Joshua Kimmich spricht nach der Ecuador-Pleite Klartext – und widerspricht seinem Bundestrainer. Zum wiederholten Male seit der Corona-Zeit stellt der Rechtsverteidiger damit unter Beweis, dass er Rückgrat hat. Auch wenn wir sportlich kein «Sommermärchen 2026» erleben werden, politisch auf jeden Fall. In unserer gleichnamigen Juli-Ausgabe lesen Sie, warum. Hier mehr erfahren.
Was für eine miserable Vorstellung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestern gegen Ecuador: Erst das frühe (und umstrittene) Führungstor von Leroy Sané exakt nach 109 Sekunden – das zweitschnellste Tor der deutschen WM-Geschichte (nur Ernst Lehner, der bei der WM 1934 in Italien im Spiel um Platz 3 beim 3:2 gegen Österreich bereits in der ersten Minute getroffen hatte, war schneller).
Dann der Blitzausgleich durch Nilson Angulo in der neunten Minute mit anschließend zähem Fortgang für die DFB-Auswahl: Immer wieder gab es Ballverluste, auch tief in der eigenen Hälfte, etwa durch die beiden zentralen Mittelfeldspieler Felix Nmecha oder Aleksandar Pavlović, während die Ecuadorianer ebenso leidenschaftlich wie angriffslustig spielten und die Deutschen in jede Menge Zweikämpfe zwangen.
Und dann der schlimme Patzer von Torwart Manuel Neuer in der 77. Minute nach einer Ecke, der Gonzalo Plata, die Gelegenheit bot, die Südamerikaner zum Sieg und in die nächste Runde zu schießen. Nur gut, dass die Deutschen sich das Weiterkommen schon vorzeitig gesichert hatten.
Nagelsmann reagiert patzig
Bundestrainer Nagelsmann und Fliegenfänger Neuer redeten das Ergebnis in anschließenden Fernsehinterviews trotzdem schön. Der Coach reagierte bei Kritik sogar patzig. Auf die Frage von Johannes B. Kerner von Magenta TV, ob man wegen des bereits zuvor feststehenden Gruppensiegs das letzte Prozent Engagement rausgenommen habe, antwortete Nagelsmann:
«Nein, bitte hört auf mit dem Quatsch, ehrlich. Haben die Jungs heute nicht Vollgas gegeben?»
Auch Neuer konnte keinen Fehler entdecken. Ein Patzer? «Auf gar keinen Fall!» Es sei «eine ganz normale Kopfballverlängerung» gewesen, «und ich dann versuche, den Ball zu fangen. Also eine ganz normale Situation», führte er im ARD-Interview aus. «Jeder Torwart, der schon gespielt hat, weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss und dass ich versuchen muss, ihn so zu fangen.»
Ganz anders Klartexter Joshua Kimmich. Der Bayern-Star blieb ruhig und sachlich, zeigte sich vom Auftritt seiner Mannschaft jedoch sichtlich angefressen und übte herbe Kritik:
«Was mich am meisten ärgert, ist, dass man das Gefühl hatte, dass der Gegner mehr gewinnen wollte als wir.»
Damit widersprach er Nagelsmanns Darstellung grundlegend. Weiter führte der Rechtsverteidiger aus: «Man hat natürlich gemerkt, dass der Gegner das Spiel gewinnen musste, das Spiel gewinnen wollte – und das am heutigen Tag definitiv mehr als wir.» Sein Fazit: «Aufgrund der zweiten Halbzeit war es eine verdiente Niederlage. Es ist nichts passiert, aber wir dürfen uns keine weiteren Niederlagen erlauben.»
Sport-Ikone der Impfkritiker
Es war nicht das erste Mal, dass Kimmich unter Beweis stellte, dass er eine eigene Meinung hat – und Rückgrat. Wir erinnern uns: Im Herbst 2021, inmitten der penetranten Corona-Spritzenpropaganda, war es der Bayern-Star, der als einziger prominenter Spieler dagegen aufmuckte.
Er lasse sich nicht impfen, denn er wisse viel zu wenig über mögliche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen, gab er zu Protokoll. Die Lauterbachs und Drostens waren pikiert, Staatsmedien wetzten ihre Messer in der kompromisslosen Bereitschaft, den Abweichler gesellschaftlich zu vernichten. Da war ein Spitzensportler, der den in die Enge getriebenen Impfkritikern eine Stimme und ihnen Hoffnung gab. Das durfte natürlich nicht sein.
Pharma- und Polit-Bosse hielten mit aller Macht dagegen. Der Druck auf den 1995 im württembergischen Rottweil geborenen Spross aus bodenständigem Elternhaus nahm brutale Züge an. Sein Fall war wiederholt Thema in den Hauptnachrichtensendungen von ARD und ZDF, alle Medien und auch die Bundesregierung selbst schalteten sich ein.
Der damalige Regierungssprecher Steffen Seibert empfahl Kimmich vielsagend, quasi als letzte Chance, die verfügbaren Informationen über die zugelassenen Impfstoffe «noch einmal auf sich wirken» zu lassen, und der Spiegel sah den Rechtsverteidiger «aus der Vorbildrolle gefallen». Mehrere prominente Stimmen forderten seinen Rauswurf aus Verein und Mannschaft.
Das Sportmagazin Kicker zettelte unter Bundesligaspielern eine Umfrage nach dem «Absteiger des Jahres» an. Kimmich erhielt 234 Stimmen und lag damit, wie einkalkuliert uneinholbar weit vorne. Später erklärte Kimmich, er habe sich nun doch spritzen lassen, aber nicht wenige meinen, er habe dies nur gesagt, um endlich seine Ruhe zu haben. Einen Nachweis über eine Covid-Impfung gab es öffentlich nie.
Außergewöhnlicher Gerechtigkeitssinn
Die Corona-Zumutungen spielen auch in einer ZDF-Dokumentation über den «Anführer und Antreiber» eine Rolle. Mehrere Jahre lang hatte sich Kimmich von einer Kamera begleiten lassen. Entstanden ist ein sympathisches Lebensbild mit ihm und seiner Ehefrau im Mittelpunkt. Als der Fußballer im Rahmen dieser Reportage auf die Corona-Zeit zu sprechen kam, musste er das Interview unterbrechen, weil ihm die Stimme stockte. Sichtlich bewegt, berichtet er dann, wie er ins Visier meinungsmachender Akteure geraten war.
Kimmich: «Klar ist, dass ich all das, was geschrieben, was gesprochen, was gesagt wurde, so nicht stehen lassen kann und auch nicht stehen lassen möchte. Da sind viele Dinge passiert, die so nicht richtig sind und die angesprochen werden müssen.»
Er nennt erschreckende Beispiele:
«Dass die Presse bei meinen Eltern klingelt, dass sie so weit gehen, dass sie selbst zur Beerdigung meines Opas erscheinen, das hat jegliche Grenzen überschritten. Und das sind Dinge, die einen total nachdenklich machen.»
Kimmich wird von seinem Umfeld als jemand geschildert, der mit einem außergewöhnlichen Gerechtigkeitsempfinden, Realitätssinn und reichlich Leidenschaft ausgestattet ist. Mit seinen Klartext-Aussagen zum gründlich misslungenen Ecuador-Spiel hat er dies wieder einmal unter Beweis gestellt.
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