Der israelische Premier zündet die nächste Lunte an! Trump verlor am Telefon die Fassung: «Du bist total verrückt! Ohne mich wärst du im Gefängnis.» Alle Hintergründe zur brandgefährlichen Eskalation in Nahost liefert unsere Mai-Ausgabe «Zions Höllenritt. Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt», die schonungslos mit der Kriegstreiberei aufräumt. Hier mehr erfahren.
Gestern Morgen wollte Donald Trump der Welt einen Erfolg präsentieren. Nach einem Morgentelefonat mit Benjamin Netanjahu verkündete der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social: Das Gespräch sei «sehr produktiv» gewesen, zwischen Israel und der Hisbollah herrsche Waffenruhe, keine israelischen Truppen würden nach Beirut entsandt.
Was Trump als Durchbruch feierte, kassierte Benjamin Netanjahu noch am selben Abend öffentlich. Auf X schrieb der israelische Premier: «Israel wird Terrorziele in Beirut angreifen. An dieser Haltung halten wir unverändert fest. Parallel dazu wird die IDF ihre Operationen im Südlibanon wie geplant fortsetzen.»
Blamiert und bloßgestellt ließ Trump die diplomatische Maske fallen und griff erneut zum Hörer. Laut Axios fasste ein hochrangiger US-Beamter Trumps Worte gegenüber Netanjahu so zusammen:
«Du bist verdammt nochmal verrückt. Du würdest im Gefängnis sitzen, wenn ich nicht wäre. Ich rette dir den Arsch. Alle hassen dich jetzt. Alle hassen Israel deswegen.»
Netanjahu soll geantwortet haben: «Okay, Okay, sorg nur dafür, dass alles geregelt wird.» Es ist nicht das erste Mal, dass beide Staatschefs im Streit auflegten.
Der Frieden hängt am Libanon
Trumps Ausraster hat einen handfesten Grund: Der Iran-Deal hängt unmittelbar an einer Waffenruhe im Libanon. Irans Außenminister Abbas Araghtschi machte das auf X bereits vor Wochen unmissverständlich klar. Die Voraussetzungen für ein dauerhaftes Abkommen mit Washington seien an einen «Waffenstillstand an allen Fronten, einschließlich im Libanon» gebunden. Als Netanjahu die Angriffe auf Beirut anordnete, zog Teheran die Konsequenz. Die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim erklärte gestern:
«Das iranische Verhandlungsteam setzt den Dialog und den Austausch von Mitteilungen über Vermittler aus.»
Zur Begründung hieß es: «Die Lage im Libanon war eine der Voraussetzungen für die Waffenruhe.»
Auch bei den Vereinten Nationen fliegen die Fetzen: «Wir sind zutiefst beunruhigt über die Eskalation der militärischen Aktivitäten im Südlibanon und darüber hinaus», erklärte heute Stephane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Israels UN-Botschafter Danny Danon wies die Kritik scharf zurück. Die Vereinten Nationen betrieben eine «moralisch unhaltbare Gleichsetzung» und hätten Israel «auf dieselbe schwarze Liste wie Hamas, ISIS und die verwerflichsten Terrororganisationen der Welt gesetzt».
Vormarsch geht weiter
Während Trump auf Verhandlungen setzt, schafft Israel vor Ort Fakten. Netanjahu treibt die Offensive mit Nachdruck voran. Israelische Truppen (IDF) haben die historische Kreuzfahrerfestung Beaufort eingenommen und den Litani-Fluss überschritten. Sie stehen inzwischen nur noch wenige Kilometer vor Nabatiyeh, einem der wichtigsten Zentren im Südlibanon. Am Sonntag sprach Netanjahu nach der Einnahme der Beaufort-Festung von einer «dramatischen Wende»:
«Wir sind geeint zurückgekehrt, entschlossen und stärker als je zuvor.»
Zugleich ordnete Israel die Evakuierung, faktisch also die Vertreibung der Zivilbevölkerung aus allen Gebieten südlich des Zahrani-Flusses an. Betroffen sind Nabatiyeh, Tyrus und Dutzende weitere Ortschaften. Auf den Straßen stauen sich die Fahrzeuge, die Bevölkerung flieht. Auch Israels Bildungsminister Yoav Kisch machte am Wochenende deutlich, dass seine Regierung nicht an einen raschen Waffenstillstand glaubt:
«Im Norden gibt es keinen Waffenstillstand, dort herrscht Krieg.»
Libanons Präsident Joseph Aoun sprach von einer «heftigen israelischen Aggression». Seine Regierung arbeite daran, «das Leiden der Libanesen im Allgemeinen und der Südlibanesen im Besonderen zu beenden».
Bereits 1982 marschierte Israel bis Beirut vor und hielt den Süden des Landes anschließend 18 Jahre besetzt. Aus dem Widerstand gegen die Besatzung entstand die Hisbollah, aufgebaut und finanziert durch den Iran. Mehr als vier Jahrzehnte später steht die israelische Armee erneut tief im Südlibanon. Doch diesmal kämpft sie nicht nur dort. Die IDF ist gleichzeitig im Iran, im Gazastreifen und in Syrien im Einsatz. Die Belastung wächst von Monat zu Monat. Die langfristigen Pläne der israelischen Eliten beleuchten wir in unserer Mai-Ausgabe «Zions Höllenritt. Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt».
Der Streit zwischen Trump und Netanjahu berührt damit eine Grundsatzfrage. Während Washington auf Stabilisierung und Verhandlungen setzt, verfolgen Teile der israelischen Rechten deutlich weitergehende Ziele. Führende Politiker wie Bezalel Smotrich werben seit Jahren für eine dauerhafte Ausweitung israelischer Kontrolle über die besetzten Gebiete hinaus. Für viele Hardliner ist der Vormarsch bis zum Litani-Fluss nicht nur eine militärische Operation, sondern Teil des langfristigen Projekts Groß-Israel.
Teherans Trumpfkarte heißt Hormus
Während die Kämpfe im Libanon die Diplomatie blockieren, versucht Washington weiterhin, den Iran wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Die seit dem 13. April geltende US-Blockade iranischer Häfen, als Gegenblockade zur iranischen Hormus-Blockade gedacht, soll Teheran in die Knie zwingen. Doch die Maßnahme zeigt bislang nur begrenzte Wirkung.

Die Revolutionsgarden (IRGC) meldeten am Montag, 24 internationale Öl- und Handelsschiffe hätten innerhalb von 24 Stunden «unter sicherheitstechnischer Koordination» mit der IRGC-Marine die Straße von Hormus passiert. Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Wer durch Hormus fahren will, muss weiterhin mit Teheran rechnen.
Zugleich findet der iranische Ölhandel andere Wege. Zahlreiche Tanker ihre Positionssignale, schalten AIS-Transponder ab oder fahren zeitweise unter falschen Flaggen. Auf diese Weise werden Herkunft und Ziel der Ladungen verschleiert.
Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit im iranischen Parlament, machte die strategische Bedeutung der Meerenge erneut deutlich. Auf X erklärte er:
«Die Straße von Hormus wird auch im Falle einer künftigen Einigung vollständig unter iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben.»
Für Trump entsteht damit ein doppeltes Problem. Im Libanon gefährdet Netanjahu die Verhandlungen mit Teheran. Zugleich zeigt der Iran, dass er trotz Sanktionen und Blockade weiterhin das wichtigste Nadelöhr des Welthandels kontrolliert.
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