Sven Hüber war und ist Politoffizier: Nun hat ein DDR-Zeitzeuge ausgepackt und sagt, dass der heutige Polizeifunktionär, der einen Putsch gegen die AfD anregt, schon damals einen geradezu eliminatorischen Hass gegen Dissidenten hegte, einen Flüchtling persönlich misshandelte und selbst vor einer sadistischen Scheinhinrichtung nicht zurückschreckte. Mehr über die Machenschaften Hübers lesen Sie in unserer September-Ausgabe mit dem Titelthema «Die Entscheidung». Schon jetzt hier zu bestellen.

    Gäbe es einen Negativpreis für den Antidemokraten des Jahres, Polizeifunktionär Sven Hüber hätte ihn sich redlich verdient. Der scheidende Vorsitzende des Hauptpersonalrats der Bundespolizei, der vor der Wende als Politoffizier der DDR-Grenztruppen tätig war, forderte unlängst im Verbandsorgan der Gewerkschaft der Polizei (dort ist er Vizevorsitzender) die Beamten ganz offen dazu auf, gegen eine mögliche AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu putschen.

    In seinem Beitrag mit dem Titel «Richtig Nein sagen» verweist der Duzfreund von Ex-Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf den sogenannten «Inneren Notstand», der schon seit Frühjahr durch die Medien geistert, aber immer mit Bezug auf Artikel 37 des Grundgesetzes (GG), der den «Bundeszwang» gegen abtrünnige Landesregierungen ankündigt, ohne sonderlich konkret zu werden.

    Hüber setzt aber noch einen drauf und hat eine viel schärfere Klausel ausgegraben: «Für einen solchen Fall sieht Artikel 91 des Grundgesetzes unter hohen Voraussetzungen weitreichende Eingriffsmöglichkeiten des Bundes vor. (…) Die Bereitschaftspolizeien müssen so stark und so vorbereitet sein, um auf Weisung des Bundesinnenministers auch in einem anderen Bundesland, gemeinsam mit der Bundespolizei, mit polizeilichen Mitteln die verfassungsmäßige Ordnung wiederherstellen zu können.» Diesen Eifer legte er offenbar schon zu DDR-Zeiten an den Tag, wie sich noch zeigen soll…

    Konkret bedeutet das, was Hüber beschreibt: Die Bereitschaftspolizei, die in Sachsen-Anhalt bald einem AfD-Innenminister unterstehen könnte, würde putschartig unter die Befehlsgewalt des Bundes genommen und gegen die rechtmäßige Regierung des Landes in Marsch gesetzt – bis hin zur Absetzung der Regierung und der Auflösung des Landtags. Hüber stützt sich dabei Artikel 91,2 GG: «Ist das Land, in dem die Gefahr [für die verfassungsmäßige Ordnung] droht, nicht selbst zur Bekämpfung der Gefahr bereit oder in der Lage, so kann die Bundesregierung die Polizei in diesem Lande und die Polizeikräfte anderer Länder ihren Weisungen unterstellen sowie Einheiten des Bundesgrenzschutzes einsetzen.»

    Wie selbstverständlich verstößt der ehemalige DDR-Politoffizier in seinem Putsch-Aufruf gegen das Neutralitätsgebot und zeigt ganz offen, gegen wen sich seine Boykotthetze richtet: «Wer seinen geleisteten Eid ernst nimmt, kann gar nicht anders: No-Go mit der AfD! Polizisten können kraft ihres abgelegten Eides keine verfassungsfeindliche Partei wählen, diese unterstützen oder dort mitmachen!»

    Ein ehemaliger Rekrut Hübers packt aus

    Hübers Vergangenheit wurde im Zusammenhang mit seinem Anti-AfD-Aufruf mehrfach thematisiert, doch nun sind neue Details aus seiner Zeit als Politoffizier ans Tageslicht gekommen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Der einst treue Vasall des SED-Staates, der in der BRD weiter Karriere gemacht hat, zeigte gegenüber DDR-Dissidenten einen geradezu eliminatorischen Hass und schreckte laut einer Zeugenaussage nicht davor zurück, Mauerflüchtlinge persönlich zu misshandeln.

    Polizeiputsch gegen AfD-Regierung

    Gegenüber Apollo News hat ein ehemaliger DDR-Grenzsoldat ausgepackt, der unter Politoffizier Hüber gedient hat. Axel Krause, so sein Name, ist gebürtiger Rostocker und ging nach der Wende nach Berlin, wo er als Steuerberater arbeitete. Im Sommer 1987 – zwei Jahre vor dem Mauerfall – wurde Krause als Wehrdienstleistender der dritten Grenzkompanie des Grenzregiments 33 in Berlin-Treptow zugeteilt. Hüber, der gerade von der Offiziershochschule «Rosa Luxemburg» kam, wurde dort als stellvertretender Kompaniechef und Politoffizier eingesetzt. Ihm oblag damit die ideologische Indoktrination der Rekruten.

    Skrupelloser als Honecker und Mielke

    Gegenüber Apollo News berichtet Krause, Hüber habe im Rahmen seiner «erzieherischen Arbeit» mit den Rekruten auch über den Schießbefehl an der Mauer gesprochen. Sein Credo aus der offiziellen Vergatterung:

    «Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten.»

