Corona: Nach einer simplen Erkältung immun gegen Covid-19?sponsored 

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Eine Erkältung wird genauso durch Viren hervorgerufen wie Covid-19 durch den neuartigen Virus Sars-CoV-2. Zugegeben, eine Erkältung kann zwar unangenehm sein, ist aber zumeist eher harmlos. Wie auch bei vielen Verläufen von Covid-19. Beiden ist manchmal auch gemeinsam, dass sie durch Coronaviren hervorgerufen werden können. Erkältungen werden nämlich etwa zu 10 Prozent durch Coronaviren verursacht. Daraus könnte eine Kreuz-Immunität entstehen.

Erwachsene erkälten sich etwa viermal pro Jahr, Kinder sogar bis zu zehnmal. Nicht immer infiziert man sich dabei mit Coronaviren, sogar eher selten (10 %). Am häufigsten sind es die sogenannten Rhinoviren (bis zu 75%), von denen es mehr als 100 Arten gibt und kein Medikament.

Forscher der Charité fanden nun heraus, dass offensichtlich die Möglichkeit besteht, gegen Covid-19 immun zu sein, wenn man vorher eine Erkältung hatte. Die Studie wurde erst vor wenigen Tagen veröffentlicht und erregte damit einiges Aufsehen. Denn etwa 34 Prozent der gesunden Menschen, die an der Studie teilnahmen, waren nie an Covid-19 erkrankt. Trotzdem fand man bei ihnen T-Zellen, die auf das Virus Sars-CoV-2 programmiert zu sein schienen.

T-Zellen sind jene Lymphozyten – das sind bestimmte Arten von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) – die nach einer Erkrankung als Gedächtnis des Immunsystems fungieren können. Das bedeutet mit diesen gelingt es dem Immunsystem sofort eine passende Antwort auf den Eindringling (Keim, Gift oder Fremdkörper) zur Hand zu haben. Sprich, die T-Zellen veranlassen bei einem Angriff sofort die Produktion des passenden Antigens.

Im Ergebnis bedeutet das: wir sind gegen diesen speziellen Angreifer immun. Mehr über unser Immunsystem finden Sie hier. Manchmal entwickeln wir sogar eine Immunität, die lebenslang wirkt.

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Machen Erkältungs-Coronoaviren immun gegen Sars-CoV-2?
Wenn also die untersuchten Studienteilnehmer nie an Covid-19 erkrankt waren, warum hatten sie dann diese T-Zellen und sind damit immun gegen eine Infektion durch Sars-CoV-2? Die Wissenschaftler glauben nicht an Zauberei, sondern eher daran, dass diese Immunität von einer früheren Erkältung herrührt. Und zwar eine durch Coronaviren. Das wäre eine Sensation. Denn hochgerechnet würde dies bedeuten, dass mehr als 25 Mio. Deutschen schon gegen Covid-19 immun sind! Prof. Thomas Kamradt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, hält die Studie jedenfalls für eine „großartige“ Sache.

Mediziner sprechen in solchen Fällen von einer sogenannten Kreuz-Reaktivität. Normalerweise passen T-Zellen und Antikörper immer nur zu einem ganz bestimmten Erreger. Verändert sich (mutiert) dieser, könnte die Immunantwort schon nicht mehr passen. Es kommt dann trotzdem zu einer Infektion. Das ist der Effekt, warum die jährliche Grippeimpfung eh nur bei 50 Prozent der Geimpften schützt.

Eine Studie macht noch keinen Sommer
Kamradt dämpft die durch die Studie geweckten Erwartungen etwas und betont, dass man aus einer einzigen Studie diesen Schluss noch nicht ziehen dürfe. Er gibt sogar zu bedenken: „Eine Kreuz-Reaktivität kann einen positiven, gar keinen, oder schlimmstenfalls, das ist allerdings unwahrscheinlich, auch einen negativen Einfluss auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 haben.“

Menschen mit einer Kreuz-Reaktivität könnten von einer Infektion verschont bleiben, oder zumindest könnte der Verlauf einer Infektion sehr milde sein. Dass es auch einen negativen Effekt haben könnte, zeigt das Beispiel Dengue-Fieber: „Bei Dengue-Viren beispielsweise ist es so, dass jemand, der zum zweiten Mal an einem Dengue-Virus erkrankt, der nicht dem ersten gleicht, einen schlimmeren Verlauf nehmen kann als bei der ersten Infektion.“, gibt Kamradt zu bedenken. Offensichtlich schießt in einem solchen Fall das Immunsystem über, der eigene Körper wird zum Feind, so die Vermutung der Mediziner.

Also müssten weitere Studien her, die die Auswirkung der Kreuz-Reaktivität auf Covid-19 genauer untersuchen. Einig sind sich viele Virologen und Epidemiologen: Wir brauchen eine großflächige Herdenimmunität, um dem Erreger Sars-CoV-2 Herr zu werden. Kamradt meint, dass diese durch einen Impfstoff erreicht werden könnte. Gibt jedoch zu bedenken: „Nur, weil ein Impfstoff im Versuch an Mäusen oder in der Zellkultur erfolgreich war, dürfen wir ihn nicht sofort am Menschen testen“. Von der sogenannten „Durchseuchung“, wie sie vielerorts diskutiert wurde, hält Kamradt dagegen nichts: „Das ist Steinzeit.“ Denn früher hätten die Menschen keine Wahl gehabt. Wer das Virus mit seinem Immunsystem nicht bekämpfen konnte, musste ggf. sogar sterben. „Eine derart radikale Methode sei heute überholt!“, so Kamradt entschieden.

