Eine Schande! In Berlin benennen Grüne, Rote und Linke kurzerhand den Blücherplatz um, benannt nach den legendären Marschall Vorwärts. COMPACT hält dagegen und präsentiert die wunderbare Blücher-Silbermedaille zu Ehren dieser großartigen Persönlichkeit. Hier mehr erfahren.
Sie haben es tatsächlich getan: Der Blücherplatz am Halleschen Tor in Berlin wird nach 162 Jahren umbenannt. Das hat das zuständige Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit grün-rot-roter Mehrheit bereits im Juni vergangenen Jahres beschlossen, jetzt geht es an die Umsetzung. Bis Ende des Jahres, ganz bewusst erst nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus, soll der Name Blücher getilgt sein.
„Antifaschistischer Grundkonsens“
General Blücher gehöre zu denen, die „den Mythos des angeblichen Erzfeindes Frankreich“ begründet hätten, so allen Ernstes die Begründung. Dass es sich damals um einen Abwehrkampf gegen die napoleonische Besatzung gehandelt hat, wird einfach ignoriert. Man wolle gegen „die Dominanz der frankophoben und militaristischen früheren Straßenbenennungspraxis“ setzen, wird schwadroniert. Es sei eine „andere Akzentsetzung bei der Straßen- und Platzbenennung anzustreben, die dem heutigen antinationalistischen und antifaschistischen Grundkonsens entspricht“, so zitiert die Berliner Morgenpost aus der Begründung.
General Leberecht von Blücher ist der erfolgreichste preußische General aller Zeiten und Ehrenbürger von Frankfurt, Hamburg, London, Oxford und Cambridge. Selbst der bekannte Kolumnist Gunnar Schupelis, wahrlich unverdächtig, protestiert: „Einen solchen Namen tilgt man nicht.“
Schupelius: „Es ist unredlich, Eva Mamlok gegen Blücher auszuspielen.“ Der Platz wird künftig den Namen von Eva Mamlok (1918–1944) tragen so, eine Kreuzbergerin jüdischen Glaubens, die im Konzentrationslager Stutthof (nahe Danzig) an den Folgen von Zwangsarbeit umgekommen ist.
Der verwegene General war schon 70 Jahre alt, da entstand im Deutschen eine Redewendung über ihn: „Der geht ran wie Blücher an der Katzbach.“
Im unglücklichen Feldzug gegen Napoleon 1806 agierte er als einer der wenigen Kommandeure, die kühlen Kopf bewahrt und den Franzosen lange erfolgreich Widerstand geleistet hatten. Im Zuge der grundlegenden Militärreformen des Generals Gerhard von Scharnhorst wurden auch die höheren Ränge nicht verschont: Von 143 Generälen, die 1806 Dienst taten, waren 1812 nur noch acht aktiv, darunter Blücher.
Blücher wurde damals zum Oberbefehlshaber des stärksten preußischen Kontingents ernannt, der Schlesischen Armee. Er war ein Mann von unbeugsamer Angriffslust und glänzender Motivator seiner Männer. Was ihm an strategischer Begabung fehlte, das ergänzte hervorragend sein Generalstabschef August Neidhardt von Gneisenau, der schon am nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilnahm und seit 1785 in preußischen Diensten stand.
Napoleon in die Enge getrieben
Nach dem desaströsen Russlandfeldzug 1812 brach in Deutschland eine Welle der Begeisterung für den Befreiungskampf gegen die französische Fremdherrschaft aus. Preußen bestand im Bündnis mit Russland erste siegreiche Gefechte gegen die napoleonischen Heerführer. Im Frühsommer 1813 war eine militärische Pattsituation entstanden. Weder Napoleon noch die verbündeten Preußen und Russen konnten entscheidende Vorteile erreichen. Deshalb wurde am 1. Juni ein Waffenstillstand für zweieinhalb Wochen geschlossen.
Blücher und Gneisenau waren schon vor dem Krieg zu der Erkenntnis gelangt, dass der bewaffnete Kampf um Deutschlands Befreiung gegen die napoleonische Militärmaschine nicht durch einen einzigen Stoß zu bewerkstelligen war. Umso wichtiger war es ihnen, so viele Wehrfähige wie möglich zu mobilisieren.
Blüchers Schlesische Armee war nach Ablauf des Waffenstillstands am 17. August 1813 gut 100.000 Mann stark, davon 40.000 Preußen und 60.000 Russen. Sie führte knapp 300 Kanonen mit sich. Fünf Tage zuvor hatte Österreich Napoleon den Krieg erklärt, was die Zahl der verbündeten Streitmacht sehr erhöhte, aber auch durch die traditionell eher vorsichtige Wiener Kriegsführung lähmte.
