvollziehbar fanden.

Geldbriefträger unter Mordverdacht

Wieso die britischen Behörden einen eben erst freigepressten Terroristen unbehelligt einreisen ließen, blieb unklar. Ebenso unklar blieb, auf wessen Payroll Omar zu diesem Zeitpunkt stand – der des ISI, der CIA, des MI6 oder von Bin Laden? Unmittelbar nach den Anschlägen des 11. September tauchte ausgerechnet dieser Omar wieder in den vermischten Schlagzeilen auf, nämlich sowohl als al-Qaida Terrorausbilder als auch als Mitarbeiter des pakistanischen Geheimdienstes ISI.

Sturm auf Tora Bora: Spezialeinheiten der US-Armee werden abgesetzt, um al-Qaida-Kämpfer aufzuspüren, die sich in der afghanischen Bergfestung versteckt halten sollen. Foto: picture-alliance / DoD

Der Journalist, der diesen Zusammenhang als erster begriff, arbeitete für das Wall Street Journal und hieß Daniel Pearl. Pearl reiste nach Pakistan und begann zu recherchieren. Einen Tag nach der Meldung der Times of India, Omar Said Sheik sei der Mann gewesen, der Atta Geld überwiesen habe, verschwand Pearl in Karatschi spurlos und wurde wenige Tage später, am 31. Januar 2002, ermordet.

Am 5. Februar 2002 stellte sich der Hauptverdächtige im Mordfall Pearl den pakistanischen Behörden und wurde nach langem, nicht öffentlichem Prozess am 15. Juli 2002 als Mörder zum Tode verurteilt. Sein Name: Omar Said Sheik.

Donald Rumsfeld bestätigte am 25. Februar 2002 einen Bericht der Londoner Times, wonach Omar für den ISI gearbeitet haben könnte, US-Außenminister Colin Powell dementierte umgehend. Der pakistanische Journalist Tariq Ali widersprach wiederum Powell energisch, und zwar im britischen Guardian. Ali betonte, Sheik sei ein erfahrener ISI-Mann:

Würde er nach Washington ausgeliefert und entschlösse sich zu reden, würde die ganze Geschichte auffliegen.

Gleich wie: Die USA mussten die Auslieferung Omars verlangen. Denn ganz offensichtlich steckte der unklare Geheimagent mitten drin im Zentrum des 9/11-Plots, als Zahlmeister und Ausbilder. Aber auf wessen Geheiß hatte er gehandelt? Auf Geheiß des eng mit der CIA verbundenen ISI, dem Geheimdienst des in der Region wichtigsten US-Verbündeten Pakistan? Undenkbar. Undenkbar erst recht die Folgen, falls der ISI-CIA-Zahlmeister-und-Verbindungsmann Omar tatsächlich etwas anderes auspacken würde als: „Al-Qaida war’s“.

Was wusste er über die Sheik-Connection? George W. Bush, 2008. Foto: ChameleonsEye | Shutterstock.com

Omar musste zum Schweigen gebracht werden. Aber man konnte ihn ja nicht einfach umbringen, denn der Mann gab sich im pakistanischen Mordprozess selbstbewusst und war erkennbar verdutzt, dass man ihn tatsächlich zum Tode verurteilte. Worauf er zunächst einmal dem Richter drohte und anschließend sein Geständnis widerrief. Danach hätte man ihn immer noch an die USA ausliefern und befragen können. Was nicht geschah.

Eine überraschende Wendung

Denn nachdem die Dinge so gefährlich lagen, wurde das monströse Problem Omar auf denkwürdige Weise aus der Welt geschafft. Während nämlich in Pakistan der Prozess gegen den al-Qaida-ISI-CIA-Mann und Pearl-Mörder Omar lief, drängelte sich ein zweiter Zahlmeister öffentlich nach vorn: Khalid Scheich Mohammed (KSM), kurz zuvor unter medialem Lärm als „rechte Hand von Osama Bin Laden“ enttarnt, gab, statt sich zu verstecken, zunächst dem Al-Jazeera-Journalisten Yosri Fouda ausführlich Auskunft und wurde schließlich am 11. September (sic!) 2002 von einem pakistanischen Sondereinsatzkommando festgenommen.

Das Problem Omar Said Sheik war mit dem Auftauchen KSMs aus der Welt geschafft. Inwiefern? Am 30. September vermeldete die amerikanische Nachrichtenagentur UPI, gut informiert aus Geheimdienstkreisen:

Nach Aussagen von zwei CIA-Mitarbeitern war Wall-Street-Journal-Reporter Daniel Pearl auf der Spur des Mannes, der mutmaßlich die Flugzeugentführungen und Angriffe des 11. September auf New York und Washington plante, als er in Pakistan entführt und ermordet wurde.

