Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexico und Kanada ist Geschichte. Spanien gewinnt den Titel, Team Deutschland ist schon seit Wochen in der Heimat. Eine spannende Betrachtung zur Entwicklung des deutschen Fußballsports liefert unsere Juli-Ausgabe „Sommermärchen 2026“. Lesenswert! Hier mehr erfahren.
Gestern kam beim WM-Finale nur in der Schussphase Spannung auf. Am Ende bezwang Spanien die Titelverteidiger aus Argentinien hochverdient mit 1:0 nach Verlängerung. Zwar spielten die ganz großen Superstars woanders, aber die Geschlossenheit der spanischen Elf gab am Ende den Ausschlag. Das Endspiel war gähnend langweilig, lebte jedoch von der Ungewissheit des Ausgangs.
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COMPACT unterstützen„Klar für Spanien!“
Stunden zuvor hatte Jürgen Elsässer auf X Stellung bezogen. „Bin im WM-Endspiel klar für Spanien. Argentinien ist das neue Israel, Milei ein eingefleischter Anhänger von Netanjahus Endzeit-Sekte Chabad Lubawitsch. Und Messi hat ‚eine relativ stete Verbindung zum jüdischen Staat‘, schreibt die Jüdische Allgemeine. Spanien hingegen hat wegen des Völkermords in Gaza einen Boykott über Israel verhängt.“
Somit sorgte also der Ausgang des Endspiels für Genugtuung im Hause Elsässer. Und sonst? Wie fällt nun die Bilanz dieser Mammut-Weltmeisterschaft aus? Ganz große Emotionen blieben aus, ganz große Skandale auch. Die anfängliche Aufregung um leere Plätze in den Stadien erwies sich als nicht wirklich begründet, die Ablehnung der sinnlosen Trinkpausen war zwar gewaltig, doch haben sich viele Fernseh-Zuschauer auch dabei ertappt, auf die getarnten Werbepausen regelrecht zu warten, beispielsweise, um für Getränkenachschub sorgen zu können. Der Fußballsport ist fest in der Hand des Kommerzes, doch das war auch schon vor dem Turnier oder der gestrigen Halbzeitshow klar.
Deutschland? Platz 31…
Tja, und aus deutscher Sicht? Da möchte man am liebsten rasch einen Schlussstrich ziehen. Wieder ein frühes Aus, dieses Mal im Elfmeterschießen gegen Fußball-Zwerg Paraguay.-Die dritte WM-Blamage in Folge ist kein Zufall. Das Desaster spiegelt die Lage in unserem Land exakt wider: Kein Nationalstolz, kein Erfolg – kein Plan, kein Pokal! Platz 31 beziehungsweise 32. Danke für nichts!
Elfmeterschießen war eigentlich immer eine deutsche Spezialität. Bei Weltmeisterschaften hatte es nur einen einzigen Fehlschuss gegeben, nämlich jenen von Uli Stielike 1982 in Spanien gegen Frankreich. Am Ende aber gewannen wir damals das legendäre Halbfinalspiel trotzdem. Dieses Mal versagten also gleich drei Kicker vom Punkt. Bezeichnend!
Fazit: Wir können es nicht mehr. Aus als Automobilriese, Ende als Exportweltmeister, Schluss als Fußballmacht. Kuriosum: 27 Länder, die an dieser Weltmeisterschaft teilnahmen und die reihenweise erfolgreicher spielten als die Auswahl der Bundesrepublik, erhalten deutsche Steuergelder als Entwicklungshilfe.
Der glücklose Julian Nagelsmann hatte sich am Ende zunehmend wie Friedrich Merz aufgeführt und Kritiker als böswillige Nörgler abqualifiziert. Er hatte seinen Rücktritt zunächst kategorisch ausgeschlossen, um dann wenige Tage später doch das Handtuch zu werfen. Hier könnte der Kanzler sich eine Scheibe abschneiden. Der Trainer kam einem Rausschmiss zuvor.
