Solche aggressiven Äußerungen hat seit den Zeiten der Wehrmacht kein deutscher General gewagt: Der Chef der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, hat Russland mit verheerenden Angriffen unter anderem auf Kaliningrad, Sankt Petersburg sowie Ziele auf der Kola-Halbinsel, darunter den Atom-U-Boot-Stützpunkt Murmansk, gedroht. Als weiteren Angriffsschwerpunkt nannte er das Schwarze Meer und die dort stationierte Schwarzmeerflotte. Alles zum geplanten „Krieg gegen Russland“ erfahren Sie in der gleichnamigen COMPACT-Spezialausgabe.
Im Interview mit dem britischen „Telegraph“ – gehört dem deutschen Springer-Konzern – sagte Neumann: „‚Heute Nacht kämpfen‘ bedeutet: Wenn mich jetzt jemand anruft und sagt, wir haben hier folgende Situation, müssen wir jetzt bereit sein – und wir sind bereit.“, Und weiter: „Wir werden mit allem reingehen, was wir in Deutschland haben, die Luftwaffe, aber auch in der NATO, um unser Land, unsere Werte, unsere Bevölkerung und unser Bündnis zu verteidigen.“

Mit „Ready to fight tonight“ nahm Neumann die wortgleiche Formulierung britischer Generäle auf. Für die deutsche Militärführung ist das neu, insbesondere die Luftwaffe hatte sich in bisherigen Einsätzen wie Afghanistan auf Transport und Logistik konzentriert und das Bomben Briten und Amerikanern überlassen. „Ready for the Fight tonight“ hatte bereits Heereschef Christian Freuding im November 2025 formuliert, allerdings nicht ergänzt durch martialische Vernichtungsdrohungen gegen russische Zentren. Das war bisher kriegsgeilen Militärs wie Roderich Kiesewetter (CDU) vorbehalten gewesen, der bereits im Februar 2024 gefordert hatte: „Der Krieg muss nach Russland getragen werden. Russische Militäreinrichtungen und Hauptquartiere müssen zerstört werden. Wir müssen alles tun, dass die Ukraine in die Lage versetzt wird, nicht nur Ölraffinerien in Russland zu zerstören, sondern Ministerien, Kommandoposten, Gefechtsstände.“ Da die Ministerien in der Millionenstadt Moskau sind, kann man sich die sogenannten Kollateralschaden in der Bevölkerung vorstellen.

Einpeitscher wie Neumann und Freuding können sich der Unterstützung des Bundeskanzlers sicher sein, der die Bundeswehr zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ machen will.
„Verteidigung“ als Angriff
Neumann sieht in seinem Szenario Russland als Angreifer. „Wenn es zu einem Konflikt kommt – hoffentlich nie –, aber wenn doch, werden wir jeden Zentimeter unseres Territoriums verteidigen. Ich denke, das ist eine wichtige Botschaft, besonders für den Hohen Norden und für unsere baltischen Verbündeten.“,
Interessant ist, wie „Bild“ diesen Satz kommentiert: „Estland, Lettland und Litauen sowie Polen waren in den letzten Monaten mit eskalierender russischer Aggression wie Drohnenangriffen konfrontiert, von denen westliche Beamte befürchten, dass sie ein Vorspiel für einen Einmarsch sein könnten.“ Es ist bekannt, dass Drohnenabstürze in diesen Staaten das Resultat von ukrainischen Überflügen waren – ebenso wie in Rumänien, wo Kiew sogar einen „versehentlichen“ Drohnenenagriff auf den Hafen Constanta zugegeben hat.
Trotzdem hält sich die Propaganda von den russischen Drohnenangriffen auf NATO-Gebiet hartnäckig. Es ist zu befürchten, dass ein solcher Zwischenfall, vor allem bei vielen Toten, schnell zum vermeintlichen Beweis hochgelogen werden kann, dass Russlands Angriff jetzt begonnen habe – und Neumann dann seine Bomber und Raketen noch in derselben Nacht losschickt, bevor jemand das Gegenteil beweisen kann. „Seit 4.45 Uhr wird zurückgeschossen“, wird es dann wieder heißen.

Alles zum geplanten „Krieg gegen Russland“ erfahren Sie in der gleichnamigen COMPACT-Spezialausgabe.



