Die verurteilte Linksextremistin Lina E. kommt nach Lage der Dinge vorzeitig auf freien Fuß. Zudem wird der Öffentlichkeit verschwiegen, dass Hammerbanden-Gesinnungsfreunde von ihr flüchtig sind. Spannendes zur Struktur der linksextremen Bande hat Gerhard Wisnewski zusammengetragen, Autor des Klassikers „Verheimlicht – Vertuscht – Vergessen 2026.“ Hier mehr erfahren.
Seit Ende November vergangenen Jahres stehen in Dresden mehrere Linksautonome vor Gericht. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen vor, „als Mitglieder oder Unterstützer – (…) einer spätestens Ende 2017/Anfang 2018 in und um Leipzig gegründeten Vereinigung, deren Mitglieder eine militante linksextremistische Ideologie teilten“, gezielt Andersdenkende körperlich attackiert zu haben.
In der Öffentlichkeit hat sich die Truppe dieser Verdächtigen als „Hammerbande“ einen traurigen Namen gemacht. Ihre Überfälle, so sieht es die Anklage, seien in der Regel intensiv vorbereitet worden, darunter Ausspähungen von Lebensgewohnheiten der ausgewählten Opfer, die dann mit brutaler Gewalt bearbeitet wurden. Dabei kamen wiederholt auch Schlagwerkzeuge, wie eben Hämmer, zum Einsatz. Das Leben der Attackierten wurde zweifellos riskiert.
Milde für Lina E.
Dennoch geht es für Rädelsführerin Lina E. früher heraus aus dem Gefängnis. Das Urteil gegen sie, das damals bereits von vielen Beobachtern als äußerst milde empfunden wurde und für Kritik sorgte, dürfte weiter aufgeweicht werden. Das Oberlandesgericht Dresden hat entschieden, ihre Reststrafe zur Bewährung auszusetzen. Vorausgegangen war „ein nicht öffentliches Prüfverfahren“.
Die Sächsische Zeitung dazu: „Zuletzt hat sie – nach rund zwei Dritteln ihrer Haftstrafe – einen Antrag auf Entlassung auf Bewährung gestellt. Das OLG Dresden entschied darüber nach Angaben eines Sprechers Ende März zugunsten von E. Wegen einer Beschwerde des Generalbundesanwalts ist die Sache aber noch nicht rechtskräftig.“ Nicht wenige Beobachter vermuten, dass sich um sie ein neues, möglicherweise noch gefährlicheres Netzwerk formieren könnte.
Schläger-Mimimi
Zu den eigentlich bereits abgeurteilten Bandenmitgliedern zählt Philipp M. Der 31-jährige Antifant, im Mai 2023 vor dem Oberlandesgericht Dresden zu einer gut dreijährigen Gefängnisstrafe verdonnert, hätte seine Haft am 18. Juni 2025 in Berlin antreten sollen. Doch er tauchte offenbar unter, ist seither auf der Flucht.
Jetzt hat er sich auf der berüchtigten Indymedia-Plattform zu Wort gemeldet. „Mich der Haft zu entziehen, ist mir nicht leicht gefallen“, so Philipp M, Szene-Spitzname „Nero“. Das gewohnte Umfeld und geliebte Menschen zurückzulassen, sei schmerzvoll, aber nach Jahren der Strafverfolgung hätte es sich „nicht richtig angefühlt, mich freiwillig in die noch unfreiere Situation der Gefangenenschaft zu begehen“, quengelt er.
Bezeichnend ist, dass dieser Fall in der Öffentlichkeit nicht beziehungsweise kaum thematisiert worden ist. Man vergleiche das Schweigen mit der Aufregung um Widerständlerin Marla-Svenja Liebig, die ja unter großem medialen Jubel unlängst festgenommen wurde. Dass „Nero“ seine Haft damals nicht angetreten ist, musste jetzt erst eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Dresden bestätigen. Ein Haftbefehl zur Strafvollstreckung wurde erlassen.
Philipp M. hat bereits eine Vorgeschichte. 2017 war er in Leipzig an linken Ausschreitungen gegen Polizisten beteiligt, wurde seinerseits auch zu einer Haftstrafe verurteilt. Zwei Jahre saß er ein. In Antifa-Kreisen gab es damals eine „Free-Nero“-Kampagne.
Später stand er wegen Hammerbanden-Untaten abermals vor Gericht und wurde im Mai 2023 gemeinsam mit Lina E. verurteilt. „Nero“ erhielt drei Jahre und drei Monate Haft. Mit seinem Abtauchen wolle er aufzeigen, dass der Staat an Grenzen stoße und dass „es möglich ist, Widerstand zu leisten“. Dies, so Philipp M., sei „mein Weg, für das zu kämpfen, woran ich glaube“.
Von den Beschuldigten der Brutalo-Attacken auf mutmaßlichen Rechtsextreme in Budapest im Februar 2023 ist weiterhin mindestens ein Linker flüchtig.
Spannendes zur Struktur der linksextremen Bande hat Gerhard Wisnewski zusammengetragen, Autor des Klassikers „Verheimlicht – Vertuscht – Vergessen 2026.“ Hier bestellen.





