Ist Diether Dehm ein Rechtsextremist? Das suggeriert ein aktueller Artikel des Wochenzeitschrift „der Freitag“, der vor allem Dehms Kontakt zu bekannten Patrioten ins Visier nimmt. Doch das linke Urgestein wehrt sich gegen diese Zuschreibung und unterstreicht erneut, dass „Nazis“ wohl kaum Frieden mit Russland fordern würden. COMPACT hat auf solche inflationären und willkürlichen Vorwürfe mit der Druschba-Medaille die passende Antwort parat. Jetzt bestellen!

    Zur Vorgeschichte der jüngsten Debatte: In der Ausgabe von „der Freitag“ wird Diether Dehm von Ingar Solty, der Rosa-Luxemburg-Stiftung zugehörig, ein „Parteigänger der extremen Rechten“ genannt. Dabei bezieht sich Solty auf die von Dehm gepostete Unwahrscheinlichkeit, dass Politiker wie Tino Chrupalla, Jürgen Elsässer, Dr. Rainer Rothfuss und andere, gegen die immer wieder absurde Rechtsextremismus-Vorwürfe erhoben werden, „die ersten Nazis in meinem Leben wären, die Frieden mit Russland fordern“. In einem Antwortschreiben holt Dehm, der selber seit 1966 Mitglied der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, jetzt zum Gegenschlag aus. Weil sich „der Freitag“ weigert, das entsprechende Antwortschreiben zu publizieren, hilft COMPACT aus.

    Nachfolgend der Leserbrief von Diether Dehm an die Wochenzeitschrift „der Freitag“ im Wortlaut:

    Betrifft: Der Freitag, 27.8.26
    „Rosa Luxemburg und Adorno“, von Ingar Solty

    WORTHÜLSEN-EXTREMISMUS

    Um den Krieg gegen Russland und perspektivisch gegen China zu verschärfen, beziehungsweise um den Kriegsparteien CDU, SPD, FDP und Grünen dabei zu assistieren, mühen sich seit vielen Jahren pachtbare Intellektuelle (Brecht nannte sie „Tuis“) den Faschismusbegriff zu entkernen. Ginge es nach ihnen und dem geheimdienstlich-medialen Komplex, würde genau das zur quantité négligeable, was einen realistischen Faschismusbegriff konstituiert: der historische Bezug zum offen-terroristischen Herrschaftsanspruch des imperialistischsten Finanzkapitals. Welches (heute wie damals) Firmennamen trägt wie Krupp/Thyssen, Deutsche Bank, Rheinmetall etc.; und mittlerweile transnational umgebaut und ergänzt ist um Investoren wie Blackrock und Lockheed.

    Anders gesagt: es gibt keinen logischen Begriff von faschistischem Extremismus, ohne dessen Nucleus, den imperialistischen Krieg mit seinen Geschäftsmodellen. Genau diese Sicht wirft mir Solty vor.

    In seinem Vorwurf beruft sich Solty auf Adorno und die Frankfurter Schule, schlägt gleichwohl Horkheimers Anforderung in den Wind: „Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“

    In den Schreibhänden der „Tuis“ geriet „Faschismus“ zu einem entökonomisierten, soziokulturellen Sammelsurium aus Judäophobie, Homophobie, Genderphobie, Islamophobie, Transphobie, Migrantophobie, Xenophobie und Mysogynie. Phobien, die es aber auch in CDU, CSU, katholischen, evangelischen und jüdischen Glaubensorganisationen, bei SPD- und Grünen-Oberbürgermeistern und in Heimatvereinen gibt. Die „Tuis gegen rechts“ greifen willkürlich in der Trickkiste nach diesen Etiketten, dramatisieren sie und hängen sie nach Lust und Laune Andersdenkenden um den Hals. Wohlbemerkt, den hierzulande schwerwiegendsten Vorwurf: „faschistisch“.

