Die Empörung über den FAZ-Journalisten Martens, der sich öffentlich darüber Gedanken machte, was man unternehmen könne, um möglichst viele russische Soldaten zu töten, reißt erfreulicherweise nicht ab. Er gibt sogar eine Petition, die seine Entlassung fordert. Die wurde kurzerhand gesperrt. Wohin das alles führt, legen wir in unserem Spezial „Krieg gegen Russland“ ausführlich dar. Hier mehr erfahren.
Change.org, die weltweit größte Online-Petitionsplattform, hat den Zugang zu jener Petition, die die Entlassung des FAZ-Journalist verlangt, einfach so gesperrt. Die Forderung hatte binnen weniger Stunden nach Einstellung mehr als 2.000 Unterzeichner gefunden und hätte spielend 5.000 oder mehr erreicht.
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COMPACT unterstützenEin solcher Journalist dürfte keinen Posten bekleiden
Auf einer Pressekonferenz mit Ukraine-Machthaber Selenski und dem serbischen Präsidenten Vučić am 8. August in Belgrad hatte Michel Martens gefragt, was die europäischen Länder tun könnten, um „mehr Russen zu töten“. Die Empörung darüber war auch in der Bundesrepublik Deutschland groß. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte später in einem Interview, ein solcher Journalist dürfe in Medien überhaupt keinen Posten bekleiden.

Die Moderatoren der Change.org-Website, die die von Nutzern veröffentlichten Inhalte überprüfen, schlossen die Petition am 11. August und haben den Zugriff gesperrt. Auf der Seite der Petition wird stattdessen eine Meldung angezeigt, dass die Moderatoren sie auf „Einhaltung der Community-Richtlinien“ prüfen würden. „Die Petition wird nach erfolgreicher Prüfung öffentlich zugänglich sein. Vielen Dank für Ihre Geduld“, heißt es auf der Seite, ohne einen Zeitplan anzugeben.
FAZ eiert herum
Der Fall zieht weite Kreise. Wie die russische Botschaft in Serbien gegenüber RIA Novosti erklärte, stellt die Frage des deutschen Journalisten an Selenski eine unmoralische Handlung sowie einen Aufruf zu illegalen Handlungen und eine direkte Bedrohung für russische Staatsbürger dar.
Die Pressestelle der FAZ hatte mitteilen lassen, die Frage ihres Mannes sei missverständlich formuliert gewesen. Dies bedauere man. Es sei nicht die redaktionelle Linie des Blattes, „Diffamierungen und Drohungen“ gegen ihren Korrespondenten aber seien „inakzeptabel“ Zur Pressefreiheit gehöre das Recht, Fragen zu stellen, gerade auf einer Pressekonferenz.
Martens selbst hatte sich nach Kritik damit gerechtfertigt, bei der Frage habe es sich um eine Anspielung auf ein Zitat von Winston Churchill gehandelt. Der damalige britische Premierminister soll die Entscheidung über die Unterstützung der jugoslawischen Widerstandsgruppen im Zweiten Weltkrieg auf eine militärische Frage zugespitzt haben: „Wer tötet die meisten Deutschen, und wie können wir ihnen helfen, noch mehr zu töten?“
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