Weltmeister Toni Kroos zeichnet vor dem heutigen K.o.-Spiel gegen Paraguay ein düsteres Bild für die DFB-Elf. Die Wettquoten bestätigen dies allerdings nicht. Wenn’s schon sportlich kein «Sommermärchen 2026» gibt, dann auf jeden Fall politisch. In unserer gleichnamigen Juli-Ausgabe lesen Sie, warum. Hier mehr erfahren.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft absolviert bei der WM 2026 heute gegen Paraguay ihr erstes K.o.-Spiel. Um 22:30 Uhr unserer Zeit ist Anpfiff, Austragungsort der Sechzehntelfinal-Partie ist das Boston Stadium in Foxborough, Massachusetts (USA).
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COMPACT unterstützenNach der enttäuschenden 1:2-Niederlage gegen Ecuador am Donnerstag ist das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann gegen die Guaranies zum Siegen verdammt. Bei einer Niederlage müssen Joshua Kimmich & Co. die Heimreise antreten.
Die Stimmung rund um die DFB-Auswahl hat sich innerhalb weniger Tage deutlich eingetrübt. Vor allem die schwache Zweikampfführung, fehlende Intensität und defensive Unsicherheiten sorgen für Kritik. Mit Paraguay wartet nun ein Gegner, der zwar nicht zur Weltspitze zählt, aber über enorme körperliche Präsenz und viel Disziplin verfügt. Die Südamerikaner verteidigen kompakt, schalten nach Ballgewinnen schnell um und gelten als äußerst unangenehme Kontrahenten.
Im Offensivspiel fehlt Paraguay allerdings häufig die Kreativität, außerdem die Albirroja (Weiß-Roten) ihre Chancen nicht immer konsequent. Genau darin könnte Deutschlands größte Hoffnung liegen – vorausgesetzt, die Mannschaft um Kapitän Joshua Kimmich steigert ihre Leistung gegenüber dem letzten Spiel deutlich.
Härte? Kampfgeist? War gestern!
Einer, der weiß, wovon er spricht, ist da ziemlich skeptisch: Toni Kroos, Ex-Nationalspieler und Weltmeister von 2014, sieht unsere Mannschaft sogar schon so gut wie draußen. Gemeinsam mit seinem früheren Teamkollegen Lukas Podolski sprach er in seiner Tiktok-Show «Kroos und Kroos» über die aktuelle Lage der deutschen Mannschaft – und fand dabei deutliche Worte.
Kroos sieht vor allem zwei grundlegende Probleme. Nach seiner Einschätzung fehle Deutschland sowohl die notwendige körperliche Härte als auch die Widerstandsfähigkeit in schwierigen Spielphasen. Seine Prognose fällt entsprechend drastisch aus: «Wenn sich diese beiden Dinge nicht ändern, werden wir nicht mehr lange dabei sein.»
Besonders wichtig sei, dass die DFB-Auswahl wieder unangenehm für jeden Gegner werden müsse. Kroos:
«Es muss eklig sein, gegen uns zu spielen.»
Genau diese Mentalität habe er gegen Ecuador weitgehend vermisst.
Mit Blick auf das WM-Turnier 2014, als Deutschland seinen vierten Weltmeistertitel holte, zog der 36-Jährige einen direkten Vergleich. «Wir hatten früher auch Spiele, da waren wir schlecht – gegen Algerien. Aber wir konnten schlechte Spiele trotzdem gewinnen», erinnerte sich der Ex-Nationalspieler. «Das, glaube ich, hat die Mannschaft jetzt nicht.»
«Nicht alles nur schlechtreden»
Auch sein damaliger Mitchampion Podolski sieht diese Defizite. Der einstige Star des 1. FC Köln kritisierte bei «Kroos und Kroos» vor allem die fehlende Aggressivität und Konsequenz im Spiel der deutschen Mannschaft. Dennoch bewertete er die Niederlage gegen Ecuador nicht ganz so vernichtend wie sein früherer Teamkollege.
Die Pleite könne durchaus ein Weckruf zur richtigen Zeit gewesen sein, sofern die Mannschaft daraus die richtigen Lehren ziehe. Gegen Paraguay müsse nun eine völlig andere Körpersprache zu sehen sein. Podolski: «Man muss jetzt nicht alles nur schlechtreden. Lasst uns die Jungs pushen.»
Buchmacher haben andere Erwartung
Mit seiner Kritik steht Kroos keineswegs allein. DFB-Sportdirektor Rudi Völler forderte nach der Ecuador-Pleite ebenfalls deutlich mehr Intensität und Einsatzbereitschaft von der Mannschaft. Mehrere Experten verwiesen darauf, dass Paraguay mit seiner robusten Spielweise genau jene Eigenschaften auf die Probe stellen werde, die Kroos als größte Baustellen identifiziert hat.
Die Wettanbieter sehen Deutschland dennoch weiter in der Favoritenrolle. Mit Siegquoten zwischen 1,32 und 1,41 ist für die Buchmacher ziemlich klar, dass unsere Mannschaft nicht ausscheiden wird. Ein Erfolg der Südamerikaner wird dagegen je nach Anbieter mit Quoten von 6,5 bis 9,4 bewertet. Gleichzeitig rechnen viele Wettmärkte mit einer umkämpften Partie, in der eher wenige Tore fallen.
Für die deutsche Nationalmannschaft könnte das Duell gegen Paraguay zum Charaktertest werden. Frankreich wäre der DFB-Gegner im Achtelfinale, wenn beide Teams ihr erstes K.-o.-Spiel gewinnen. Die Équipe Tricolore hat sich mit ihrem 4:1-Sieg gegen Norwegen gerade erst auf Platz zwei der FIFA-Weltrangliste hochgearbeitet.
In unserer aktuellen Juli-Ausgabe mit dem Titelthema «Sommermärchen 2026 – Jetzt kommt Deutschland zurück» geht es nur am Rande um Fußball, sondern hauptsächlich um das politische Erdbeben, das die AfD in den kommenden Wochen auslösen wird. Hier bestellen.





