Neue Werbekampagne, neuer Skandal: US-Star Sydney Sweeney sieht sich wieder Vorwürfen ausgesetzt. Diesmal geht es nicht um angeblichen Rassismus, sondern um vermeintlichen Sexismus. An Sydney und am neuen COMPACT-Regenschirm perlt alles ab. Ihr perfekter Begleiter in stürmischen Zeiten. Hier mehr erfahren

    Die schon wegen ihrer Jeans-Werbung bei den Woken in Verruf geratene US-Schauspielerin Sydney Sweeney hat mit einer Werbekampagne für den Sportwetten-Anbieter Novig nun erneut den Zorn politisch Korrekter auf sich gezogen. In Videoclips und einer Anzeigenserie zeigt sich die 29-Jährige bekleidet, halbnackt und ganz ohne Kleidung mit unterschiedlichen Sportgeräten. Die Schauspielerin, die zuletzt in der Serie «Euphoria» auftrat, präsentiert die Kampagne auch auf ihrem Instagram-Profil.

    Bereit zum Touchdown! Sydney Sweeney mit zwei prallen Football-Eiern in der Endzone. Werbekampagne des Wettanbieters Novig. Foto: IMAGO / The Mega Agency

    Damit hat sie einen wahren Shitstorm von feministisch verstrahlten Sportlerinnen ausgelöst. Olympiaschwimmerin Ariarne Titmus sagte laut dem britischen Guardian, sie habe gedacht, diese Art von «Bullshit-Marketing» gehöre der Vergangenheit an. «Ich kann gar nicht beschreiben, wie wütend ich bin, wenn ich das sehe», jammerte die Australierin auf Instagram.

    Das Werbevideo sei «nicht nur ein Schlag ins Gesicht für jede Frau, die ihr Leben der Perfektionierung ihres Sports gewidmet hat, sondern für jede Frau, die Sport um seiner selbst willen genießt», so Titmus, die dabei auch über die «Kommerzialisierung des weiblichen Körpers und die Sexualisierung des Frauensports» schwadronierte.

    Abgrundtiefer Hass

    Ins gleiche Horn stieß die australische Wasserballerin Tilly Kearns, die auf Instagram schrieb, dass sie die Werbekampagne «absolut abgrundtief» hasse. Die frühere polnische Tennisspielerin Zuzanna Dziewiecka kommentierte unter Sweeneys Post mit erhobenem Zeigefinger: «Als ehemalige Sportlerin und Frau, die persönlich sexualisierende Kommentare erlebt hat, bin ich wirklich angewidert und tief enttäuscht von dieser Kampagne. Wir haben jahrelang gekämpft, um für unser Talent, unsere Stärke und unsere Erfolge gesehen und respektiert und nicht auf unsere Körper beschränkt zu werden.»


    Die britische Sprinterin und vierfache Europameisterin Amy Hunt wandte sich nach ihrem vierten Platz über 200 Meter bei dem Leichtathletik-Wettbewerb Ultimate Championships in Budapest, via TV direkt an die Schauspielerin. «Sydney Sweeney, so sehen Frauen im Sport aus», plärrte Hunt verschwitzt und aus der Puste in die Kamera der BBC.

    Dem Beispiel dieser Megären schlossen sich weitere Sportlerinnen an, darunter die australische Profiboxerin Skye Nicolson, Olympia-Sprinterin Bree Masters und die australische Schwimmerin Lani Pallister. Auch der Account der deutschen Frauen-Volleyball-Nationalmannschaften wetterte mit einem Video gegen Sydney Sweeney und Novig.

    Sydney Sweeney has great genes!

    Bereits im vergangenen Jahr hatte die US-Schauspielerin mit einer Werbekampagne für die Modemarke American Eagle den Zorn der woken Blase auf sich gezogen. Das US-Unternehmen warb mit dem Slogan «Sydney Sweeney Has Great Jeans» (Sydney Sweeney hat tolle Jeans) für seine Hosen, wobei im Englischen die Wörter für «Gene» (genes) und «Jeans» gleich klingen. Darum witterten Überkorrekte sogleich Rassismus.

    «Blonde Haare, blaue Augen, tolles Erbmaterial», titelte die Frankfurter Allgemeine. «Weiße Vorherrschaft verkauft sich», ätzte die Taz und fabulierte:

    «Indem American Eagle eine weiße Schauspielerin mit blauen Augen, blondem Haar und normschönem Körper zur Verkörperung ‚guter Gene‘ stilisiert, wird ein Schönheitsideal gefeiert, das in rassistischen und eugenischen Erzählungen wurzelt: Weiße Genetik ist überlegene Genetik.»

    Doch American Eagle gab nicht klein bei, sondern setzte noch einen drauf: In einem weiteren Spot war Sweeney mit einem deutschen Schäferhund zu sehen. Der provokante Spruch dieser Kampagne: «Gene werden von den Eltern an ihre Nachkommen weitergegeben und bestimmen oft Merkmale wie Haarfarbe, Persönlichkeit und sogar Augenfarbe. Meine Jeans sind blau.»

    Die neue Novig-Kampagne mit der 29-Jährigen ist nicht sexistisch, sondern überaus ästhetisch. Wer beim Anblick eines schönen Frauenkörpers einen Crashout bekommt, sollte den nächsten Arzt aufsuchen. Jedenfalls lässt sich eines nun hundertprozentig feststellen: Sydney Sweeney has great genes!

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