    Dazu wurde beseite geräumt, was gründliche Faschismus-Forscher wie Abendroth, Dimitrov, Opitz, Czichon, Gossweiler im Kern ihres Faschismus-Begriffs erkannt hatten: die Verkörperung des aggressivsten, militaristischen Imperialismus, den brutalstmöglichen Antikommunismus („Grundtorheit der Epoche“, Thomas Mann) bei der Zerschlagung aller Selbstorganisationen der Arbeiterbewegung. (Hierfür anzuraten wäre die Lektüre des vollständigen (!) Referats von G. Dimitrov vom 2. August 1935 im „Marxist Internet Archive“; https://share.google/fkcJIIlvNoZ0J6xBe)

    Dagegen kolportieren die „Tuis gegen rechts“ ein Extremismusbild, das völlig abgekoppelt ist von monopolistischen Geschäftsmodellen. Ausserdem: von der Lieferung der Dark-Eagle-Überschallraketen gegen Moskau und vom NATO-Krieg gegen die Volksrepubliken im Donbass – lange vor 2022. Ihre Rhetorik klingt dabei nach jenen rosagrünlichen Vorläufern um Aussenminister Fischer, die bereits die Belgrad-Bombardierung 1999 damit beworben hatten, „Auschwitz II“ zu verhindern.

    Die „TUIs gegen rechts“ und jene Antifas, die die Hundertmilliarden „Sondervermögen“ für die NATO befürworten, haben aber damit zwei Probleme:

    1. Sie nutzen Klebezettel des Verfassungsschutzes („gesichert rechtsextrem“) anstelle von wissenschaftlicher Faschismusanalyse (bei Dimitrov: „offen terroristisch“)

    2. Sie können am Ende die Exclusivität dessen, was sie „rechtsextrem“ nennen, gar nicht aufweisen, gerade im Vergleich von Compact/Afd mit dem „Extremismus der Mitte“ (Lipset) von Merz und Pistorius.

    Sie meinen dabei in staatsmachtbewehrter Selbstgefälligkeit, wissenschaftliche Gründlichkeit auch gar nicht mehr nötig zu haben. Zumal die von ihnen modisch herangezogenen Phobien und Unappetitlichkeiten, die sie zu „rechtsextrem“ verdichten, sich ja im Rahmen alles Herkömmlichen bewegen. Man kann sie mal so und mal so verwenden, willkürlich exaltieren oder schulterzuckend übergehen. Frau kann damit zwar Professor werden (wie Baerbock). Gleichwohl: eine wirkmächtige Strategie gegen Blutvergiessen ist mit diesen Worthülsen nicht in Sicht.

    Solty wirft mir vor, Frieden mit Russland zu einer zentralen Beurteilung erhoben zu haben und damit die Kooperation mit friedenstüchtigen Teilen um die AfD zu begründen. Diese nennt er aber: „extremistisch“. Die Linkspartei, für deren Stiftung er hauptamtlich arbeitet, müsste demnach also gemässigt sein. Auch, wo sie mit CDU, SPD, Grünen und Rheinmetall kooperiert, welche Asow-Milizen und ein Regime aufrüsten, das mit SS-Runen, Hakenkreuzfahnen und Verehrern eines der schlimmsten Kommunisten- und Juden-Mörders in Europa, Stefan Bandera, Hand in Hand marschiert. Ramelows Befürwortung schwerer Waffenexporte gegen Russland will zudem eines der korruptesten Staatsgebilde der Welt aufrüsten.

    Einer wie Ingar Solty, der sich ansonsten Achtung durch besonders scharfsinnige und antimiliaristische Kritik an herrschenden Verhältnissen erarbeitet hatte, hantiert bei seinen Denunziationen, „Extremismus“ und „Faschismus“, mit entkernten Plattituden. Wie die „Tuis gegen rechts“ meint auch er, seine Vorwürfe, dass Compact und AfD faschistisch/extremistisch seien, gar nicht mehr begründen zu müssen. Es wird sich nur noch in den warmen Brei des staatsschutzbewehrten Mainstreams zurückgelehnt, weil doch „Qualitätsmedien“ und Verfassungsschutz alles nötige längst geschrieben hätten. Oder die Rechts-Links-Sitzordnung in der französischen Nationalversammlung von 1789 alles bereits ausdefiniert hat. Beim damals aber stehen zu bleiben, wäre ein Generalverzicht auf alles, was Analyse auf die Höhe der Zeit arbeitet. Ein Standpunkt ist nämlich ein Gehpunkt und kein Stehpunkt.

    Wer für Frieden mit Russland einsteht, wird mit der Rechtsextremismus-Keule angegriffen. COMPACT hat auf solche inflationären und willkürlichen Vorwürfe mit der Druschba-Medaille die passende Antwort parat. Jetzt bestellen!

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