Nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht geht es Schlag auf Schlag, um die Bundeswehr kriegstauglich zu machen. Jetzt soll eine neue Reserve-Truppe gegründet werden. In unserem COMPACT-Spezial 44: Krieg gegen Russland zeigen wir, wohin diese brandgefährliche Entwicklung führt. Dieses Heft sollten Sie nicht verpassen. Hier mehr erfahren.

    Wie die BILD-Zeitung berichtet, plant der Reservistenverband der Bundeswehr die Gründung einer „Jungen Reserve“, die gezielt Menschen zwischen 18 und 35 Jahren ansprechen soll. „Wir möchten junge Menschen begeistern und ihnen einen Raum bieten, Verantwortung für das Land, in dem wir alle gemeinsam leben, zu übernehmen“, zitiert das Springer-Blatt Verbandspräsident Bastian Ernst (39, CDU). Gelockt wird, so die weiteren Ausführungen, mit Kameradschaft und einem großen Netzwerk.

    Kampfpanzer Leopard 2A5 bei einer Lehr- und Gefechtsvorführung. Dieses Gerät steht ganz oben auf der Wunschliste der Ukraine. Foto: Bundeswehr, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

    Tatsächlich handelt es sich nicht um ein unverfängliches Angebot an junge Menschen, sondern einen weiteren Teil der Aufrüstung, die zuletzt mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht erheblich vorangetrieben wurde. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat zudem angekündigt, die Zahl der Reservisten von derzeit etwa 60.000 auf mindestens 200.000 im Jahr 2035 zu erhöhen – dafür braucht es Anreize, denn bisher hält sich die Begeisterung für die Bundeswehr, wie auch die zahlreichen Wehrdienstverweigerer zeigen, in Grenzen. Ein großer Teil der Bevölkerung scheint erkannt zu haben, dass die Bundeswehr ihrem eigentlichen Auftrag, der Landesverteidigung Deutschlands, immer weniger nachkommt, während sie für den großen Krieg gegen Russland, den verschiedene Mainstream-Medien und etablierte Politiker für 2029 proklamieren, in Stellung gebracht wird.

    Zahl der Kriegsdienstverweigerer verdoppelt

    Während die Bundeswehr gezielt um junge Reservisten wirkt, wurde Mitte der Woche bekannt, dass sich die Zahl der Kriegsdienstverweigerer, also jene, die sich per Antrag von der Möglichkeit, eingezogen zu werden, haben befreien lassen, in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 gegenüber dem gesamten Vorjahr 2025 verdoppelt hat. Kaum jemand möchte für die Merz-Pistorius-Regierung verheizt werden.

    Um die Beantragung der Kriegsdienstverweigerung zu erleichtern, gibt es mittlerweile sogar zahlreiche Online-Generatoren, die helfen, entsprechende Formulare zu erstellen. Auch das dürfte ein Grund für den starken Anstieg sein.

    Alte Kasernen werden wieder in Betrieb genommen

    Dennoch kann sich die Bundeswehr mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht über Nachschub freuen. Weil die bisherigen Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Soldaten nicht ausreichen, sollen jetzt fünf eigentlich bereits geschlossene Kasernen wieder in Betrieb genommen werden, wie das Bundesverteidigungsministerium aktuell mitteilt. Betroffen sind die Kurpfalz-Kaserne in Speyer (Rheinland-Pfalz), die Unteroffizier-Krüger-Kaserne in Kusel (Rheinland-Pfalz), die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen (Baden-Württemberg), die Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest (Nordrhein-Westfalen) und die Ray Barracks in Friedberg (Hessen).

    Offen wird zum Krieg gegen Russland getrommelt, der große Kampf regelrecht herbeigesehnt. In unserem COMPACT-Spezial 44: Krieg gegen Russland zeigen wir, wohin diese brandgefährliche Entwicklung führt. Dieses Heft sollten Sie nicht verpassen. Jetzt bestellen!

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