Heute vor 63 Jahren sprach Bürgerrechtler Martin Luther King in Washington D.C. seine berühmten Worte. Knapp vier Jahre später fiel er einem Attentat zum Opfer. Ein rassistischer Einzeltäter gestand den Mord – und widerrief bald wieder. Aus gutem Grund. Erkenntnisse aus COMPACT-Spezial «Attentate des Tiefen Staates».

    28. August 1963: An diesem Tag wurde Martin Luther King von einer amerikanischen zu einer globalen Ikone. Über 200.000 Menschen versammelten sich in der Hauptstadt vor dem Lincoln Memorial. Sie waren dem Appell zum «Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit» gefolgt, vereint in ihrem Eintreten für Rassengleichheit und gegen Diskriminierung.

    Fernsehen und Radio übertrugen live – nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. US-Historiker William G. Thomas bilanziert später, das Event könne es von der weltweiten Aufmerksamkeit her «mit der Mondlandung aufnehmen». Als letzter Redner trat King ans Rednerpult. Am Ende seiner Ansprache wich er vom Manuskript ab und formulierte spontan jene Sätze, die man bis heute in Schulbüchern lesen kann:

    «Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenbesitzern auf den roten Hügeln von Georgia sich am Tisch der Bruderschaft gemeinsam niedersetzen können. (…) Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden. Ich habe einen Traum!»

    Vier Monate später wurde King vom Magazin Time zum «Mann des Jahres» gewählt; 1964 erhielt er den Friedensnobelpreis.

    Der Mord und das FBI

    Doch knapp vier Jahre später wird der Traum zerschossen. Am 4. April 1968 tritt der Bürgerrechtler auf den Balkon des Lorraine Motel in Memphis/Tennessee. Um 18:01 Uhr fällt ein Schuss – King wird tödlich getroffen. Wenige Minuten später findet das FBI die Tatwaffe in einem Gebäude genau gegenüber. Kurz darauf glaubt der Geheimdienst schon zu wissen, wer der Attentäter war: James Earl Ray. Der ist angeblich ultrarassistisch, mehrfach vorbestraft und war ein Jahr zuvor aus dem Knast ausgebrochen. Vor allem aber: Ray gesteht die Tat umgehend.

    Doch noch bevor Martin Luther King beerdigt wird, widerruft Ray sein Geständnis. Bis zu seinem Tod im Gefängnis 1998 wird er seine Unschuld beteuern. Seine Fingerabdrücke fanden sich zwar auf der angeblichen Mordwaffe. Aber zwei ballistische Gutachten kamen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass der Mord unmöglich mit der vom FBI vorgelegten Remington Gamemaster Modell 760 verübt worden sein konnte. Und in dem Badezimmer, von dem aus Ray geschossen haben soll, fanden die Ermittler keinen einzigen Fingerabdruck, kein einziges Haar von ihm.

    Eine alternative Tatversion kam von einem Sheriff aus Missouri namens Jim Green. Er schwor, dass das FBI den Mord verübt und Ray als Sündenbock ausgewählt habe. Unter Verweis auf mehrere Augenzeugen gab Green an, dass nicht aus dem Badezimmer, sondern von einem Platz hinter einem dichten Buschwerk gefeuert worden sei.

    Im Jahr 1993 sagt schließlich Loyd Jowers, der das Restaurant gegenüber dem Motel betrieb, er habe 100.000 Dollar bekommen, um einen Auftragsmörder anzuheuern: «Und das war nicht James Earl Ray!» Erst 2016 wurde bekannt, dass King aus dem Büro von FBI-Chef Edgar Hoover massiv bedroht worden war: «Du bist erledigt! Für dich gibt es nur einen Ausweg. Den schlägst du besser selbst ein.»

    Martin Luther King ist kein Einzelfall: Von den Kennedys über Marilyn Monroe und John Lennon bis zu Uwe Barschel, Jörg Haider und Jürgen Möllemann – wir entlarven in COMPACT-Spezial «Attentate des Tiefen Staates» mit kriminalistischen Methoden die wahren Täter. Hier bestellen.

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