Blutleer und ohne Leidenschaft
Zurück bleiben maximal genervte Fußballfreunde. Das letzte Achtelfinale bestritt eine bundesdeutsche Auswahl 2014, also noch vor der verheerenden Grenzöffnung. Die Nationalmannschaft wirkt heute fremd, und das hat natürlich auch mit den Migrationsgeschichten der Spieler zu tun. Wer sich dazu äußert, stößt allerdings rasch auf Sprechverbote oder bekommt von Mainstream-Journos wie Ulf Poschardt Saures. Der pöbelte auf X, dass es den „kartoffelweißen Waschlappen bei der AfD wie der Linkspartei an Disziplin, Anstrengungsbereitschaft und athletischem Drill“ fehle. Wie lautet hier dann der Umkehrschluss? Aber lassen wir das…
Die Nationalelf wirkte blutleer und leidenschaftslos. Es war mitreißend, wie andere Mannschaften ihre Nationalhymnen schmetterten und schon durch Körpersprache Stolz und Unbezwingbarkeit zum Ausdruck brachten. Die BRD-Truppe war eher die Mannschaft von Lars Klingbeil oder Dunja Hayali, die bei der EM vor zwei Jahren das Heute-Journal im DFB-Trikot präsentierte und seinerzeit ätzte, dass AfD-Wähler nicht die Daumen drücken, sondern auf schlechte Stimmung setzen würden. Jetzt ist es der Spiegel, der jammert: „Diese WM hätte ein positives Signal für den deutschen Fußball werden können, mithin für ein ganzes Land, das mit sich hadert und alte, identitätsstiftende Gewissheiten verloren hat.“
Künftig soll es nun Jürgen Klopp richten. Noch ehe der Vertrag in trockenen Tüchern ist, plaudert der vormalige Liverpool-Trainer derzeit bereits öffentlich über künftige Spieler, Mitarbeiter und interne Vereinbarungen; eigentlich ein absolutes No-Go, hier wahrscheinlich taktischer Natur, um etwaige Konkurrenten schon im Vorfeld auszustechen. Vielleicht hätte man hinterfragen sollen, wie authentisch der Mann mit den falschen Zähnen, falschen Augen und falschen Haaren eigentlich daherkommt. Dass er zuletzt bei Red Bull anheuerte, war nicht gerade ein Zeichen von Fußballromantik. Klopp vor einigen Jahren im Taz-Interview politisch einordnen sollte, fiel ihm ein: „Selbstverständlich bin ich links. Eindeutig. Linker als Mitte.“
Endlich Pause von dieser Truppe!
Sportlich enttäuschte neben Tunesien in erster Linie die Türkei, was zur Folge hatte, dass unsere Großstädte nach WM-Spielen keine Ausschreitungen erleben mussten. Es wurde auch weniger gehupt auf Deutschlands Straßen. Dass US-Präsident Donald Trump eingriff, um einen Platzverweis gegen einen Ami-Stürmer rückgängig zu machen, sorgte für reichlich Empörung. Das ist nachvollziehbar, doch der Fußball hat wahrlich nicht an jenem Tag seine Unschuld verloren.
Schlimm auch, wie dem Iran mitgespielt wurde. Team Melli durfte nur zu den Spielen in die USA einreisen, musste anschließend sofort wieder Richtung Mexiko verschwinden. Da fehlten entscheidende Prozente zur Regeneration und Vorbereitung, ein eindeutiger Nachteil. Trotzdem blieb die Mannschaft ungeschlagen und stets respektvoll. Am Ende reichte es allein deswegen nicht, weil Österreich in der zehnten Minute der Nachspielzeit gegen Algerien noch zum 3:3 ausgleichen konnte. Ägypten sieht sich durch in der Tat merkwürdige Schiedsrichterentscheidungen um den Erfolg gebracht, und wer wollte Manipulationen in heutigen Tagen ausschließen? Bilder von japanischen Fußballanhängern, die akribisch Müll von der Tribüne entfernen, gingen ans Herz. Auf dem Platz faszinierte Norwegens blonder Stürmer Erling Haaland, der zumeist augenscheinlich gelangweilt herumtrabte, um dann im entscheidenden Moment zu explodieren. Brasilien erledigte er im Alleingang.
Wir haben jetzt etwas Ruhe vor dieser Nationalelf. Einen Neustart gibt es ab Ende September. Bis Jahresende stehen noch sechs Spiele des Nations-League-Wettbewerbs an. Hier müssen sich die Berufskicker in Hin- und Rückspielen gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien durchsetzen. Bis dahin muss ein Umbruch gelingen, und zwar auf dem Fußballplatz und in der Politik.
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