Unsere Haut bekommt jeden Sonnenstrahl ab. Unsere Augen müssen Licht, Bildschirme und Umweltreize jeden Tag verarbeiten. Beide Gewebe sind besonders stark der Außenwelt ausgesetzt – und genau deshalb beschäftigt sich die Forschung hier intensiv mit oxidativem Stress. Ein roter Naturstoff aus Mikroalgen steht dabei seit Jahren im Mittelpunkt: Astaxanthin.

    Astaxanthin gehört zu den Carotinoiden. Der Stoff wird unter anderem von der Mikroalge Haematococcus pluvialis gebildet und verleiht über die Nahrungskette auch Lachs, Krill und anderen Meerestieren ihre typische rötliche Farbe.

    Doch die auffällige Farbe ist nur der Anfang. Wissenschaftler interessieren sich vor allem für die antioxidativen Eigenschaften des Moleküls – und damit für eine Frage, die Haut und Augen gleichermaßen betrifft: Was passiert, wenn Licht, Stoffwechsel und Umweltbelastungen dauerhaft auf empfindliche Strukturen treffen?

    Warum unsere Haut sichtbar altert

    Altern gehört zum Leben. Die Haut wird im Laufe der Jahre häufig dünner, trockener und weniger elastisch. Kollagenstrukturen verändern sich, Regeneration braucht länger und kleine Fältchen werden sichtbarer.

    Doch Alter ist nur ein Faktor. Besonders wichtig ist UV-Strahlung. Intensive und wiederholte Sonnenbelastung kann die Hautalterung beschleunigen. In diesem Zusammenhang spricht man häufig von lichtbedingter oder extrinsischer Hautalterung.

    Auch Rauchen, Schlafmangel, Ernährung und Umweltbelastungen können ihren Anteil haben.

    Hautalterung beginnt nicht erst mit der ersten Falte. Sie ist das sichtbare Ergebnis von Prozessen, die über Jahre im Hintergrund laufen.

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    Oxidativer Stress: Nicht jeder freie Radikal ist der Feind

    Kaum ein Begriff wird im Anti-Aging-Marketing so oft verwendet wie „freie Radikale“. Dabei sind reaktive Sauerstoffverbindungen zunächst Bestandteil normaler Stoffwechselprozesse. Unser Körper nutzt sie unter anderem als Signalmoleküle.

    Gleichzeitig verfügt er über eigene antioxidative Schutzmechanismen. Erst wenn Bildung und Kontrolle solcher Verbindungen dauerhaft aus dem Gleichgewicht geraten, spricht man von oxidativem Stress. Starke UV-Strahlung gehört zu den Faktoren, die diese Belastung erhöhen können.

    Genau deshalb ist vernünftiger Sonnenschutz nach wie vor eine der wichtigsten Maßnahmen gegen vorzeitige Hautalterung – egal, welche Nahrungsergänzung man einnimmt.

    Was Astaxanthin so interessant macht

    Hier kommt Astaxanthin ins Spiel.

    Das Carotinoid wird wegen seiner besonderen chemischen Struktur und seiner antioxidativen Eigenschaften untersucht. Anders als viele vollmundige Werbeaussagen vermuten lassen, bedeutet das allerdings nicht, dass eine Astaxanthin-Kapsel wie ein innerer Sonnenschutz funktioniert.

    Klinische Untersuchungen haben unter anderem Hautfeuchtigkeit, Elastizität, Faltenbildung und Reaktionen auf UV-Belastungen betrachtet. Einige Studien zeigen interessante Veränderungen.

    Doch viele dieser Untersuchungen waren relativ klein oder liefen nur über begrenzte Zeiträume. Teilweise bestanden zudem Verbindungen zu Herstellern oder Rohstoffanbietern.

    Das macht die Ergebnisse nicht wertlos – verlangt aber eine nüchterne Einordnung.

    Mehr Grundlagen finden Sie unter Was Astaxanthin so besonders macht.

    Astaxanthin, der vielfältige Wunderstoff

    Kollagen: Das Gerüst unter der Haut

    Wer über Hautalterung spricht, kommt an Kollagen kaum vorbei.

    Kollagen ist eines der wichtigsten Strukturproteine unseres Körpers. Es findet sich nicht nur in der Haut, sondern auch in Bindegewebe, Knochen und anderen Strukturen. Mit zunehmendem Alter verändern sich Kollagenbildung und Kollagenstruktur. Zusätzlich kann intensive UV-Strahlung den Abbau bestimmter Hautstrukturen fördern.

    Dabei sollte man nicht nur an Nahrungsergänzung denken. Ausreichend Eiweiß liefert Aminosäuren, während Vitamin C zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut beiträgt.

    Mehr dazu lesen Sie unter Kollagen verstehen – Struktur, Spannkraft und natürliche Alterung.

    Die Haut braucht keinen Jungbrunnen. Sie braucht Schutz, Baustoffe und Zeit zur Regeneration.

    Und was haben die Augen damit zu tun?

    Unsere Augen sind ebenfalls ständig Licht ausgesetzt.

    Netzhaut und andere Strukturen besitzen einen hohen Stoffwechsel und müssen gleichzeitig mit Lichtreizen umgehen. Deshalb wird oxidativer Stress auch in der Augenforschung intensiv untersucht. Astaxanthin ist dabei einer von mehreren Stoffen, die wissenschaftlich betrachtet werden.