Napoleons Lage inmitten feindlicher Armeen präsentierte sich höchst fatal. Nur ein Sieg konnte sie ändern. Er glaubte ihn am leichtesten über die zahlenmäßig schwächste, die Schlesische Armee, erringen zu können. Mitte August wollte er persönlich mit fünf Korps gegen die Bober- und Katzbachlinie vorgehen. Doch mittlerweile war eine alliierte Armee aus Böhmen Richtung Dresden vorgerückt. Der Kaiser musste daraufhin kehrtmachen.
Schlacht im Regen
Am 25. August entschließt sich Blücher, die ihn verfolgende französische Bober-Armee am Zusammenfluss von Neiße und Katzbach bei Jauer anzugreifen. Insgesamt hat der Marschall 103.000 Mann und 310 Geschütze zur Verfügung – das Kräfteverhältnis ist ausgeglichen.
Am frühen Nachmittag geht es los. Die Korps Yorck und von der Osten attackieren unter wildem Kriegsgeschrei. Es hat tagelang geregnet, das Schießpulver ist nass, die Gewehre versagen. Also greifen Blüchers Soldaten mit Bajonett, Kolben und Säbel die überraschten Franzosen zwischen den Dörfern Dohnau im Norden und Schlaup im Süden an. Der französische Oberbefehlshaber MacDonald gilt als besonnener und geschickter Heerführer. Doch an diesem Tag hat er keine glückliche Hand.
Gegen 15 Uhr vollendet Yorcks linker Flügel, die Brigade des Generals Friedrich von Hünerbein, den Gegenangriff und kann die französischen Truppen zurückwerfen. Als deren Infanterie zu weichen beginnt, mischt sich die leichte Kavallerie der Franzosen ein. Sie wird von preußischen Landwehrbataillonen in erbitterte Gefechte verwickelt. Dabei behindern sich die zurückweichenden und die noch vorstoßenden französischen Truppen.
In der dadurch entstehenden Verwirrung und Panik des Feindes versteht es Blücher geschickt, die Franzosen zwischen den Dörfern Dohlau und Bellwitzhof in die Wütende Neiße, einen Nebenfluss der Katzbach, zu drängen. Dessen Gewässer sind durch den Dauerregen reißend schnell geworden.
„Vorwärts, vorwärts!“
Gegen 17 Uhr setzt sich Blücher an die Spitze der russischen Kavallerie unter General Illarion Wassiltschikow. Dabei ruft er dessen Männern immer wieder „Pascholl, pascholl!“ (russisch: vorwärts) zu. Hier entsteht der Nimbus des legendären „Marschall Vorwärts“.
Preußische Husaren und russische Kosaken hauen in fliegenden Attacken mit geschwungenem Säbel auf die überraschten Feinde ein, während einige Geschütze durch Kartätschenhagel die wankenden Reihen der französischen Reserven in dem engen Raum am Steilufer eindecken.
Gemeinsam mit Yorcks Korps werden die Franzosen am frühen Abend Richtung. Neiße gedrängt. Der vom Unwetter angeschwollene Fluss erlaubt kein sicheres Überqueren mehr, zahlreiche Soldaten ertrinken in den reißenden Fluten. Am Abend ist MacDonalds Armee in allgemeiner Flucht, er verliert insgesamt 30.000 Mann, davon 18.000 Gefangene und 103 Geschütze.
Blüchers Truppen verzeichnen 4.000 Mann an Gefallenen und Verwundeten. In einem Armeebefehl schilderte der „Marschall Vorwärts“ seinen Soldaten die Bedeutung des errungenen Sieges: „103 Kanonen, 250 Munitionswagen, des Feindes Lazarettanstalten, seine Feldschmieden, seine Mehlwagen, ein Divisionsgeneral, zwei Brigadegeneräle, eine große Anzahl Oberste, Stabs- und andere Offiziere, 18.000 Gefangene, zwei Adler und andere Trophäen sind in euren Händen. Den Rest derjenigen, die euch in der Schlacht an der Katzbach gegenübergestanden haben, hat der Schreck vor euren Waffen so sehr ergriffen, dass sie den Anblick eurer Bajonette nicht mehr ertragen werden.“
Die Schlacht an der Katzbach war der erste bedeutende Sieg der Verbündeten gegen eine napoleonische Armee im Befreiungskrieg. Schon einen Tag später begann die Verfolgung der französischen Truppen. Am 29. August wurde bei Löwenberg eine Division unter General Michel Pacthod zersprengt. Am 1. September erreicht eine Vorhut der Verbündeten die Lausitzer Neiße. Bis zum 2. September, als Blüchers Truppen vor Görlitz stehen, ist ganz Schlesien feindfrei.
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