Das war nicht neu. Aber völlig neu war der Name des Mannes, dem Pearl auf der Spur gewesen war, denn der hieß laut UPI urplötzlich nicht mehr Omar Said Sheik, sondern: Khalid Scheich Mohammed. UPI erklärte lapidar: Zwar habe es Berichte über vier weitere Männer gegeben, die von der pakistanischen Polizei ebenfalls im Zusammenhang mit Pearls Ermordung verhaftet worden waren, aber nachdem ja nun mit KSM und seinem Kompagnon ein neuer Verdächtiger vor Gericht gestellt werde, müssten auch die Verfahren gegen die vier ursprünglich Verurteilten natürlich neu aufgenommen werden, da die frischen Fakten die Anklage gegen Omar gegenstandslos werden ließen.

Sie sind zurück: Taliban in Kabul. Foto: John smith 2021 | Shutterstock.com

Omar Said Sheik verschwand mit dem Auftauchen von KSM Mitte 2002 aus den Meldungen und von der Bildfläche – und mit ihm die ganze lückenlose Indizienkette, die darauf hinwies, dass CIA, ISI und Al-Qaida verflucht enge Verbindungen bei der Vorbereitung des 11. September unterhalten hatten. Sein Todesurteil wurde nicht vollstreckt, Omar sitzt bis heute im pakistanischen Knast und wartet zum zirka 40. oder 400. Mal auf eine Wiederaufnahme seines Verfahrens.

[Update: Das Geheimnis über den Geldtransfer an Mohammed Atta ist bis heute gewahrt worden: Der Oberste Gerichtshof Pakistans bestätigte Ende Januar 2021 die Freilassung von Omar Said Sheihk, ohne dass er je zu diesem Thema ausgesagt hätte. Der Mann bleibt aber unter Hausarrest – staatliche Bewacher werden schon sicherstellen, dass er nicht plaudert.]

_ Mathias Bröckers hat kurz nach dem 11. September 2001 das erste deutsche Buch zum Thema veröffentlicht: „Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.“ (Verlag 2001). 2011 hat er, zusammen mit Christian C. Walther nachgelegt: $11.9. – zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes.$ (Verlag Westend) Daraus entnahmen wir für COMPACT 8/2011 den obigen Auszug.

In COMPACT-Spezial 9/11 – Der Putsch des Tiefen Staates zeichnen Experten wie Andreas von Bülow, Oliver Janich, Gerhard Wisnewski und Jürgen Elsässer das Täuschungsmanöver des 11. September 2011 detailliert, akribisch und mit unwiderlegbaren Quellen nach. Ihre Recherche-Ergebnisse zerstören das offizielle Bild und benennen die wahren Hintermänner des Terrors. Unsere neue Sonderausgabe ist wie die rote Pille, die die Schlafenden die Augen öffnet. Hier bestellen.

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4 Kommentare

  1. Die Türme waren auf einen gewissen Silberstein versichert…..ebenso wie man vom Untergang der Titanic und dem großen Börsencrash 1928 profitierte und als Kriegsgewinnler immer vom Leid und Elend anderer Länder und deren Bevölkerung profitiert …..Kaufen musste, wenn das Blut in den Straßen fließt……impfen musste bis der Gewinn sprudelt.

  2. Barbara Stein am

    Natürlich konnte diese ganze Chose damals nur laufen, weil viele (Köche) hier ihr Süppchen zusammen gekocht haben. Selbst dem Unbedarftesten kamen und kommen Zweifel an dem uns von den "Entscheidern" gegebenen Erklärungen.
    Zweifel wegen Zusammen(fall) des WTC 7, Zweifel wegen den vielen "kleinen" Explosionen in den Türmen, Zweifel wegen der Reaktion vom Dabbelju, als er die Nachricht vom "Angriff auf Amerika" erhielt. Zu sehen ist dieses im Film 9/11 von Michael Moore (ich weiß, ein Linker). Er saß in einem Kindergarten und die Kinder spulten ihr Programm ab, während dessen kann man sehen, wie die Dabbeljusschen Gehirnwindungen anfingen zu arbeiten. Was mach ich jetzt, wie verhalte ich mich jetzt richtig? Eben so richtig staatsmännisch! Und letztlich auch noch die Meldung, daß die Familie Bin Laden innerhalb 24 Stunden aus dem (USamerikanischen) Land verbracht wurde.
    Das hat nichts mit VT zu tun, sondern der gesunde Menschenverstand zwingt uns, nachzufragen und nachzudenken.

  3. @ COMPACT: "Wieso die britischen Behörden einen eben erst freigepressten Terroristen unbehelligt einreisen ließen, blieb unklar. Ebenso unklar blieb, auf wessen Payroll Omar zu diesem Zeitpunkt stand – der des ISI, der CIA, des MI6 oder von Bin Laden? Unmittelbar nach den Anschlägen des 11. September tauchte ausgerechnet dieser Omar wieder in den vermischten Schlagzeilen auf, nämlich sowohl als al-Qaida Terrorausbilder als auch als Mitarbeiter des pakistanischen Geheimdienstes ISI."

    Es ist doch glasklar:
    Es handelt sich immer um den selben Verein. –
    Sagt der Verschwörungstheoretiker …

    • Nero Redivivus am

      Glasig klar ist, dass mit der Rückkehr des Tallymannes noch lange nicht Bin-Ladenschluss ist: Nine-Eleven-Revival?

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