    Einige Humanstudien beschäftigten sich beispielsweise mit visueller Ermüdung – insbesondere bei Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten. Auch Durchblutung und verschiedene Funktionen des Auges wurden untersucht.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass Astaxanthin Augenkrankheiten behandeln oder eine Brille ersetzen kann. Die Daten sind vielmehr ein Hinweis darauf, warum der Stoff in diesem Bereich wissenschaftliches Interesse geweckt hat.

    DHA: Ein anderer wichtiger Stoff fürs Auge

    Wenn es um unsere Sehkraft geht, führt ein weiterer Weg zu Omega-3.

    DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei. Außerdem trägt DHA zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei.

    Damit unterscheidet sich DHA deutlich von Astaxanthin: Für DHA bestehen zugelassene physiologische Aussagen, während Astaxanthin im Zusammenhang mit Augen und Haut vor allem Gegenstand wissenschaftlicher Forschung ist.

    Mehr dazu finden Sie unter DHA im Fokus – Omega-3 für Gehirn und Sehkraft.

    Bildschirme: Eine moderne Dauerbelastung

    Noch nie haben unsere Augen so viele Stunden täglich auf kurze Entfernung gearbeitet.

    Computer, Smartphone und Tablet gehören für Millionen Menschen zum Alltag. Das kann zu trockenen Augen, Müdigkeit oder einem Gefühl angestrengten Sehens beitragen.

    Dabei sind einfache Maßnahmen häufig wichtiger als jedes Supplement:

    Regelmäßig in die Ferne schauen: Die Augen bekommen eine Pause von dauernder Naharbeit.
    Bewusst blinzeln: Bei Bildschirmarbeit sinkt häufig die Blinkfrequenz.
    Ausreichend Abstand: Der Monitor sollte nicht direkt vor der Nase stehen.
    Pausen machen: Stundenlanges konzentriertes Starren belastet.
    Bei Problemen zum Augenarzt: Sehverschlechterungen gehören abgeklärt.

    Astaxanthin kann hier wissenschaftlich interessant sein – ersetzt aber keine vernünftige Bildschirmhygiene.

    Was Ernährung für Haut und Augen liefert

    Auch beim Thema Haut und Augen lohnt sich der Blick auf den Teller.

    Gemüse und Obst liefern zahlreiche Pflanzenstoffe. Hochwertige Fette gehören zu Zellmembranen. Eiweiß liefert Bausteine für Gewebe. Fettreicher Fisch liefert EPA und DHA. Astaxanthin findet sich natürlicherweise unter anderem in Lachs, Krill und bestimmten Krebstieren. Ursprünglich gebildet wird es jedoch von Mikroalgen.

    Wer Astaxanthin gezielt ergänzen möchte, findet den Stoff konzentriert in Astaxanthin-Kapseln von 9 Leben.

    Schlaf ist auch Hautpflege

    Regeneration findet nicht nur im Badezimmer statt.

    Während wir schlafen, laufen zahlreiche Reparatur- und Regulationsprozesse weiter. Wer dauerhaft zu wenig schläft, sieht das häufig nicht nur an seiner Leistungsfähigkeit – sondern irgendwann auch im Gesicht. Stress wiederum kann Schlaf, Ernährung und andere Gewohnheiten verschlechtern. Damit entsteht schnell ein Kreislauf.

    Mehr über diesen Zusammenhang lesen Sie unter Schlaf & Stress – Hintergründe verstehen.

    Die beste Anti-Aging-Strategie ist erstaunlich unspektakulär

    Wer Haut und Augen lange gesund erhalten möchte, braucht kein kompliziertes Biohacking-Programm.

    Nicht rauchen: eine der wichtigsten vermeidbaren Belastungen überhaupt.
    Sonne vernünftig dosieren: UV-Schutz bleibt zentral.
    Schlafen: Regeneration braucht Zeit.
    Bewegen: Kreislauf und Stoffwechsel profitieren.
    Gut essen: Eiweiß, Gemüse und hochwertige Fette schaffen die Grundlage.
    Augen Pausen geben: besonders bei langer Bildschirmarbeit.
    Astaxanthin realistisch einordnen: spannender Naturstoff – kein Jungbrunnen.

    Mehr zum größeren Thema lesen Sie unter Gesund älter werden – was unsere Zellen schützt.

    Schutz beginnt lange bevor wir ihn sehen

    Haut und Augen zeigen besonders deutlich, wie unser Körper mit Umwelt, Licht, Alter und Lebensstil umgehen muss. Astaxanthin ist dabei ein spannender Forschungsgegenstand. Doch gerade dieser Stoff zeigt auch, warum man zwischen interessanten Daten und übertriebenen Versprechen unterscheiden sollte.

    Vielleicht liegt das Geheimnis gesunder Haut und guter Augen deshalb nicht in einem einzelnen Wundermittel. Vielleicht liegt es darin, empfindliche Strukturen jeden Tag ein bisschen weniger zu überfordern – und ihnen gleichzeitig die richtigen Bedingungen für Regeneration zu geben.

    Redaktioneller Hinweis: Unsere Wissensartikel werden redaktionell erstellt und geprüft. Bei Recherche, Strukturierung oder Formulierung können KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt werden.

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