Familienvater und Handwerksmeister Kurt Hättasch befindet sich seit November 2024 in U-Haft, weil er einer vermeintlichen Terrororganisation namens «Sächsische Separatisten» angehört haben soll. Die Indizienlage könnte dünner kaum sein, doch seine Erfahrungsberichte haben es in sich! Nun hat er sie in seinem Buch «Fangschuss – Notizen aus der U-Haft» zusammengefasst. Das Werk erscheint in Kürze und kann hier vorbestellt werden.
Im Morgengrauen des 5. November 2024 durchsuchten 450 schwer bewaffnete Beamte der Polizei und der GSG 20 Objekte in Deutschland, Österreich und Polen. Die Razzia ging einher mit diversen Festnamen und richtete sich gegen eine vermeintliche Terrorgruppe, deren Namen keiner bis dato gehört hatte: die sogenannten Sächsischen Separatisten.
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COMPACT unterstützenEiner, dessen Haus an diesem frühen Morgen von Vermummten belagert wurde, war der junge Familienvater, Handwerker und lokale AfD-Politiker Kurt Hättasch aus der sächsischen Kleinstadt Grimma. Der damals 25-jährige Metallbaumeister erschrak, vermutete einen Angriff der Antifa, griff zu einem Karabiner, den er als Jäger legal besaß und wollte fliehen.
Ein übereifriger Beamter einer Spezialeinheit der Bundespolizei ballerte in der Dunkelheit los. Splitter einer der abgefeuerten Patronen trafen Hättasch im Gesicht. Die Folge: Kieferbruch! Er musste im Krankenhaus notversorgt und operiert werden. Zurück blieben seine verängstigte Ehefrau und das gemeinsame Kind.
Terroristische Vereinigung?
Verleger Götz Kubitschek hatte den jungen Mann in der Vergangenheit kennengelernt. Seine Einschätzung: «Sächsisch-behäbig, eine Selbstversorgerseele, Typ Kamerad, am Regionalen interessiert, geschickter Handwerker, jung verheiratet, nüchtern im Gespräch. Er ist Schatzmeister der Jungen Alternative in Sachsen, das wird man nicht, wenn man nicht gründlich und akkurat wirtschaften kann.»
Neben Hättasch gehörten zwei weitere an diesem Tag Festgenommene der AfD an – ein gefundenes Fressen für die BRD-Journaille und Befürworter eines Verbotsverfahrens. Letztendlich klagt man insgesamt acht Personen, die den Sächsischen Separatisten zugerechnet werden, wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung an. Sie sollen nach Ansicht der Generalbundesanwaltschaft geplant haben, nach einem «Tag X» die Ordnung in Sachsen mit Waffengewalt zu stürzen und sich vom Rest der Republik abzusondern. Das Hauptverfahren gegen die acht jungen Männer begann im Dezember vor dem Oberlandesgericht Dresden und dauert an.
Eindrücke aus Gefängnis und Prozess
Hättasch, Jahrgang 1999, sitzt seit dem 5. November 2024 in Untersuchungshaft. Er führt Tagebuch, auch über den Prozess. Seine letzten beiden Berichte für COMPACT finden Sie hier und hier. Nun hat der junge Familienvater, der – wie auch die anderen Angeklagten – nie etwas von den Sächsischen Separatisten, denen er angehört haben soll, gehört hatte, seine Aufzeichnungen in einem Buch zusammengefasst. Titel: «Fangschuss – Notizen aus der U-Haft» (Verlag Antaios, 272 Seiten). Das Werk erscheint in Kürze und kann hier vorbestellt werden.
Hättasch beschreibt in «Fangschuss» nicht nur den frühen Morgen seiner Verhaftung und Verletzung, sondern vor allem den Alltag in Untersuchungshaft, von der er nicht weiß, wann sie zu Ende sein wird. Typisch sind etwa Morgenszenen wie diese:
«Die Zellentür fliegt auf, das Licht geht an und ich fühle mich wie mit dem Spaten geweckt. Der Rumäne springt sofort nach vorne, um sein Frühstück und heißes Wasser einzusammeln. Ich werde gerufen und sage reflexartig, daß ich zum Frühstück nichts essen möchte. Aber: Ich solle mir ein Handtuch schnappen um zu duschen.
Ich tue also wie mir geheißen, greife zu einem Tuch und folge der Wache. Wir gehen eine ganze Strecke den runden Korridor entlang, sodaß ich glaube, es gibt pro Etage nur eine Nasszelle. Es gibt darin einen Umkleideraum und daneben einen schmalen Duschgang mit drei Duschköpfen. Der Boden ist gefliest, die Wände teilweise, und von der Decke bröckelt der Putz. Die Hand muss ich fast ununterbrochen auf der Taste halten, weil ansonsten nach Sekunden das Wasser aufhört zu fließen.»
