Eine umstrittene Personalie sorgt in Sachsen derzeit für Aufregung: Nicole Huber, CDU-Politikerin aus Baden-Württemberg, hat einen neuen Polit-Job als Tourismuschefin erhalten. Doch nicht nur der fehlende Bezug zur Region irritiert, sondern auch das Verhältnis von Huber zum Epstein-Vertrauten Dr. Henry Jarecki, den die Heidelbergerin sogar auf dessen Privatinsel besuchte. Alle Hintergründe zum Epstein-Netzwerk und seinen deutschen Verbindungen lesen Sie in unserer COMPACT-Ausgabe „Das System Epstein. Mossad, Mädchen, Machteliten“. Dieses Heft sollten Sie nicht verpassen, jetzt bestellen!
Noch im März wollte Nicole Huber als Kandidatin der Heidelberger CDU in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt werden. Auf ihrer Internetseite beschrieb die 53-Jährige, die auch im Rotary-Club tätig ist, ihren persönlichen Werdegang, wollte sich u.a. „für unsere Demokratie“ einsetzen – was sie dabei jedoch nicht erwähnte, war ihre Verwicklung in die Epstein-Affäre. Mitten im Wahlkampf wurde seinerzeit von der Rhein-Neckar-Zeitung enthüllt, dass sich die Frau 2016, Huber war damals bei der Stadtverwaltung Stadtdirektorin und Leiterin des Oberbürgermeister-Referats, von dem zwielichtigen Investor Dr. Henry Jarecki auf dessen Privatinsel einladen ließ. Was dort geschah? Bisher unbekannt, angeblich hätte die Politikerin eine Dienstreise nach New York angetreten und anschließend einen privaten Urlaub zur Jarecki-Insel unternommen.
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Dr. Jarecki war enger Freund von Epstein
Besonders brisant: Der Investor Dr. Henry Jarecki ist eng mit der Stadt Heidelberg verbunden. Als Mäzen ist er an mehreren Projekten in Heidelberg beteiligt, investierte beispielsweise über die nach seinem Vater benannte Max-Jarecki-Stiftung mehr als 250 Millionen Euro für den Campus Bahnstadt, zu dem die Projekte SkyLabs, SkyAngel und SkyOne zählen. Ein Urlaub von Huber, die als damalige rechte Hand des Heidelberger Oberbürgermeisters fungierte, auf Jareckis privater Insel, hätte von dieser mutmaßlich gegenüber der Stadtverwaltung angezeigt werden müssen, wenn es sich dabei – und das legt die Konstellation nahe – um einen geldwerten Vorteil für eine hohe Verwaltungsmitarbeiterin gehandelt hat, deren Gönner in enger Geschäftsbeziehung zur Stadt Heidelberg stand.
Im Rahmen der veröffentlichten Epstein-Files hat Jareckis Gönner-Image jedoch erhebliche Kratzer bekommen, u.a. sind Bilder aufgetaucht, die Jarecki zusammen mit dem Sexualstraftäter auf dessen berüchtigter Privatinsel Little Saint James zeigen. Das Eiland, das zu den Amerikanischen Jungferninseln gehört, steht im Zentrum zahlreicher Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Fall Epstein. Selbst nachdem der Investmentbanker 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution schuldig gesprochen wurde, blieb der Kontakt bestehen, wie die Akten zeigen. Epstein und Jarecki schrieben einander über 450 Mails. In einem Schreiben vom 14. Juni 2010 teilte Epstein dem Heidelberg-Mäzen mit: „If there is anything I can do, you can count on me.“ Auf Deutsch: „Wenn ich dir irgendwie behilflich sein kann, kannst du auf mich zählen.“ Jarecki antwortete: „Thanks. I know.“ – „Danke, das weiß ich.“
Umzug nach Sachsen: Flucht nach vorne?
Bis heute konnte das genaue Verhältnis von Nicole Huber und Dr. Henry Jarecki nicht aufgeklärt werden, die Politikerin selber zeigt sich bei eine Aufarbeitung unkooperativ. Beobachter vermuten, dass der Umzug nach Sachsen deshalb auch eine Art Flucht nach vorne sein könnte, um sich vor Ort in Heidelberg aus der Schusslinie zu nehmen. Ab dem 1. September 2026 soll Huber Geschäftsführerin des kommunalen Tourismusverbandes Oberlausitz werden, die CDU-Landrat Udo Witschas jüngst mitteilte. Zwar hat die baden-württembergische CDU-Politikerin in Dresden studiert, engere persönliche Verbindungen in die Oberlausitz oder gar ein dortiges politisches Wirken sind bisher jedoch nicht bekannt gewesen.
Der Ortswechsel von fast 600 Kilometern stößt deshalb erwartungsgemäß nicht überall auf Begeisterung. Die Freien Sachsen haben in einer Mitteilung bei Telegram deshalb nicht nur die Kontakte Hubers zum Epstein-Kumpanen Jarecki kritisiert, sondern werfen auch die Frage auf, weshalb die Stelle nicht mit jemandem aus der Region besetzt worden sei. Ähnlich äußert sich auch Timo Schreyer, AfD-Abgeordneter im Sächsischen Landtag und AfD-Kreisrat im Landkreis Bautzen, der in einer Pressemitteilung zur Personalie Huber fordert, „dass zweifelsfrei geklärt wird, in welchen Beziehungen Nicole Huber zu dem Netzwerk um Jarecki und Epstein gestanden hat“.
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