Der russische Präsident hat vor einer Eskalation der Spannungen in der Ostsee gewarnt und einen Vergleich zur Straße von Hormus gezogen, wo die Blockade des Schiffsverkehrs schwerwiegende Folgen für die Weltwirtschaft hat. Was genau hat er gesagt? Er ist wichtig, Putin auch im Originalton zu lesen. COMPACT ermöglicht das. Wir liefern unsere Edition „Geschichte Russlands“. Lesen Sie Putin-Texte auf Deutsch. Hier mehr erfahren.
Bei einer Pressekonferenz wurde Putin vor wenigen Tagen zu seinem Telefonat mit dem finnischen Präsidenten und dem norwegischen Ministerpräsidenten zur Lage rund um die Ostsee gefragt. Thomas Röper hat dies ins Deutsche übersetzt.
Frage: Vor Kurzem gab es ein bedeutendes Telefongespräch mit europäischen Vertretern, Sie haben mit dem Präsidenten Finnlands und dem Ministerpräsidenten Norwegens gesprochen. Wie bewerten Sie dieses Gespräch? Warum haben Ihrer Ansicht nach die Finnen und Norweger diesen Anruf im Kreml initiiert? Und wie intensiv wurden Sicherheitsfragen im Ostseeraum erörtert?
„Wir wollen keinen Krieg mit Europa“
Putin: Sie haben gleich zu Beginn betont, dass sie nicht die EU als Organisation vertreten, sondern in ihrer nationalen Eigenschaft angerufen haben. Das Gespräch fand auf ihre Initiative statt. Es wurde tatsächlich eine ganze Reihe von Themen angesprochen. Ich weiß, dass sie dafür später auch kritisiert wurden, doch es ist nicht unsere Aufgabe zu beurteilen, ob das richtig oder falsch war. Ich persönlich halte es für richtig. Schließlich gibt es in Europa Menschen, die Russland nicht, wie gewisse Leute, eine „strategische Niederlage“ zufügen, sondern einen konstruktiven Dialog aufbauen wollen.
Wir unterstützen, das habe ich schon immer betont, jeden Schritt, der darauf abzielt, die umfassenden und vollwertigen Beziehungen zu den europäischen Ländern wiederherzustellen, sei es im Rahmen der EU oder auf bilateraler Ebene. Bitte sehr, uns ist das egal, wie sie es wünschen.
Viele sprechen derzeit nur davon, sich auf einen Krieg im Jahr 2030 vorzubereiten. Ist das richtig oder nicht? Wir jedenfalls sind bereit, doch wir wollen keinen Krieg mit Europa. Aber wenn sie es wollen, sollen sie sich eben vorbereiten. Aber bisher haben sie ihr Ziel, Russland eine „strategische Niederlage“ zuzufügen, nicht erreicht, und auch bis 2030 wird das kaum gelingen. Aber wenn das zu weit geht, wird es überhaupt keine Sieger geben, das sollte niemand vergessen.
Was die Situation im Ostseeraum betrifft, so wurde auch dieses Thema in dem Gespräch angesprochen, und zwar von unseren europäischen Gesprächspartnern. Soweit ich mich erinnere, war es vor allem der finnische Präsident, der es zur Sprache brachte. Nun, was soll man dazu sagen? Es wurde betont, dass Finnland, ebenso wie viele andere europäische Staaten, darauf Wert legt, dass das internationale Seerecht von allen Akteuren der internationalen Gemeinschaft eingehalten wird, und darauf hofft, dass dies auch geschieht.
Wir unterstützen diesen Ansatz. Denn was wäre die Alternative? Andernfalls könnte eine Situation entstehen, die der im Persischen Golf oder in der Straße von Hormus ähnelt. Will etwa irgendjemand, dass sich in der Ostsee eine Lage entwickelt wie im Persischen Golf oder in der Straße von Hormus? Ich weiß es nicht. Wir wollen das nicht, aber wir werden auf jede Herausforderung antworten.
Er ist wichtig, Putin auch im Originalton zu lesen. COMPACT ermöglicht das. Hier liefern unsere Edition „Geschichte Russlands“. Lesen Sie Putin-Texte auf Deutsch. Hier bestellen.