Unterbrochen wird die Monotonie im Gefängnis durch Tage voller Hoffnung auf Haftentlassung und auf einen beherzten Richter, der nicht zuschaut, wie jemand um seine Lebenszeit gebracht wird. Auch hier ein Beispiel:
«Die Verhandlung dauert von 9:00–13-30, mit einer kurzen Pause von 12–30-12:45, an. Die meiste Zeit rede ich allein. Ich stelle mich umfassend vor, meinen privaten, beruflichen und politischen Werdegang, und als ich im Jahre 2023 angelangt bin, hat jeder der Anwesenden ein vollumfängliches Bild von mir als Mensch. Jedem vernünftigen Menschen musste spätestens jetzt klar werden, dass selbst, wenn man meine politische Einstellung nicht leiden mag (welches ich keinem aufzwingen wollen würde), doch völlig klar wird, dass ich neben umfangreichen persönlichen Hausstand mit Haus und Tieren, Wiesen und Wald, meiner Eignung (hoffentlich) als Ehemann und meiner väterlichen Aufgabe, der Mitgliedschaft in mehreren Vereinen und zahlreichen Ehrenämtern und politischen Betätigungsfelder, ganz zu schweigen von meiner Firma und Dozententätigkeit schlussendlich gar keine zeitliche Möglichkeit bestehen konnte, mich in einer Terrororganisation zu beteiligen.»
Und weiter: «Kurz gesagt: selbst wenn ich derartige Ziele verfolgt hätte, welches meinem gesamten Wesen völlig widerstreben würde, hätte ich schlichtweg gar nicht die Freizeit gehabt, ihnen nachzugehen. Meine Freizeit war in dieser Zeit derart knapp, dass es unserer Freundesgruppe nur einmal pro Jahr möglich war, eine ausgedehntere Wanderung über mehrere Tage durchführen zu können. Oh, da hatte ich ja was gesagt: Wanderungen – und auch noch mit einem Rucksack?! Das geht ja mal gar nicht. Sofort war der Oberstaatsanwalt beim Stift und wollte alle Namen der Mitwanderer wissen, die ich ihm bereitwillig gab, denn ich habe nichts zu verbergen und soweit ich informiert bin, sollte das wandern noch immer erlaubt sein.»
Deutlich wird dabei: Hättasch ist kein Extremist, kein Mensch mit abseitigen Ansichten, kein Typ, der das Licht scheut und sich in den Tiefen von Putsch- und Mordfantasien vergräbt. Der Metallbaumeister war Dozent an der Handwerkskammer, ist Absolvent der Offizierschule des Heeres und passionierter Jäger. Er engagierte sich in der Kommunalpolitik, saß für die AfD als Fraktionschef im Stadtrat von Grimma, war zudem Schatzmeister der Jungen Alternative Sachsen. Mit all diesen Aufgaben betraut man keine dubiose Figur.
Dünne Indizienlage
Die Indizienlage im Prozess gegen die sogenannten Sächsischen Separatisten könnte dünner kaum sein. Das räumen inzwischen selbst Mainstream-Journalisten ein. Und Hättaschs Anwalt sagt: «Das sind Jungs, die sind zusammen wandern gewesen, haben sich zweimal zum Paintball verabredet. Fans von Survival-Training samt Ausrüstung. Das war‘s. Keine Umsturzpläne. Und diesmal hat sich der Verfassungsschutz noch nicht einmal die Mühe gemacht, ihnen Waffen aufzudrängen und zu liefern.»
Und er gibt zu bedenken: «Der Vorwurf lautet noch nicht einmal, den Staat stürzen zu wollen, sondern darauf vorbereitet zu sein, wenn er selbst zugrunde gegangen ist. Sich auf irgendeinen Fall der Fälle vorzubereiten, ist auch bei weitester Auslegung des Paragraf 129a Strafgesetzbuch [Bildung terroristischer Vereinigungen] nicht strafbar.» Beides wird durch Hättaschs Schilderungen in «Fangschuss – Notizen aus der U-Haft» unterstrichen.
Machen Sie sich selbst ein Bild: In seinem Buch «Fangschuss – Notizen aus der U-Haft» schildert Kurt Hättasch den Gefängnisalltag, den Prozess und die gegen ihn und sieben weitere «Sächsischer Separatisten». Das Werk erscheint in Kürze. Hier vorbestellen.





