Am 1. August 1936 begannen die XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin. Heute werden die Wettkämpfe gerne als «Nazi-Spiele» diffamiert und samt und sonders der NS-Propaganda zugeordnet. Ein absolut schiefes Bild – und eine von vielen «Geschichtslügen gegen Deutschland», die wir in unserer gleichnamigen Sonderausgabe widerlegen. Hier mehr erfahren.
Infolge des Ersten Weltkriegs wurde Deutschland auf Druck der Siegermächte zunächst von allen internationalen Sportwettkämpfen ausgeschlossen. Umso größer war die Begeisterung im deutschen Volk, als das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 13. Mai 1931 verkündete: Die Spiele der XI. Olympiade im Jahr 1936 werden nach Berlin gehen! Erstmals sollten damit olympische Wettkämpfe auf deutschem Boden stattfinden. 1916 hatte der Krieg die Austragung in der Hauptstadt des Reiches verhindert.
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COMPACT unterstützenHitler fielen die Spiele in den Schoß
Dass 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen sollten, war 1931 nicht abzusehen. Und 1936 lag der Krieg noch in der Ferne, die NS-Verbrechen waren weit von den Dimensionen entfernt, die sie ab 1941 erreichen sollten. Es ist daher verfehlt, die Olympischen Sommerspiele von 1936 als «Nazi-Spiele» zu diffamieren oder den damaligen Entscheidungsträgern des internationalen Sports mit dem Wissen von heute Vorwürfe zu machen.
Unbestritten ist, dass die Machthaber die Wettkämpfe propagandistisch nutzten – was 1936 nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal geschah. Die Spiele 1936 wurden dann auch vom IOC, von den Sportlern, den vielen Gästen aus dem In- und Ausland und der überwiegenden Mehrheit der internationalen Presse euphorisch begleitet. IOC-Präsident Henri de Baillet-Latour verkündete gar, Berlin 1936 markiere den Höhepunkt aller Olympischen Spiele.

Offenbar hatten die deutschen Gastgeber einen guten Eindruck hinterlassen, denn am 9. Juni 1939 vergab das IOC die Olympischen Winterspiele 1940 erneut ans Deutsche Reich. Durch den Krieg, der nur wenige Monate nach der Verkündung dieser Entscheidung begann, kam es dazu jedoch nicht.
Jesse Owens, Helene Mayer, Theodor Lewald
Die Olympischen Spiele von 1936 bewiesen auch, dass die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes keine rassistischen Ressentiments hegte. Dem schwarzen Leichtathleten Jesse Owens aus den USA wurde zugejubelt. Mit vier Goldmedaillen (Erstplatzierung bei drei Sprintdisziplinen und beim Weitsprung) war er der erfolgreichste Athlet der Spiele, was auch Leni Riefenstahl in ihren Olympia-Filmen zu würdigen wusste.
Man feuerte begeistert die für Deutschland startende jüdische Fechterin und Silbermedaillen-Gewinnerin Helene Mayer an, man begrüßte frenetisch in den Reihen der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft Rudi Ball, einen Spieler jüdischen Glaubens. Und der Präsident des deutschen Organisationskomitees der Olympischen Spiele war Theodor Lewald, ein großer deutscher Patriot aus jüdischer Familie.

Gemeinsam mit Carl Diem, Karl Ritter von Halt, Adolf-Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin sowie den Architekten Walter und Werner March, die für ihren Entwurf des Reichssportfeldes eine Goldmedaille der IOC-Kunstwettbewerbe 1936 erhielten, plante und realisierte Lewald, der im Kaiserreich und in der Weimarer Republik Beamter war und sich für die Deutsche Volkspartei (DVP) Gustav Stresemanns engagiert, diese denkwürdigen Sommerspiele. Wer hier von «Nazi-Spiele» spricht, verkennt die Realitäten.
Höchstleistungen und neue Maßstäbe
Die Olympischen Spiele 1936 waren vielmehr ein internationales Fest der Superlative. Der Rundfunk übertrug in 41 Länder, das Fernsehen brachte die ersten Originalübertragungen der Welt, Leni Riefenstahl dokumentierte die Wettkämpfe und setzte bei der filmischen Umsetzung ganz neue Maßstäbe.
Da bleiben eben auch die sportlichen Höchstleistungen nicht aus: In der Liste der erfolgreichsten Teilnehmer kommen gleich nach Jesse Owens die beiden deutschen Turner Konrad Frey (dreimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) und Alfred Schwarzmann (drei Gold- und zwei Bronzemedaillen). Insgesamt feierten die deutschen Turner ihren größten Erfolg seit 1896. Höchst erfolgreich waren auch die deutschen Ruderer sie gewannen fünfmal Gold. Hinzu kamen eine Silber- und eine Bronzemedaille.

Insgesamt waren die Olympischen Spiele von Berlin die Spiele der Rekorde: Allein in 29 leichtathletischen Wettbewerben wurde zwölfmal jeweils der Weltrekord verbessert, 47-mal wurden bestehende olympische Rekorde überboten. Und immer wieder hatten deutsche Athleten großen Anteil an diesen Höchstleistungen.
Im Medaillenspiegel kamen am Ende hinter ihnen und den US-Amerikanern mit weitem Abstand Ungarn, Italiener, Finnen, Schweden, Japaner, Niederländer und Briten. Bei den Schlussfeiern wehten die Fahnen des Deutschen Reiches, Griechenlands und Japans. Die Olympischen Spiele 1936 waren ein internationales Sportfest, das die ganze Welt begeisterte.
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