Wie lange nach Covid-19 immun?
Hier sind sich die Experten noch uneinig. Zumal uns verwirrende Nachrichten Anfang April aus Südkorea erreichten, wonach man ggf. sofort ein zweites Mal an Covid-19 erkranken könne. Dass diese Behauptungen inzwischen zurück genommen wurde, berichteten wir hier. Kamradt ist jedenfalls optimistisch: „Es gibt derzeit keinen medizinisch dokumentierten Fall, in dem jemand ein zweites Mal an Covid-19 erkrankte.“ Das spreche für eine Immunität. Legt sich Kamradt fest und geht von mehreren Jahren Immunität aus.

Bestärkt wird er durch die Erfahrungen aus der Sars-Epidemie 2002/4. Die Immunität gegen Sars-CoV-2 sollte zumindest ein paar Jahre anhalten. Wer immun sei, schütze damit auch andere, da das Virus nicht mehr in den Körper eindringen könne. Kamradt spricht sogar davon, dass man in der gegenwärtigen Corona-Pandemie „fast nochmal Glück gehabt“ habe, weil die Sterblichkeit sehr niedrig ist. Und es sei nicht das letzte Virus, was eine Pandemie auslösen könne.

Kamradt wäre nicht Virologe, wenn er nicht alles auf einen Impfstoff setzen würde. Um in der nächsten Pandemie besser gewappnet zu sein, fordert er jedoch zunächst einmal „Forschung, Forschung, Forschung!“ Es sei nicht die Frage, ob die nächste Pandemie komme, sondern wann! Man müsse bis dahin das Immunsystem besser verstehen lernen. Recht hat er. Denn viele Mediziner bekämpfen nachwievor Symptome, statt den Ursachen auf den Grund zu gehen. Oftmals passiert es dann nämlich, dass die Immunantwort unterdrückt wird.

Z. B. wird oftmals viel zu schnell zu fiebersenkenden Mitteln gegriffen, was dazu führt, dass nicht der Erreger (Keim, Gift, Fremdkörper) bekämpft wird, sondern das Immunsystem selbst. Offensichtlich hatte das in der aktuellen Corona-Pandemie fatale Auswirkungen in Italien und Spanien. Dort wird eher mal zu solchen Antipyretika gegriffen als bei uns. Ärzte sind sich sicher, dass auf diese Weise ein Etagenwechsel erfolgte. Das Coronavirus gelangte somit schneller von den oberen in die unteren Atemwege. Mit den bekannten Folgen von Lungenentzündungen und weiteren schweren Verläufen. Die Sterberate in Italien und Spanien wird um ein Vielfaches höher sein als bei uns.

Immunsystem stärken
Dass unser Immunsystem tatsächlich komplexer funktioniert, lässt sich auch daraus ablesen, dass man sich selbst schützen kann. Ohne Impfstoff oder irgendwelche Medikamente. Zu den vielfach zitierten Vorbeugemaßnahmen gehören: gesunde Ernährung, Stress vermeiden, ausreichend Schlaf, viel Bewegung.
Dass man das Immunsystem bei Entzündungen wirksam mit starken Antioxidantien unterstützen kann, dämmert auch immer mehr Menschen. Diese müssen dann nicht mehr auf Impfungen oder Medikamente zurückgreifen, sondern können auf ein starkes Immunsystem bauen.

Erwischt es sie trotzdem und sie infizieren sich mit Sars-CoV-2 oder einem anderen Erreger, könnte der Verlauf kaum zu spüren sein. Ohne dass bereits Antikörper vorhanden sind, einfach, weil unser Immunsystem entsprechend gewappnet ist. Auch das wurde in der aktuellen Pandemie vielfach deutlich. Etwa bei den Infektionen auf der „USS Theodore Roosevelt“ oder dem französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“. Obwohl es dort auf den Schiffen sehr beengt zugeht, blieb die Ansteckungsrate nur bei etwa 25 Prozent. Bei den positiv Getesteten war das Phänomen zu beobachten, dass mehr als zwei Drittel keine Symptome entwickelten. Kein Rätsel – Marinesoldaten sind einfach gesünder (haben ein stärkeres Immunsystem) als der Durchschnitt der Bevölkerung.

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Zusammenfassung
Überraschender Weise hat man bei einer großangelegten Studie bei 34 Prozent der Probanden Antikörper gegen Sars-CoV-2 gefunden, obwohl diese nie an Covid-19 erkrankt waren. Forscher vermuten eine Kreuz-Reaktivität. Das könne zu einer Immunität gegen Covid-19 aus einer vormaligen Erkältung durch Coronaviren führen. Zwar könne man noch nicht genau sagen, ob daraus auf eine Grundimmunität von einem Drittel der Bevölkerung zu schließen sei, aber es ist zumindest eine „großartige“ Sache, wie der Virologe Prof. Kamradt meint. Kamradt plädiert für mehr Grundlagenforschung, um unser Immunsystem besser verstehen zu lernen. Denn die nächste Virus-Pandemie komme bestimmt. Dass man selbst sein Immunsystem schützen kann durch Vorbeuge, kann nicht oft genug betont werden.

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