    Als die DDR-Machthaber 1988 die Formel leicht entschärften und es nun statt «zu vernichten» hieß: «durch Anwendung der Schusswaffe zu verhindern», zeigte sich Politoffizier Hüber laut Krauses Aussagen als absoluter Hardliner und erklärte, dass «vernichten» seine Berechtigung habe und er deshalb auch weiterhin die alte Formel bei der Vergatterung verwenden werde. Dies habe er dann «auch durchgezogen», so der Zeitzeuge.

    Danebengeschossen? «Verräter»!

    Doch Hüber war nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten – oder besser: Schandtaten. Krause, dessen Aussagen sich laut dem Historiker und DDR-Experten Hubertus Knabe mit Angaben aus Stasi-Akten decken, berichtet vom Schicksal eines Kameraden, «der das Pech hatte, zweimal nicht zu treffen». Gemeint ist: auf Mauerflüchtlinge.

    Immerhin: Schwarz-Rot-Gold war nicht verpönt. Die Fahne der untergegangenen DDR. Foto: Karin Weinzierl / Shutterstock

    Hierbei handelt es sich um folgenden Fall, der auch aktenkundig ist: Am 27. Januar 1988 gelang zwei jungen Männern (20 und 23 Jahre alt) die Flucht über die Mauer in Ostberlin, von der Krause aus seiner Erinnerung berichtet, geschah den Unterlagen zufolge am 27. Januar 1988. Die DDR-Grenzsoldaten eröffneten das Feuer, trafen sie jedoch nicht tödlich. Der Postenführer, der die beiden Männer verfehlt hatte, sei ein Gefreiter aus seinem Nachbarzimmer gewesen, so der Zeitzeuge. «Er sei noch in derselben Nacht von einem grauen Barkas zum Verhör durch die Stasi abtransportiert worden und erst vier oder fünf Tage später wieder zur Kompanie zurückgekommen», schreibt Apollo News.

    Als derselbe Gefreite am 19. April 1988 erneut einen Flüchtling verfehlte (einen 31-jährigen Gebäudereiniger, der nachts in Treptow über die Mauer nach Westberlin entkommen konnte), wurde der Grenzsoldat gleich für zwei Wochen in Gewahrsam genommen. Nach seiner Rückkehr habe es laut Krause einen Appell auf dem Kasernenhof gegeben. «Dort gab es einen Auftritt des Hüber, der dem Gefreiten die Schulterstücke runterriss und wieder Soldatenschulterstücke übergab», so der Zeitzeuge. Danach habe Hüber den etwa 200 bis 300 versammelten Kompanieangehörigen eingebläut, dass es sich bei dem Degradierten um einen «Verräter» handle, der mit bis zu fünf Jahren Militärgefängnis zu rechnen habe.

    «Die Pistole in den Mund gesteckt»

    Doch was geschah, wenn Hüber einen DDR-Flüchtling in die Finger bekam. Hier sind die Erinnerungen Krauses besonders erschreckend. Er erinnert sich an einen Mann, der an der Ecke Teltowkanal/Britzer Zweigkanal in Treptow per Leiter über die Mauer klettern wollte, «aber meinen Nachbarposten quasi direkt in die Arme» gelaufen sei. Der Mann sei am Boden fixiert worden, dann habe man Hüber als Vorgesetzten herbeigerufen. Dieser sei «wie ein Wahnsinniger» mit einem Trabant herangerast, so der Augenzeuge. «Noch im Bremsen sprang Hüber raus und rannte dann zu dem Mann, der dort wehrlos und fixiert auf der Erde lag.»

    «Dreimal ins Gesicht getreten»

    Der Politoffizier habe seine Pistole gezogen und sich zu dem Festgenommenen hinuntergekniet. Was danach passierte, konnte Krause nach eigenen Angaben nur teilweise sehen, weil andere Soldaten ihm die Sicht verdeckten. Doch auf dem Rückweg per Lastwagen habe er von einem Kameraden gehört, dass Hüber dem Flüchtling «die Pistole in den Mund gesteckt» habe, sodass sich der Gefangene aus Angst «dabei eingenässt» habe.

    Nach diesen Schilderungen hat der skrupellose Hüber also eine sogenannte Scheinhinrichtung durchgeführt. Doch nicht nur das: Als dann die Stasi anrollte, um den Flüchtling zum Verhör abzuführen, habe Hüber dem Mann noch «dreimal ins Gesicht getreten». Das, so Krause in einer strafbewehrten eidesstattlichen Versicherung, habe er mit eigenen Augen gesehen. Demnach muss Hüber also nicht nur ein skrupelloser Ideologe, sondern auch ein hemmungsloser Sadist gewesen sein. Und dieser Mann will uns erzählen, wie schlimm die AfD sei, sodass man notfalls gegen sie putschen müsste, um die Demokratie zu retten?

    Mehr über den Polizeiputsch des Politoffiziers gegen die AfD und die wahren Hintergründe einer solchen Operation lesen Sie in unserer druckfrischen September-Ausgabe mit dem Titelthema «Die Entscheidung Zweikampf um Deutschland». Hier bestellen.

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