Junge Leute sollten auf der Hut sein! Die Bundesregierung bereitet die Grundlagen für einen neuen Zivildienst vor. Keine Frage: Hier wird hinter den Kulissen an einer Wehrpflicht gestrickt. Bluten für fremde Interessen? Unsere Spezialausgabe „Krieg gegen Russland“ verdeutlicht, was auf dem Spiel steht. Hier mehr erfahren.

    Tatsächlich hat jetzt eine Sprecherin des Familienministeriums von CDU-Politikerin Katrin Prien bestätigt, dass Bestrebungen zur Wiedereinführung des Zivildienstes in Angriff genommen sind. Der Spiegel hält nüchtern fest: „Dass Priens Ministerium die Möglichkeit einer Reaktivierung des Zivildienstes abklopft, spricht dafür, dass die Bundesregierung über die Rückkehr zur Wehpflicht nachdenkt.“

    2.000 Bundeswehr-Schulbesuche 2026

    Das Zivildienstgesetz habe nach wie vor Gültigkeit, so das Familienministerium. Es müsse etwas angepasst werden, doch letztlich sei es nur ausgesetzt. Diverse Verbände und Organisationen seien bereits befragt worden, welche Kapazitäten für Zivildienstleistende sie zur Verfügung stellen könnten. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 war auch der Zivildienst entfallen. An seine Stelle trat der Bundesfreiwilligendienst.

    Dazu passt die Angabe der Bundesregierung auf Anfrage der Linke, dass die Bundeswehr allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres bundesweit mehr als 2.000 Mal Schulen besucht hat. Hier werden sogenannte Jugendoffizieren eingesetzt, die über sicherheitspolitische Themen referieren und die Bundeswehr als Institution vorstellen. Die Linke sieht hier die Gefahr einer Nachwuchsrekrutierung gegeben. Übersetzt: Die Bundeswehr ist gezielt auf der Suche nach Kanonenfutter für künftige Kriegseinsätze.

    Der Focus gibt zu bedenken: „Schule ist ein staatlich verantworteter Bildungs- und Erziehungsraum. Gegenüber den minderjährigen Schülerinnen und Schülern bestehen besondere Schutz- und Fürsorgepflichten. Denn Jugendliche sind aufgrund ihrer Entwicklung in bestimmten Kontexten besonders anfällig für Einflussnahme.“ Hier setzt auch die Kritik der Linken an: Ziel sei es, Minderjährige an das Militär zu gewöhnen. Der Staat baue eine „militärische Bildungsinfrastruktur“ auf, kritisiert Nicole Gohle, bildungspolitische Sprecherin der linken Bundestagsfraktion.

    Unattraktive Wehrpflicht

    Die Bundeswehr sucht händeringend Soldaten, um ihr Ziel, bis 2035 auf 260.000 Mann angewachsen zu sein, erfüllen zu können. Seit Jahresbeginn sind Fragebögen an alle Neu-Volljährigen versendet worden. Junge Männer mussten verpflichtend, junge Damen konnten freiwillig antworten. 300.000 Fragebögen wurden versendet, nur wenige Hundert Freiwillige haben sich auf diesem Weg gemeldet. Bei den Frauen lag die Rücksendequote bei vier Prozent. Laut Forsa-Meinungsumfrage lehnen 63 Prozent der 18- bis 29-Jährigen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ab. Der MDR jammert:

    „Immer mehr Menschen in Deutschland verweigern den Kriegsdienst. Bereits im ersten Quartal 2026 wurden fast so viele Anträge gestellt wie im gesamten Jahr 2024.“

    Im Vergleich zum gesamten Vorjahr hat sich die Zahl der Verweigerer mehr als verdoppelt. Das bestätigt eine Sprecherin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Bis zum 31. Juli insgesamt sind 8.302 entsprechende Anträge beim Bundesamt in Köln eingegangen. Im Jahr 2025 waren es insgesamt 3.879 Anträge. Nach dem Aussetzen der Wehrpflicht spielte die Kriegsdienstverweigerung lange Zeit kaum eine Rolle. Artikel 4 Grundgesetz lautet: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“

    Mittlerweile haben sich zwölf Bundesländer für eine Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr entschieden. Hamburg, Berlin und Brandenburg sind erst in diesem Jahr dazugekommen, für andere Länder liegen bereits Zahlen vor. So war die Bundeswehr 2025 in Thüringen an 139 Schulen aktiv. Gemäß offiziellen Angaben gab es auch in diesem Jahr bislang 59 solcher Aktionen. In Sachsen lag die die Zahl der Schultermine 2025 bei 374 in Sachsen-Anhalt bei 176.

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