Nur wenige Minuten vor den Schüssen am Samstagabend in Washington schickte der mutmaßliche Attentäter Cole Tomas Allen ein Pamphlet an seine Familie und Freunde, in dem er offenbar Trump einen «Pädophilen, Vergewaltiger und Verräter» nennt. Der US-Präsident reagierte nun erbost darauf. In unserer Mai-Ausgabe mit dem Titelthema «Zions Höllenritt – Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt» lesen Sie, warum die Kritik an Trump auch im eigenen Lager immer größer wird. Hier mehr erfahren.

    Der mutmaßliche Schütze, der am Sonntag beim Presseempfang von US-Präsident Donald Trump das Feuer eröffnete, soll nach Informationen der New York Post nur etwa zehn Minuten vor seinem Anschlag ein Manifest an seine Angehörigen verschickt haben, in dem er sich selbst zynisch als «Friendly Federal Assassin» – auf Deutsch «freundlicher Bundesattentäter» – bezeichnet und schwere Vorwürfe gegen Trump erhebt.

    «Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter»

    Wörtlich heißt es in dem mit einem saloppen «Hallo zusammen» eröffneten Schreiben des mutmaßlichen Täters Cole Tomas Allen:

    «Ich bin nicht länger bereit zuzulassen, dass ein Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter meine Hände mit seinen Verbrechen beschmutzt.»

    Damit spielt er offenbar auf den Präsidenten an, ohne ihn jedoch ausdrücklich zu nennen. Der 31-Jährige schreibt weiter, seine «Ziele» seien «Regierungsbeamte (…) geordnet nach Rang, vom höchsten zum niedrigsten». FBI-Direktor Kash Patel nahm er allerdings ausdrücklich davon aus.

    Warum der Geheimdienstchef von Allen nicht als «Ziel» markiert wurde, ist nach wie vor unklar. Verschiedene Quellen geben an, dass der mutmaßliche Schütze Sympathien für Patel haben könnte, andere verweisen auf einen Workshop mit Patels Lebensgefährtin, der Country-Sängerin und Schauspielerin Alexis Wilkins, an dem Allen vor Jahren teilgenommen haben soll.

    Die markierten Ziele

    In dem Manifest des Attentäters heißt es weiter:

    «Um die Zahl der Opfer zu minimieren, werde ich Schrotkugeln anstelle von Flintenlaufgeschossen verwenden (geringere Durchschlagskraft durch Wände).»

    Und er konkretisiert: «Secret Service: Sie sind nur im Notfall Ziele und sollen nach Möglichkeit nicht tödlich außer Gefecht gesetzt werden (das heißt, ich hoffe, sie tragen Schutzwesten, denn ein Schuss mit Schrotflinten in die Körpermitte richtet bei Leuten, die keine tragen, großen Schaden an).»

    Zuvor zählt er auf: «Hotelsicherheit: nach Möglichkeit keine Ziele (es sei denn, sie schießen auf mich). – Capitol-Polizei: Gilt wie für Hotelsicherheit – Nationalgarde: Gilt wie für Hotelsicherheit. – Hotelangestellte: überhaupt keine Ziele – Gäste: überhaupt keine Zielgruppe.»

    Attentat: Schüsse auf Donald Trump!

    Allzu wählerisch scheint Allen dann aber doch nicht zu sein. «Ich würde immer noch fast alle hier niedermachen, um an die Ziele heranzukommen, wenn es absolut notwendig wäre», heißt es laut New York Post in dem Manifest weiter. Er hoffe jedoch, dass es nicht so weit kommen werde.

    Die Vorwürfe in Allens Schreiben spielen auf eine Reihe von Maßnahmen der Regierung an, darunter auch US-Angriffe auf venezolanische Boote, die angeblich mit Drogen beladen waren. Dazu heißt es in dem Manifest weiter: «Ich bin kein Schulkind, das in die Luft gesprengt wurde, kein hungerndes Kind und kein Teenager-Mädchen, das von den vielen Kriminellen in dieser Regierung missbraucht wurde. Die andere Wange hinzuhalten, wenn „jemand anderes“ unterdrückt wird, ist kein christliches Verhalten; es ist Mittäterschaft an den Verbrechen des Unterdrückers.»

    Heute Anklage

    US-Präsident Trump hat sich inzwischen in einem längeren Interview mit dem TV-Sender CBS zu Allens Manifest geäußert. Als die CBS-Journalistin daraus zitierte, dass dieser «nicht länger bereit zuzulassen, bereit zuzulassen, dass ein Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter meine Hände mit seinen Verbrechen beschmutzt», ging Trump an die Decke:

    «Ja, das hat er geschrieben. Ich bin kein Vergewaltiger. Ich habe niemanden vergewaltigt. Entschuldigung, ich bin kein Pädophiler.»

    Als die Moderatorin nachfragte: «Ach, Sie glauben, er hat Sie gemeint?», fuhr der US-Präsident mit seiner Schimpftirade fort. «Sie lesen diesen Mist von einem kranken Menschen vor, mit dem ich in Verbindung gebracht wurde. Alles Dinge, die nichts mit mir zu tun haben. Ich wurde vollständig entlastet», so Trump. CBS solle sich dafür schämen, aus dem Manifest vorgelesen zu haben. «Sie sind eine Schande», wetterte der Präsident.

    Cole Tomas Allen soll heute einem Bundesgericht vorgeführt werden. US-Justizminister Todd Blanche erwartet, dass der 31-Jährige von diesem auch formell beschuldigt wird. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass der mutmaßliche Täter Trump und mehrere seiner Regierungsmitarbeiter habe töten wollen.

    Trump ist so unbeliebt wie nie zuvor! In unserer Mai-Ausgabe mit dem Titelthema «Zions Höllenritt – Wie Netanjahu die USA in den Untergang reißt» erfahren Sie die Hintergründe, die der Mainstream verschweigt. Hier mehr erfahren.

    Kommentare sind deaktiviert.