Der Anschlag von Berlin schob den Auftritt des dauerbetroffenen Michel Friedman in Bayreuth in die dritte oder vierte Reihe wichtiger Nachrichten vom Wochenende. Der Publizist sprach über Demokratie und Diktatur. Nein, er dozierte. Seit Jahren verschließt er hartnäckig die Augen vor israelischen Verbrechen. Das neue COMAPCT-Spezial „Schurkenstaat“ hilf ihm auf die Sprünge. Hier mehr erfahren.
Der Auftritt des-jüdischen Publizisten Michel Friedman zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele war schon im Vorfeld diskutiert worden. Jeder wusste, worauf er es anlegt, nämlich auf eine parteipolitische Tirade gegen die AfD und auf penetranten Schuldkult-Phrasen. Und: Es ist exakt so gekommen. Geliefert wie bestellt sozusagen!
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COMPACT unterstützenDer AfD in die Schuhe geschoben
Offizieller Anlass war die Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“, die an jene jüdischen Künstler erinnert, die während des NS verfolgt wurden. Vor seiner Rede besuchte Friedman gemeinsam mit Festspielleiterin Katharina Wagner die gleichnamige Ausstellung auf dem Grünen Hügel. Dort erinnern Stelen an die Schicksale der einst in Bayreuth tätigen Musiker.
In seiner anschließenden Rede zum 150-jährigen Bestehen des Festspielhauses in Bayreuth gab sich Friedman besonders bedeutungsschwanger. Ausgehend von der Verfolgung seiner eigenen Familie – nach seinen Angaben wurden rund 50 Angehörige von den Nationalsozialisten ermordet – warnte er vor den heutigen Gefahren für Juden in Deutschland. Laut Friedman sei jüdisches Leben seit 1945 noch nie so gefährdet gewesen wie heute. Antisemitismus aber ist in seinen Augen kein Problem der Massenmigration, sondern er versuchte, dies der AfD in die Schuhe zu schieben.
Bayreuth für Parteipolitik missbraucht
Mit Blick auf hohe Umfragewerte der Partei erklärte er, man befinde sich nicht mehr am Anfang einer gefährlichen Entwicklung, sondern sei bereits mittendrin. Wer heute unzufrieden sei und nörgele, müsse demokratisch wählen, was in seinen Augen natürlich eine Stimme für die AfD ausschließt. Friedman: „Was muss eigentlich noch passieren, dass wir unsere Demokratie persönlich verteidigen?“ Und damit meinte er eben nicht den Anschlag, der sich nahezu zeitgleich in Berlin ereignete.
Friedman hat als ausgerechnet die Bühne des Festspielhauses für Parteipolitik missbraucht. Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Festspiele auf plumpe AfD-Hetze herunterzubrechen, ist auch eine Verniedlichung von NS-Untaten. Kulturveranstaltungen laufen zunehmend Gefahr, zu politischen Kulissen einer Propaganda zu werden, die Andersdenkende ausgrenzen soll.
Friedman trug zu dieser Vermischung von Gedenken, Politik und persönlicher Inszenierung intensiv bei. Immer wieder stellte er sich selbst in den Mittelpunkt des Geschehens. Katharina Wagner bezeichnete er demonstrativ als „meine Freundin“ und lobte sie dafür, die Erinnerungskultur in Bayreuth grundlegend zu verändern.
Braune Erde unter dem Grünen Hügel?
Friedman holte zum Rundumschlag aus. Die Festspiele hätten bislang deutlich zu wenig für die Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte getan, und Medien und Politik hätten lieber den Musikgenuss zelebriert als sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob auf ihrem Platz womöglich einst Hitler saß. Friedman: „Wie liebevoll vom Grünen Hügel gesprochen wird in der Hoffnung, dass man die braune Erde darunter nicht sieht.“ Einer der meistzitierten Sätze seiner Rede lautet: „Heute habe ich das Wort, und der Antisemit Richard Wagner muss zuhören.“
Dass ausgerechnet Friedman als moralische Instanz auftritt, ist ohnedies ein Hohn. Seine Karriere schien 2003 beendet, als er über eine Affäre um Kokainkonsum und die Inanspruchnahme „ukrainischer Nymphen“ stolperte und sämtliche öffentlichen Ämter niederlegen musste.
Ob ein Opernfestival zum Jubiläum zugleich als Plattform für aktuelle parteipolitische Botschaften dienen sollte, wird man kontrovers diskutieren dürfen. Oder ist dies auch schon untersagt?
Seit Jahren verschließt Michel Friedman hartnäckig die Augen vor israelischen Verbrechen. Das neue COMAPCT-Spezial „Schurkenstaat“ hilf ihm auf die Sprünge. Hier bestellen.





